Filmmusik: Von John Williams zum Plagiatsverdacht von 1959

John Williams, Morricone und Zimmer dominieren eine Diskussion über Filmmusik. Ein ähnliches Motiv aus 1959/60 bleibt ungeklärt: Plagiat oder Zufall?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Filmmusik: Von John Williams zum Plagiatsverdacht von 1959
Filmmusik: Von John Williams zum Plagiatsverdacht von 1959

Es gibt Filmmusik, die man eher mitsummt als halbe Sinfonien, deren Komponist aber auf keinem Kinoplakat steht. Das Kino nutzt sie, um Emotionen zu verkaufen, versteckt sie im Abspann und recycelt sie jahrzehntelang in Trailern und Werbung. Auf dieser Widersprüchlichkeit wurde ein ganzes Kanon errichtet: Ein Thread mit Empfehlungen, der bei John Williams beginnt und bis zur Diskussion einer Ähnlichkeit zwischen einem Thema von 1960 und einem von 1959 reicht. Die Filmmusik, diese unsichtbare Arbeit, trägt einen großen Teil dessen, woran wir uns an einem Film erinnern. Und fast immer wird sie danach beurteilt, was sie fühlen lässt, nicht was ihre Herstellung kostet.

Ausgangspunkt ist eine Prämisse des Thread-Eröffners: Diese Stücke sind „kleine Kunstwerke“, Juwelen, die Bestand haben und ohne die viele erfolgreiche Filme nicht zu verstehen wären. Daraus ergibt sich die erste Hierarchie. Williams erscheint, laut derselben Nachricht, als einer der großen Komponisten, sogar als der größte, und als einer derjenigen mit den meisten erfolgreichen Soundtracks.

John Williams und Hans Zimmer: Zwei zentrale Namen im Thread

Williams braucht nur wenige Takte, um eine konkrete Szene ins Gedächtnis zurückzuholen. Es reicht, jemanden sehen, der mit erhobenen Fäusten schnell Treppen steigt, damit der Kopf das gesamte Thema abspielt.

Unter den Zeitgenossen erscheint Hans Zimmer als einer der Großen der Gegenwart. In der Auswahl finden sich seine Themen, darunter dasjenige aus The Da Vinci Code.

Morricone, Barry und Bernstein: Die alte Garde, die nie veraltet

Der Gegenpol bilden die Klassiker. Ennio Morricone ist mit „Once Upon a Time in the West“ vertreten, das von einem Teilnehmer als das beste Werk eines der besten bezeichnet wird. Der Verweis dient dazu, einen alternativen Schnitt zu fordern, mit Flashbacks, die wie im Original voranschreiten, denn manche Musikstücke genießt man besser ohne die üblichen Klischees.

Auch John Barry taucht auf, mit „Body Heat“ und einer Einschätzung, die seinen Status zusammenfasst: ein Fixpunkt in jeder Bestenliste. Elmer Bernstein gehört einfach dazu, ohne Rechtfertigung. Und einige heben Basil Poledouris hervor, den Komponisten mehrerer Paul-Verhoeven-Filme, dessen Musik nach Epos und Gerechtigkeit klingt und niemals aus der Mode kommt.

Plagiat zwischen 1959 und 1960? Der ungelöste Fall

Mitten im Enthusiasmus schleicht sich ein unbequemer Verdacht ein. Zwei Themen, kaum durch ein Jahr getrennt — eines von Miklos Rozsa aus dem Jahr 1959 und eines von Ernest Gold aus dem Jahr 1960 — weisen eine auffällige Ähnlichkeit auf. Die Frage bleibt ungeklärt im Raum stehen: Ein Plagiat wird vermutet, aber niemand liefert schlüssige Beweise.

Es lohnt sich, innezuhalten. Wenn zwei etablierte Namen des Fachs so weit übereinstimmen konnten, was trennt dann ein Meisterwerk von einer Kopie? Die Reihenfolge der Premiere? Die Hand, die unterschreibt? Es gibt keine abschließende Antwort, und es sollte gesagt werden: Es ist ein Verdacht, kein bewiesener Fakt.

Die unterschätzten Soundtracks, die rehabilitiert werden

Die Auswahl füllt sich mit Titeln, die selten auf offiziellen Listen auftauchen. Der Schlüssel liegt, so das Argument, nicht nur in der Melodie: Manche Stücke schaffen es, die Spannung des gesamten Films zu vermitteln, ohne musikalische Qualität einzubüßen, und machen sie so zu mehr als nur Begleitung. Sie sind selten, und deshalb fallen sie auf.

Die Liste ist lang und vielfältig. „1917“ mit seiner Hymne innerhalb des Films; „Rush“ als vergessenes Werk; „Calvary“ und sein „Beatitudes“-Stück von Patrick Cassidy; die Neuauflage von „3:10 to Yuma“; Yann Tiersen in „Good Bye, Lenin!“; James Newton Howard in „Signs“ und „Those We Don’t Speak Of“. Gattaca. Barry Lyndon. Death in Venice. Gravity. Sogar eine spanische Serie mischt sich unter die Auswahl. Die Kreuzung von Titeln, Autoren und Filmen bildet einen Katalog, der nirgendwo sonst so versammelt ist.

Was macht einen Soundtrack zum Meisterwerk?

Trotz der gut gefüllten Auswahl bleibt die Uneinigkeit bestehen. Niemand hat definiert, was einen bleibenden Soundtrack von einem unterscheidet, der nach drei Monaten vergessen ist. Vielleicht liegt die Antwort im nächsten Film, den niemand erinnert, dessen Musik aber alle pfeifen, ohne zu wissen, wer sie geschrieben hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (231 Antworten).

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