EU beschließt Migrantenzentren im Ausland – Spanien stimmt dagegen

Die 27 EU-Staaten beschließen Migrantenzentren in Drittländern, nur Spanien stimmt dagegen und macht Ceuta per Gesetz laut BOE zu einem CETI.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU beschließt Migrantenzentren im Ausland – Spanien stimmt dagegen
Die 27 beschließen Migrantenzentren – Spanien stimmt dagegen

Sechsundzwanzig Partner dafür, einer dagegen. Auffällig an der jüngsten Vereinbarung des Rates ist nicht die Sache selbst —die Einrichtung von Migrantenzentren in Drittländern—, sondern wer am Ende allein dasteht: Spanien. Das Land, das auf allen Karten der Meeresankünfte auftaucht, stimmte Nein zu dem Modell, das Brüssel als seine neue Migrationskontrollpolitik betrachtet. Die übrigen 27 ohne jeden Riss.

Was hat die Europäische Union beschlossen?

Die 27 EU-Staaten haben grünes Licht für die Schaffung von Migrantenzentren in Drittländern gegeben, das heißt, für die Auslagerung von Aufnahme und Verfahren außerhalb der Außengrenzen der Union. Die Maßnahme wird als Antwort auf den Migrationsdruck und als Instrument verkauft, um irreguläre Ankünfte zu stoppen, bevor sie europäischen Boden erreichen. Spanien gab die einzige Gegenstimme ab. In solchen Debatten wird eingewendet, dass dieses Modell das Problem auf die Nachbarländer abwälzt und es aus dem Blickfeld der europäischen Wähler rückt, ohne die Ursachen der Migrationsströme zu lösen.

Ceuta, das CETI und ein Gesetz im BOE

Parallel dazu hat die spanische Regierung im BOE (dem spanischen Staatsanzeiger) ein Gesetz veröffentlicht, das Ceuta in eine große temporäre Aufnahmeeinrichtung für Migranten umwandelt. Die Kritik liest das doppelt: Brüssel habe Mittel für derartige Einrichtungen in anderen Ländern bereitstellen wollen, und Madrid habe beschlossen, diese Mittel selbst einzustreichen und das größte CETI Europas (eine Einrichtung für den vorübergehenden Aufenthalt von Migranten) in der autonomen Stadt anzusiedeln. Das ist eine Deutung, kein bewiesener Fakt. Belegbar sind der veröffentlichte Wortlaut und die administrative Umwandlung Ceutas in ein CETI, ein Format für vorübergehende Aufenthalte, während die Verfahren laufen.

Steckt ein Netzwerk von NGOs hinter dem Migrationsdruck auf Ceuta?

Eine der Nebenlinien der Debatte ist der Vorwurf, der über die Rolle von George Soros kursiert. Einer marokkanischen Partei wird zugeschrieben, den Finanzier als eigentlichen Verantwortlichen für den Druck auf Ceuta benannt zu haben, mit der Behauptung, seine Organisationen könnten Unruhen mobilisieren. Diese Behauptung, verbreitet von Medien wie gaceta.es, ist durch keinerlei Belege gestützt und fügt sich in das übliche Repertoire an Falschmeldungen ein, das jede Grenzdebatte begleitet. Man sollte sie von überprüfbaren Fakten trennen, denn wer beides vermischt, macht aus Analyse Rauschen.

Von der Ablehnung der Migrationspolitik zur Ablehnung der Menschen

Der Ton eines Teils der Diskussion steigt um mehrere Grade. Manche behaupten, die Regierung suche neue Wähler unter der Migrantenbevölkerung; andere beklagen, kriminelle Banden profitierten von der administrativen Verwaltung der Aufnahme; und wieder andere vertreten offen feindselige Positionen gegenüber Migranten als Gruppe. Letzteres beschreibt kein wirtschaftliches oder rechtliches Problem: Es ist eine ideologische Haltung. Sie als Analyse zu verkaufen verschleiert, dass ein Großteil der Debatte nicht um Grenzen geht, sondern um Ablehnung. Die genaue Aufschlüsselung —wie viel europäisches Geld im Spiel ist, wie viele Kräfte und Einrichtungen in den Plan einfließen— ergibt eine Lektüre, die durch ihr Kleingedruckte überrascht.

Bleibt die irritierende Tatsache: Das einzige Land, das in Brüssel Nein sagte, ist genau das, das gerade per Gesetz eine Aufnahmeeinrichtung in Ceuta zementiert hat. Wenn die europäische Strategie darin besteht, die Migrantenzentren vom Boden der Union fernzuhalten, warum meldet sich ausgerechnet der Partner zu Wort, der die längste Grenze teilt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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