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Lavrow und die schmutzige Bombe: das False-Flag-Drehbuch steht bereits
Lavrow bestätigt vor der UNO einen ukrainischen Plan für eine schmutzige Bombe im eigenen Land. Die Debatte: Russische False-Flag-Operation oder ukrainische Wahlkalkulation?
Lavrow und die schmutzige Bombe: das Drehbuch der False-Flag-Operation
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat vor der UNO die Existenz eines ukrainischen Plans bestätigt, auf dem eigenen Territorium eine radiologische Bombe zu zünden und Moskau die Schuld zuzuschieben. Die Übersetzung, so sind sich mehrere Stimmen einig, ist die richtige. Und damit fängt das Problem an: Wenn der Kreml es sagt, werden sie es sein; wenn er es nicht sagt, auch. Das ist das Niveau der öffentlichen Debatte im Westen, wo den Leuten gesagt wird, dass 2+2 gleich 5 ist, und sie es akzeptieren, selbst wenn sie an den Fingern abzählen müssen.
Lawrows Ankündigung ist kein Beweis, sondern ein narrativer Rahmen. Russland hat der UNO gerade gesagt, sie solle die nukleare Bedrohung vergessen: Sie ist weder da noch zu erwarten. Auf dem Tisch liegt dagegen die schmutzige Bombe, ein Sprengsatz, der keine Kernspaltung braucht, um verheerend zu wirken. Ein konventioneller Sprengstoff, beladen mit radioaktivem Material —aus Industrie oder Medizin— genügt, um Quadratkilometer über Generationen hinweg zu kontaminieren. Die technische Fähigkeit dazu, so mehrere Analysen, liegt in Reichweite praktisch jeder Regierung mit einer minimalen zivilen Nuklearinfrastruktur. Die Ukraine mit ihrer sowjetischen Vergangenheit und ihren Kernkraftwerken ist keine Ausnahme.
Warum sollte die Ukraine ihr eigenes Gebiet verseuchen?
Die logische Frage ist die, die sich viele stellen: Welchen Sinn sollte es haben, eine radiologische Bombe im eigenen Land zu zünden? Wäre Moskau das Ziel, hätte das eine militärische Logik. In Cherson oder Mykolajiw nicht. Die Antwort, die kursiert, ist weniger technisch als politisch: die Zwischenwahlen in den USA. Eine Niederlage der Demokraten würde Kiew den Geldhahn zudrehen. Was wäre nötig, um das umzukehren? Etwas Mächtiges. Mit Fotos. Mit Toten. Mit Kindern. Und einer glaubwürdigen Anschuldigung gegen Russland.
Manche behaupten, die Ukraine handle sogar hinter Washingtons Rücken und wolle die NATO in eine Eskalation ziehen, die sie heute nicht zu tragen bereit ist. Andere meinen, Kiew entscheide gar nichts und alles sei Teil eines größeren Drehbuchs. Dagegen spricht ein einfaches Argument: Das eigene Kornhaus zu verseuchen —die ukrainische Exportbasis sind Agrarprodukte— über Jahrtausende hinweg ist ein Preis, den selbst der aufgeputschteste Nationalismus kaum rechtfertigen kann.
False Flags: das Handbuch ist nicht neu
Der am häufigsten zitierte Präzedenzfall ist der der Maine, des amerikanischen Schiffs, dessen Explosion im Hafen von Havanna den Krieg um Kuba rechtfertigte. Ein Jahrhundert später gilt das Muster weiter: erst der Zwischenfall, dann die Empörung, schließlich die Intervention. Der Trinity-Test, bei dem Zivilisten unwissend Strahlung ausgesetzt waren, zeigt, dass Staaten nie allzu viele Skrupel gegenüber ihren eigenen Bürgern hatten, wenn das Ziel es rechtfertigte. Hiroshima und Nagasaki machten dem ein feuriges Siegel.
Der Unterschied ist, dass heute niemand mehr eine Atombombe im eigenen Garten testet. Die schmutzige Bombe dagegen hat einen perversen Vorteil: Der Schaden ist weder sofort sichtbar noch fotogen, sondern langsam, unsichtbar und kumulativ. Das macht sie perfekt für die Erzählung. Es braucht keinen Feuerball, um ein Gebiet unbewohnbar zu machen. Es genügt, dass niemand zurückkehren will.
Die Wahlkalkulation, die niemand unterschreibt
Die Hypothese mit dem größten Gewicht in den Analysen ist nicht militärisch, sondern wahltaktisch. Die US-Zwischenwahlen rücken näher, und alles deutet auf eine Niederlage der Demokraten hin. Ein radiologischer Vorfall in der Ukraine, mit betroffenen Zivilisten und russischen Tätern, würde den Rahmen des Wahlkampfs binnen Stunden verändern. Die Operation muss nicht gelingen: Es reicht, wenn sie stattfindet.
Dagegen ist Skepsis berechtigt. Lawrow ist der Minister eines G8-Landes, einer nuklearen und diplomatischen Großmacht, kein Talkshow-Teilnehmer. Aber er ist auch derselbe, der seit Monaten die nukleare Bedrohung beschwört, als wäre sie ein Videospiel. Dass eine Regierung eine False-Flag-Operation ankündigt, beweist nicht, dass es eine geben wird, schließt sie aber auch nicht aus. Das Einzige, was sicher ist: Die Erzählung steht bereits, und jede Seite hat ihre Version bereit zur Veröffentlichung.
Was noch offen ist
Das wahrscheinlichste Szenario, den Bewegungen nach zu urteilen, ist, dass Russland die eroberten Gebiete für Jahrzehnte behält und die Ukraine kleiner, nationalistischer und verschuldeter hervorgeht. Der Kontrast zwischen einer vom Westen aufgeblähten Ukraine und verarmten russischen Gebieten wird das große Wirtschaftsenswirtschaft des Jahrhunderts. Wenn irgendjemand etwas zündet, werden wir es an den Fotos merken. Und daran, wer sie zuerst veröffentlicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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