EU-Kommission: 60.000 Tote im Jemen trotz Waffenexporten

Die EU-Kommission schätzt 60.000 Tote im Jemen, während die Waffenexporte nach Saudi-Arabien über 55 Millionen Euro liegen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU-Kommission: 60.000 Tote im Jemen

Die Europäische Kommission beziffert die Todesopfer des Jemen-Kriegs auf 60.000. Die UNO geht von einer höheren Zahl aus. Im gleichen Zeitraum vollstreckte Saudi-Arabien 81 Hinrichtungen an einem einzigen Tag, und die Waffenexporte in das Königreich überstiegen 55 Millionen Euro. Die Frage, die die Debatte prägt, ist, warum dies nicht zu Sanktionen führt.

Jemen: Der Krieg, den das Fernsehen ignoriert

Ein weit verbreiteter Gedanke in der Analyse ist, dass der Jemen-Konflikt ein unterdrückter Krieg sei. Es gibt keine täglichen Artikel oder Titelseiten. Für alle praktischen Zwecke, so eine oft wiederholte Ansicht, scheint es, als existiere dieser Konflikt nicht. Darunter liegt die Ausgangszahl: 60.000 Tote nach europäischen Berechnungen, mehr laut den Vereinten Nationen. Unter diesem Dach fallen Hungersnot und Kindstod durch Verhungern, ein Epilog, der selten in westlichen Nachrichtenberichten auftaucht.

Der Ursprung des Konflikts lässt zwei Erzählungen zu. Manche behaupten, jemenitische Rebellen hätten die legitime Regierung gestürzt und erhielten Unterstützung und Finanzierung vom Iran. Dagegen steht die Frage, warum manche Interventionen hart beurteilt werden, während andere ohne Aufsehen toleriert werden. Und so leben wir seit Jahren.

Khashoggi: Vom »Paria« zum Partner in vier Jahren

Jamal Khashoggi war ein kritischer Journalist im Exil. Er betrat das Konsulat seines Landes in der Türkei – ein Staat, der kaum als Wiege der Menschenrechte gilt, wie angemerkt wird –, um Dokumente abzuholen, und verließ es zerstückelt. Die CIA kam zu dem Schluss, dass Kronprinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher des Königreichs, seinen Mord angeordnet habe.

Die Szene hat eine Fortsetzung. 2018 versprach Joe Biden, Saudi-Arabien als »Paria« zu behandeln. Vier Jahre später erwog er einen Besuch des Königreichs zusammen mit Israel, während Menschenrechtsorganisationen die Reise kritisierten. Die nüchternste Zusammenfassung dieses Wandels lautete damals: Biden lässt Bin Salman ungeschoren davonkommen.

Fregatten von Navantia und 155-mm-Granaten

Die Waffenexporte nach Saudi-Arabien steigen auf über 55 Millionen Euro. Wie in der Diskussion angemerkt wird, handelt es sich nicht nur um Munition: Es geht um Marineplattformen, Fregatten von Navantia und Tonnen von 155-Millimeter-Granaten. »Gesunde und demokratische« Verkäufe, ironisiert die Diskussion, in einem Land, in dem die Behandlung von Frauen, Folter und Enthauptungshinrichtungen weiterhin dokumentiert werden.

Das Beispiel, das zur Illustration des kurzen institutionellen Gedächtnisses zitiert wird, stammt vom März 2022: 81 Hinrichtungen an einem einzigen Tag, eine Zahl, die von internationalen Medien aufgegriffen wurde.

Doppelte Standards: Die Ukraine mobilisiert, der Jemen nicht

Der am häufigsten genannte Kontrast ist der zur Ukraine. Das Argument folgt einer geografischen Logik: Die Ukraine liegt in Europa, und wenn man Pilingui nicht stoppt, könnten Polen, Rumänien und wer weiß was sonst folgen. Daher der Fluss an Waffen, Geld und täglicher Berichterstattung. Demgegenüber wird daran erinnert, dass die Ukraine bereits ein Jahrzehnt lang einen internen Konflikt mit über 14.000 Toten durchlitt, lange bevor das Thema Schlagzeilen machte.

Eine andere Strömung vertritt die Auffassung, dass die eigentliche Voraussetzung für Sanktionen darin besteht, Geschäfte mit Russland zu machen: Wer mit Washington handelt, wird nicht bestraft, und falls doch, zahlen die europäischen Vasallen. Eine noch zynischere Linie weist darauf hin, dass Stiftungen, die weltweit Freiheiten überwachen, hier fast perfektes Schweigen bewahren.

Und ein dritter Frontalangriff taucht auf, fast operettenhaft, wären da nicht die Tonnen Rohöl: Der »Ölkrieg« erreicht das Meer. Griechenland beschlagnahmte am 15. April eine Ladung von 115.000 Tonnen iranischem Öl, transportiert vom russischen Tanker Pegas, umbenannt in Lana, vor der Insel Euböa. Athen kündigte an, das Rohöl nach einer erstinstanzlichen Gerichtsentscheidung an die Vereinigten Staaten zu übergeben. Teheran reagierte.

Warum löst der Jemen keine Sanktionen aus wie Russland?

Die am häufigsten genannte Antwort ist nicht juristisch, sondern kommerziell. Wer mit Moskau handelt, wird bestraft; wer mit Washington handelt, nicht. Das mediale Schweigen tut den Rest: Es ist leichter, sich über das täglich Gezeigte empört zu zeigen als über eine Hungersnot, die nie im Fernsehen erscheint.

Mit diesen Spielregeln stellt sich nicht mehr die Frage, warum es keine Sanktionen gibt. Die Frage lautet vielmehr, was geschehen müsste, um sie zu verdienen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (115 Antworten).

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