Endesas 2 Gratisstunden: Der Haken liegt in den anderen 22

Endesas Tempo-Happy-Tarif schenkt zwei Stunden Strom und verteuert die anderen 22. Die kursierende Rechnung: 0,140 €/kWh gegenüber 0,060 €/kWh bei…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Endesas 2 Gratisstunden: Der Haken liegt in den anderen 22
Endesas 2 Gratisstunden: Der Haken liegt in den anderen 22

Zwei Stunden gratis Strom am Tag. Klingt nach einem Geschenk. Und wie bei jedem Geschenk eines Stromversorgers lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte, bevor man unterschreibt: Der Tempo-Happy-Tarif von Endesa konzentriert den Vorteil auf ein Zeitfenster und erhöht den Preis für den Rest des Tages. Der Haken ist nicht versteckt, er liegt offen zutage: Wer seinen Verbrauch nicht in diese zwei Stunden verlegen kann, zahlt mehr als mit dem Zeittarif, den er bereits hat.

Das Konzept ist einfach zu beschreiben und schwer umzusetzen. Ein Nutzer schildert seinen Alltag: Er kommt um 8 Uhr nach Hause und könnte Duschen, Abendessen, Essen für den nächsten Tag, Waschmaschine und Geschirrspüler zwischen 8:30 und 10:30 unterbringen. Auf dem Papier zwei Stunden Gratisverbrauch. In der Praxis verweist die erste Antwort auf den Leistungsbegrenzer: Herd, Waschmaschine, Geschirrspüler und Boiler gleichzeitig einschalten lässt die Sicherung fliegen. Die Physik im Haushalt verhandelt nicht.

Der Preis der anderen 22 Stunden

Dort liegt das Geschäft. Die Rechnung, die in der Diskussion kursiert, ist eindeutig: Der Happy-Tarif legt die Stunden außerhalb des Zeitfensters auf rund 0,140 Euro/kWh, während ein konventioneller Zeittarif für die 14 Niedrigtarifstunden 0,060 Euro/kWh und für die 8 Hochtarifstunden 0,135 Euro/kWh verlangt. Das heißt: Der Preis der teuren Happy-Stunden übersteigt den der Hochtarifstunden des klassischen Zeittarifs. Das Geschenk wird mit einem Aufpreis bezahlt.

Und es gibt ein Detail, das die Fantasie von Extremsparern zerstört: Der Stromanbieter kennt den Stundenverbrauch von Millionen Kunden. Er weiß, wie sich die Nachfrage verteilt. Der Tarif ist so gestaltet, dass im Schnitt das Unternehmen gewinnt und nur in Extremfällen verliert, etwa bei einer Zweitwohnung, die nur samstags genutzt wird. Für einen täglich bewohnten Haushalt ist der Spielraum eng.

Der Zähler, der nichts fernsteuert

Der Tarif setzt einen fernausgelesenen intelligenten Zähler voraus. Ohne ihn gibt es keine Möglichkeit festzustellen, was in welchem Zeitfenster verbraucht wurde, und das Unternehmen wendet entweder Schätzungen an oder erlaubt den Abschluss gar nicht erst. Ein Teilnehmer schildert sein Gespräch mit einer Endesa-Vertriebsmitarbeiterin, die ihm versicherte, die Fernübertragung funktioniere – obwohl er seit über einem Jahr nur Schätzablesungen erhielt. Der Grund, so seine Erfahrung: Der installierte Zähler war wegen der Entfernung zur Zentrale nicht mit dem Fernauslesenetz verbunden. Das Angebot blieb trotzdem bestehen.

Wenn die Fernübertragung ausfällt, wird der Rabatt der zwei Stunden zum wertlosen Papier. Die Rechnung lautet: Ohne verbundenen Zähler gewährt der Happy-Tarif 15 % Rabatt auf einen Preis, der um 30 % aufgebläht ist. Ein schlechtes Geschäft im Gewand einer Aktion.

Der Kühlschrank kennt keine glücklichen Stunden

Der Kühlschrank verbraucht zwischen 35 % und 45 % des Stroms eines Haushalts und lässt sich nicht abschalten, damit er nur zwei Stunden am Tag läuft. Der Warmwasserboiler, Geräte im Standby und die Heizung im Winter fügen sich ebenfalls nicht in den Zeitplan. Waschmaschine und Geschirrspüler im Gratisfenster zu bündeln ist möglich; den Kühlschrank verlegen, nicht.

Das Ergebnis, so die geteilten Berechnungen: Die Endrechnung kann höher ausfallen als mit dem PVPC-Tarif. Kühlschrank, Boiler und Phantomverbräuche laufen weiter außerhalb der vergünstigten Stunden – und zwar zum Preis des aufgeblähten Tarifs.

Wenn der Begrenzer nach zwei Minuten auslöst

Eine Kundin schildert ihre Erfahrung nach dem Tarifabschluss: Der Techniker sagte ihr, es gebe keine Leistungsbeschränkung, sie könne alles wie gewohnt nutzen, solange die Sicherung hält. An jenem Abend liefen Waschmaschine, Geschirrspüler und Heizung gleichzeitig, wie sie es gewohnt war. Der Strom fiel in weniger als zwei Minuten aus. Sie musste die Heizung ausschalten und zwei Stunden warten, um Wäsche und Geschirr zu waschen. Jetzt bereitet sie eine Beschwerde vor.

Der Vorfall verdeutlicht das Kernproblem: Der Tarif belohnt gebündelten Verbrauch, aber die vertraglich vereinbarte Leistung wächst nicht durch Zauberhand. Hält der Begrenzer die Summe der Geräte nicht aus, werden aus zwei Gratisstunden zwei Stunden Wartezeit.

Das Profil, das tatsächlich profitiert

Es gibt einen Fall, in dem sich die Rechnung ändert: ein kleines Büro mit vierstündiger Arbeitszeit. Laptops mit Zeitschaltuhr, Heizung aus nach Ende des vergünstigten Fensters und der Hauptschalter beim Schließen herunter. So entfallen die Phantomverbräuche, und es bleibt nur der fixe Anteil plus ein paar Euro variable Kosten. Das ist das Szenario, in dem der Stromanbieter diesen Kunden nicht als Mehrheit haben will.

Für einen Haushalt mit Kühlschrank, Boiler und täglichem Routineablauf ist die Ersparnis eine Illusion. Die Frage lautet nicht, ob die zwei Stunden gratis sind, sondern was die anderen zweiundzwanzig kosten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (25 Antworten).

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