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Diesel kostet in Spanien 2 Euro, Benzinpreise steigen weiter
An spanischen Tankstellen kostet Diesel inzwischen 2 Euro pro Liter, Benzin liegt bei rund 1,80 Euro – mitten im Iran-Konflikt und bei einem Brent-Preis von über 90 Dollar.
Diesel bei 2 Euro: Der Preis, der jetzt an der Zapfsäule steht
Die Zahl stand seit Wochen an der Preistafel und lässt nun keinen Spielraum mehr für Deutungen: Diesel hat an mehreren spanischen Tankstellen die Marke von 2,00 Euro pro Liter erreicht. Benzin 95 folgt knapp dahinter, mit Durchschnittspreisen von rund 1,80 Euro in weiten Teilen des Landes und Tiefstpreisen von 1,60 Euro an den günstigsten Stationen. Das ist keine Anekdote aus einer abgelegenen Tankstelle. Es ist das Bild eines 20. März, den viele vorhergesehen hatten – mit Brent über 90 Dollar, einem schwachen Euro gegenüber dem Dollar und einem Nahostkonflikt, der längst keine Hypothese mehr ist.
Warum kostet Diesel jetzt 2 Euro?
Drei Faktoren erklären den Sprung. Der erste ist das Rohöl: Brent notiert über 90 Dollar pro Fass, und der Euro-Dollar-Kurs spielt gegen die Importeure, sodass jedes importierte Fass mehr Euro kostet als noch vor einem Jahr. Der zweite ist steuerlich: Rund die Hälfte des Endpreises an der Zapfsäule sind Steuern, darunter 21 % Mehrwertsteuer, die auf einen ohnehin hochgetriebenen Preis aufgeschlagen wird. Der dritte ist die Logistik.
Spanien importiert praktisch das gesamte Rohöl, das es verbraucht. Jede Spannung an der Straße von Hormus – durch die rund 20 % des weltweiten Schiffsverkehrs laufen – treibt Fracht- und Versicherungskosten über Nacht in die Höhe. Das Szenario, das lange als fern galt, hat inzwischen konkrete Namen: die Entsendung einer Fregatte nach Zypern und die Nutzung der Stützpunkte Rota und Morón durch die USA.
Die realen Preise, Tankstelle für Tankstelle
Die Spanne zwischen den Marken ist groß – und erklärt, warum zwei Autofahrer, die am selben Tag tanken, sehr unterschiedlich zahlen. Die Billigketten liegen bei etwa 1,60 Euro für Benzin 95 und 1,70 Euro für Diesel. Die großen Marken – Repsol, BP und die übrigen – verlangen für Diesel zwischen 1,80 und 1,90 Euro, für Benzin rund 1,70 Euro. An Autobahnen und Premium-Stationen erreicht oder übersteigt der Diesel bereits die 2,00-Euro-Marke.
Über den steuerlichen Spielraum herrscht Uneinigkeit. Ein Teil der Analyse hält Steuerentlastungen für sofort wirksam und entlastend für den Geldbeutel – mit Verweis auf den Rabatt von 20 Cent pro Liter aus der früheren Krise. Die andere Seite weist darauf hin, dass jene Senkung bei der Mehrwertsteuer ansetzte und nicht bei der Mineralölsteuer (einer festen Abgabe pro Liter in Spanien): Sie zu senken wäre deutlich wirksamer gewesen, aber auch deutlich teurer für die öffentlichen Haushalte.
Der Kaskadeneffekt: von der Zapfsäule zum Einkaufswagen
Kraftstoff ist kein Endprodukt. Er ist ein Kostenfaktor in Produktion und Vertrieb von fast allem anderen. Die aktuellen Berechnungen gehen von Mehrkosten von über 30 % im Gütertransport aus, die am Ende in Milch, Brot oder Obst landen. Auch die Rechnung des Klempners fährt Diesel.
Der Tourismus, letzter Stützpfeiler der spanischen Wirtschaft, ist das am stärksten gefährdete Glied. Steigt der Flugpreis um rund 40 % und der Aufenthalt um weitere 20 %, vergleichen deutsche und britische Gäste die Preise mit der Türkei oder Tunesien – und das günstigere Ziel gewinnt.
Bei Diesel zu 2 Euro kostet das Volltanken eines 50-Liter-Tanks 100 Euro. Der Vergleich, der bereits kursiert – ein Liter Sprit für ein Dutzend Eier –, ist kein Witz mehr.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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