958.266 Einreisen 2007: mehr als die alten Invasionen

2007 verzeichnete Spanien 958.266 Einreisen, mehr als die 100.000-200.000 Sueben, Vandalen und Alanen von 409 oder die Westgoten des 5.-6. Jahrhunderts

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

958.266 Einreisen 2007: mehr als die alten Invasionen
Die 958.266 Einreisen von 2007 übertreffen Jahrhunderte von Invasionen in Hispanien

Rom brauchte Jahrhunderte, um ein geschätztes Kontingent von 100.000 bis 300.000 Italikern auf der Halbinsel anzusiedeln. Die Westgoten, etwas Ähnliches, verteilt über Generationen. 2007, in einem einzigen Jahr, verzeichnete Spanien 958.266 Einreisen von Menschen aus dem Ausland. Nebeneinander gestellt, brauchen die Zahlen keine Adjektive.

Der Vergleich zwischen der heutigen Zuwanderung und den historischen Invasionen der Halbinsel hat sich im öffentlichen Diskurs etabliert. Man sollte früh sagen, dass der Vergleich mit Vorsicht zu genießen ist: Wir sprechen von registrierten Einreisen, nicht von dauerhaften Ansiedlungen, und die Schätzungen für das Altertum sind alles andere als verlässlich. Trotzdem ist der Größensprung groß genug, um die wirtschaftliche Debatte der letzten Jahre zu ordnen.

Wie viele Zuwanderer-Einreisen seit 1995 jährlich registriert wurden

Die administrative Reihe der jährlichen Einreisen aus dem Ausland beginnt 1995 mit 36.092 Personen. Fünf Jahre später hatte sich die Zahl verzehnfacht: 362.468 Einreisen im Jahr 2000, ein Wachstum von 184,6 % in einem einzigen Jahr. Das Tempo riss nicht ab: 684.561 im Jahr 2004, 840.844 im Jahr 2006 und ein Höchststand von 958.266 im Jahr 2007.

Dann kam die Korrektur. Die Reihe fällt auf 599.074 im Jahr 2008, 392.963 im Jahr 2009 und 304.054 im Jahr 2012. Dieser Einbruch fällt, wie könnte es anders sein, mit dem Platzen der Immobilienblase und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf Werte zusammen, die kein europäischer Vergleich aushält. Der Zusammenhang zwischen Bausektor, Beschäftigung und Zuwanderung ist kein statistischer Zufall: Es ist derselbe Film in drei Bildern.

Manche verorten den eigentlichen Wandel des Migrationsregimes viel später, 2016, als die Visapflicht für einen Teil der lateinamerikanischen Ströme abgeschafft wurde. Andere nennen 2019 — mit rund 700.000 Menschen — als den Punkt, an dem die Sache nicht mehr diskutabel war. Jede Zäsur der Reihe hat ihre eigene Version davon, wann etwas gebrochen ist.

Sueben, Westgoten und Almohaden: Wie viele Menschen Hispanien eroberten

Der Einzug der Sueben, Vandalen und Alanen im Jahr 409 wird auf 100.000 bis 200.000 Menschen geschätzt, mit Berechnungen von bis zu 25.000-30.000 Sueben und 30.000-40.000 Alanen. Es waren keine Heere: Männer, Frauen und Kinder reisten gemeinsam. Im Jahr 429, als ein großer Teil der Vandalen und Alanen nach Afrika übersetzte, spricht eine antike Quelle von 80.000 Menschen, eine Zahl, die moderne Historiker für wahrscheinlich übertrieben halten.

Die Westgoten brachten im 5. und 6. Jahrhundert ein ähnliches Kontingent auf — zwischen 100.000 und 200.000 Menschen —, verteilt aber über einen langen Prozess und herrschend über eine weit größere hispano-römische Bevölkerung. Die muslimische Eroberung von 711 war in anfänglich demografischer Hinsicht weit bescheidener: etwa 7.000 Mann mit Tariq ibn Ziyad, verstärkt auf bis zu 12.000, dazu die Ankunft von Musa ibn Nusayr im Jahr 712. Insgesamt 20.000 bis 30.000 Menschen in den ersten Expeditionen.

Das Detail, das die einfache Erzählung zerstört, ist dieses: Zwölftausend Mann genügten, um einen politischen Wandel einzuleiten, der acht Jahrhunderte dauerte. Die Bevölkerung musste nicht ersetzt werden. Die örtliche Mehrheit blieb, und über die Generationen hinweg sarracinisierte und kulturell arabisierte sich ein erheblicher Teil. Die Eroberung war keine demografische. Sie war eine der Eliten.

Die höchste Arbeitslosigkeit der EU bei einer der größten Wellen Europas

Hier liegt das Paradox, das kein Lehrbuch auflöst. Spanien weist die höchste Arbeitslosenquote der Europäischen Union auf und erlebte zugleich eine der intensivsten Wellen massiver Einwanderung des Kontinents. Eine der im Diskurs geäußerten Meinungen besagt, dass ein großer Teil dieser Arbeitskräfte gering qualifiziert ist und zusätzlichen Druck auf Wohnraum und öffentliche Dienste ausübt.

Der Einwand ist ebenso bekannt. Es gäbe Arbeitskräftemangel, hätte der Markt die Löhne erhöht, was nicht geschehen ist. Gäbe es einen Überschuss, ließe sich nicht erklären, warum ganze Branchen — Gastronomie, Bau, Landwirtschaft, Pflege — weiterhin Arbeitskräfte suchen. Beide Versionen stützen sich auf eigene Daten und werden mit denen des Gegners abgekanzelt.

Zur sogenannten Remigration ist Skepsis die vorherrschende Note: Manche argumentieren, dass die Ausweisung von Millionen ansässiger Menschen logistisch weder machbar noch je dagewesen sei und nennen es ein Märchen, während ein anderer Teilnehmer verteidigt, dass es durchaus durch Zwangsmaßnahmen möglich wäre.

Für wen werden die beworbenen Wohnungen gebaut?

Die 14 Millionen Menschen, die seit Ende der 1990er Jahre gekommen sind, so die im Diskurs verwendete Rechnung, erklären für einen Teil der Analyse, warum bei alternder einheimischer Bevölkerung über Massenwohnungsbau gesprochen wird. Die kursierende Schätzung geht von einer Reduzierung um 30 % bis 40 % der Bevölkerung spanischer Herkunft in den kommenden Jahrzehnten aus. Mit diesen Zahlen bliebe Überfluss an Wohnraum für die, die bleiben.

Die Daten vom Mai 2023 beziffern 17,3 Millionen Zugewanderte und Eingebürgerte, ein Drittel der Gesamtbevölkerung, mit einem Nettozuwachs von 150.000 Ausländern pro Quartar — das Äquivalent einer Stadt wie Salamanca. Ein Drittel der in Spanien Geborenen hat einen Vater, eine Mutter oder beide ausländischer Herkunft.

Die andere Lesart, wonach das Problem nicht der fehlende Wohnraum ist, sondern wie viel Bauland vom Politiker des Tages abhängt, hat ebenfalls ihre eigene Serie von Kommissionen. Der Plan für Massenwohnungsbau ähnelt dem der letzten Blase zu sehr, um keine Augenbrauen zu heben.

Zwölftausend Mann genügten 711, um das Land acht Jahrhunderte lang zu verändern. In einem einzigen Jahr der Blase kamen fast eine Million Menschen. Die verstörende Zahl ist nicht, wie viele jedes Jahr kommen: Es ist, dass noch niemand definiert hat, wie hoch die Zahl sein sollte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (69 Antworten).

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