E.T., Tränen und Nostalgie: Warum Spielbergs Film weiterhin spaltet

Weinst du bei E.T.? Die Debatte darüber, ob die Emotion von Spielberg, von John Williams oder von der Nostalgie einer Generation kommt, die mit Alien aufgewachsen ist.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

E.T., Tränen und Nostalgie: Warum Spielbergs Film weiterhin spaltet
Bin ich der Einzige, der bei E.T. weint? Die kurze Antwort ist nein, aber der Außerirdische ist nicht der Grund

Bin ich der Einzige, der bei E.T. in Tränen ausbricht? Die Frage, in die Luft eines digitalen Spielplatzes geworfen, hat eine unbequeme Antwort: Nein, du bist nicht der Einzige, aber du weinst wahrscheinlich nicht aus dem Grund, den du denkst. Spielbergs Film aus dem Jahr 1982 spaltet weiterhin diejenigen, die ihn als emotionalen Meilenstein betrachten, von denen, die ihn als kitschiges Produkt sehen, das nur von John Williams' Musik getragen wird. Ein Teilnehmer liefert die entscheidende Erkenntnis: „Nicht E.T. lässt dich weinen, sondern John Williams.“ Das ist der Kern der Sache.

Die Tränen kommen nicht vom Außerirdischen, sondern von der Filmmusik

Die in der Diskussion am häufigsten geäußerte Theorie ist, dass die emotionale Wirkung von E.T. nicht am Drehbuch oder der Regie liegt, sondern an der Partitur. John Williams, der auch für die Soundtracks von Star Wars, Der weiße Hai und Indiana Jones verantwortlich ist, komponiert ein Thema, das wie ein Tränenauslöser funktioniert. Manche behaupten, ohne diese Musik, ohne die vier oder fünf für die damalige Zeit gut umgesetzten Spezialeffekte und ohne Spielbergs Handwerk wäre der Film „allenfalls mittelmäßig“.

Der Skeptizismus ist keine Minderheitenmeinung. Ein Teilnehmer gibt zu, den Film nur einmal gesehen zu haben, zu Weihnachten 1998, aus familiärer Verpflichtung, und keine Traurigkeit empfunden zu haben, weil „ich schon groß genug war“. Beeindruckt haben ihn dagegen die praktischen Effekte: Derselbe Mann, der für die Kreatur in Alien von 1979 und das Monster in Conan der Zerstörer verantwortlich war, hatte das Marsmännchen gebaut. Ein Fakt, der handwerkliche Arbeit gegenüber dem heutigen CGI aufwertet.

Die Nostalgie derer, die mit Alien und Die nackte Kanone aufgewachsen sind

Das Gespräch driftet in Richtung generationeller Nostalgie. Mehrere Beiträge stellen die Kindheit derjenigen, die Alien schon früh sahen, der von denen gegenüber, die Kevin – Allein zu Hause genossen. „Meine Eltern haben mir Sachen wie Alien sehr früh erlaubt“, erzählt ein Teilnehmer, der Die nackte Kanone auswendig kannte, während seine Altersgenossen über Kinderfilme lachten. Die cineastische Geschmackshierarchie setzt sich durch.

Ein anderer Beitrag erinnert daran, dass das Drehbuch zu E.T. von Harrison Fords Ex-Partnerin stammt und die Geschichte angeblich auf einer Erzählung aus den 60er Jahren über einen Jungen basiert, der sich mit einem Außerirdischen anfreundet. Die Urheberschaft ist, wie fast immer, undurchsichtiger, als sie scheint.

Der Fakt, den fast niemand kennt: Spielberg und Tobe Hooper

Die spannendste Anekdote des Austauschs betrifft Spielbergs gescheiterte Pläne. Laut Aussagen in der Diskussion schlug der Regisseur Tobe Hooper, dem Macher von Texas Chain Saw Massacre, vor, eine Art Fortsetzung oder Variante von E.T. zu inszenieren. Hooper lehnte ab, doch beide arbeiteten Jahre später bei Poltergeist zusammen. Die Verbindung zwischen Familienkino und dem Pavor der 70er ist enger, als die offizielle Filmografie zugeben will.

In der Diskussion fällt auch der Hinweis, dass E.T. nicht so kindlich ist, wie es scheint: „er hat ziemlich viele Details, die ein Kind nicht versteht.“ Die erwachsene Lesart des Films, von Elliotts Einsamkeit bis zur wissenschaftlichen Bürokratie rund um den Außerirdischen, trägt einen Teil seiner anhaltenden Wirkung.

Die billige Kopie, an die sich fast niemand erinnert

Unter den Kommentaren taucht ein Verweis auf Mac and Me auf, eine Low-Budget-Produktion, die das Schema von E.T. mit weniger Mitteln und weniger Glück imitierte. Der Vergleich dient dazu, das zu würdigen, was Spielberg mit begrenzten Mitteln erreichte: vier oder fünf Spezialeffekte, für die damalige Zeit hervorragend umgesetzt.

Das Fazit, wenn es eines gibt: E.T. funktioniert weiterhin als emotionaler Test. Die einen weinen bei Titanic und Leonardo DiCaprio; die anderen beim leuchtenden Finger des Außerirdischen. Und manche weinen schlicht bei gar nichts. Die Ironie: Der Film, der eine ganze Generation einen sollte, erzeugt noch immer dieselben Spaltungen wie vor vier Jahrzehnten.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver