Diskussion um Wehrpflicht in Spanien: 42 Prozent Zustimmung

Eine YouGov-Umfrage zeigt, dass 42 % der Spanier die Wiedereinführung der Wehrpflicht befürworten, während 52 % dagegen sind. In Navarra liegt die Unterstützung nur bei 17 %.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Diskussion um Wehrpflicht in Spanien: 42 Prozent Zustimmung
Wehrpflicht wieder auf der Agenda: 42 % der Spanier unterstützen sie

Familien memories im Diskurs fassen die jüngere Militärgeschichte Spaniens zusammen: Ein Nutzer berichtet, sein Großvater habe sechs Jahre Dienst geleistet und drei Uniformen angesammelt, ein anderer, sein Vater habe achtzehn Monate gedient, und die letzten Rekruten blieben nur noch neun Monate. Der letzte Jahrgang nicht-professioneller Soldaten schwor 2001 den Eid; seitdem ist die Wehrpflicht ein administratives Relikt. Die nun aufkommende These lautet anders: Das beschriebene Szenario ist das eines Europas, gezwungen, die Verteidigung der Ukraine gegen Russland ohne den NATO-Schirm sicherzustellen, mit einer Frontlinie von 1.000 Kilometern, die sich laut Argumentation nicht durch Freiwillige decken lässt. Daher der Rat, der die Stimmung zusammenfasst: Drohnen beherrschen lernen, als gäbe es kein Morgen.

Welche europäischen Länder haben noch eine Wehrpflicht?

Die Wehrpflicht ist keine kontinentale Ausnahme. Die Hälfte Europas hat sie beibehalten oder in den letzten zehn Jahren wieder eingeführt, mit Dauer zwischen einem symbolischen Monat und fast zwei Jahren. Der Vergleich widerlegt die Idee, Spanien sei bei ihrer Abschaffung ein Sonderfall gewesen.

  • Österreich: sechs Monate Militärdienst oder neun Monate Zivildienst.
  • Finnland: zwischen 165 und 347 Tagen je nach zugewiesener Truppengattung.
  • Griechenland: neun Monate für Männer zwischen 19 und 45 Jahren.
  • Norwegen: 12 bis 19 Monate, auch für Frauen verpflichtend.
  • Schweden: elf Monate seit der Wiedereinführung 2017.
  • Türkei: sechs Monate.

Zu dieser Liste kommen Estland (8 bis 11 Monate), Lettland, das sie gerade wieder eingeführt hat, und Litauen, das sie 2015 wiederherstellte. Die Schweiz hält an 18-21 Wochen fest, verteilt über mehrere Jahre mit Ausbildungsphasen. Dänemark beruft junge Menschen, obwohl die Plätze oft von Freiwilligen besetzt werden. Zypern, Russland und die Ukraine setzen weiterhin auf Zwangsrekrutierung. Serbien kündigte 75 Tage an, Kroatien führt sie ab dem 1. Januar mit zwei Monaten wieder ein. Frankreich verabschiedete 2018 einen einmonatigen Pflichtdienst für Männer und Frauen, der 2024 in Kraft trat.

Die tatsächliche Unterstützung: 42 % dafür, Navarra bei 17 %

Die Zahlen sprechen nicht für die Befürworter. Eine YouGov-Umfrage beziffert die Unterstützung für die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Spanien auf 42 %, gegenüber 52 %, die sie ablehnen. Es gibt deutliche Unterschiede nach Alter, Geschlecht, Ideologie und Region. In Navarra sinkt die Zustimmung auf 17 %.

Die spanische Armee wird nicht durch Materialkäufe verbessert: Sie braucht Personal, das es bedient. Und Fregatten, so wird angemerkt, fahren oft halb leer. Auf dieser Diagnose baut sich das am häufigsten wiederholte Argument auf: Wenn der Dienst freiwillig ist, kommt niemand.

Warum die Wehrpflicht verschwand, ohne offiziell abgeschafft zu werden

Die Erinnerung an das Ende des Pflichtdienstes ist verzerrt. Manche wollten ihn tatsächlich streichen, aber das System brach vorher zusammen. Die Abschaffung wurde von 2003 auf 2001 vorgezogen, nicht aus politischer Großzügigkeit, sondern weil die Spanier einfach nicht mehr erschienen.

Ende der Achtzigerjahre vermehrten sich Vereinigungen von Verweigerern: weder Wehrpflicht noch Ersatzdienst. Der Druck führte zu schrittweisen Verkürzungen: von zwei Jahren auf 18 Monate, dann 15, schließlich 12 und zuletzt 9. Die letzten Jahrgänge 2001 fielen mit der Schaffung neuer Profikategorien innerhalb der Streitkräfte zusammen.

Die drei Fronten der Ablehnung: Gleichstellung, Kosten und Legitimität

Die erste ist die Gleichstellung. Eine Strömung fordert, dass der Dienst, falls er zurückkehrt, wirklich paritätisch zwischen Männern und Frauen sein muss, und weist darauf hin, dass Gleichstellungspolitik oft nur in eine Richtung angewandt wird. Die zweite ist das Geld: Eine Rekrutenarmee kostet viel und stärkt, so das Argument, das patriotische Gefühl – etwas, das nicht alle erstrebenswert finden.

Die dritte ist die Entfremdung. Ein Teil der Ablehnung stellt nicht die militärische Wirksamkeit infrage, sondern die Legitimität, ein System zu verteidigen, von dem man sich ausgeschlossen fühlt. Und ein viertes, eher prosaisches Argument zielt auf den gesellschaftlichen Wandel: Die Kultur der Neunzigerjahre wiederherzustellen würde mindestens zwanzig Jahre dauern.

Die Alternative, die niemand bezahlt

Als Gegenmodell zur Zwangsrekrutierung wird der Ausbau der Berufsarmee diskutiert. Die kursierende Rechnung ist eindeutig: Von den aktuellen 125.000 Soldaten auf 300.000 zu kommen, erfordert Grundgehälter von 2.000 Euro, weit entfernt von den heutigen Bezügen. Mit den aktuellen Löhnen entsteht keine Berufungsneigung.

Das vollständige Detailbild, mit Gehältern, Einstiegsaltern und zivilen Dienstmöglichkeiten pro Land, zeichnet eine Karte, die viel ungleicher ist, als die Schlagzeile suggeriert.

Ein Fakt schließt den Kreis: Unter den genannten Ländern mit Wehrpflicht ist Norwegen das einzige, das sie auch für Frauen vorschreibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (203 Antworten).

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