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Die Entstehung Spaniens: Zufall oder Schicksal?
Der Tod eines Infanten im Alter von zwei Jahren hätte die Iberische Halbinsel neu geordnet. Spanien entstand durch eine Reihe dynastischer Zufälle.
Spanien als politische Einheit war kein mit dem Lineal gezogener Plan, sondern das Ergebnis verfrühter Tode, unerwarteter Erbschaften und Dynastiezweige, die durch reinen Zufall ausstarben. Ein Blick auf die Thronfolge der Katholischen Könige (die gemeinsame Herrschaft von Isabella und Ferdinand im späten 15. Jahrhundert) genügt, um eine Kette von Zufällen zu entdecken: Nach Isabellas Tod heiratete Ferdinand der Katholische erneut und bekam einen Sohn, der kurz nach der Geburt starb. Hätte das Kind überlebt, hätte sich die Krone Aragoniens von der Kastiliens getrennt und die dynastische Union zerbrochen, aus der das moderne Spanien hervorging.
Der Infant Miguel de la Paz, Erbe von Kastilien, Aragonien und Portugal, starb im Alter von zwei Jahren und vereitelte damit die Möglichkeit einer iberischen Union unter einer einzigen Krone. Und Juana la Orate (Johanna die Wahnsinnige), Vierte in der Thronfolge, erbte am Ende nur, weil alle vor ihr starben oder ausschieden. Hätte Juana la Beltraneja Kastilien geerbt, würden wir heute vielleicht von einer Union mit Portugal sprechen. Verfechter eines vorherbestimmten Schicksals führen an, Spanien sei eine „universelle Schicksalseinheit“ gewesen, doch die Fakten legen nahe, dass jeder Schritt zur Vereinigung von einer missglückten Geburt, einem Kindstod oder einem unerwarteten Testament abhing. Die Frage, ob Spanien dem Zufall seine Entstehung verdankt, findet in den Daten mehr als eine bejahende Antwort.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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