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Die 40 enthaupteten Babys: eine unbestätigte Kriegsfabel
Nach dem Angriff auf die Kibbutzim kursierte die Zahl von 40 enthaupteten Babys weltweit, doch es fehlt jeder visuelle Beweis. Dies erinnert an frühere Desinformation.
Vierzig enthauptete Babys. Diese Zahl stand nach dem Angriff auf die Kibbutzim in Süd-Israel auf den Schlagzeilen der ganzen Welt. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass sie nie von einem einzigen verifizierbaren Bild begleitet wurde. Die einzige ursprüngliche Quelle war die Aussage einer Person aus dem politischen Umfeld der israelischen Regierung. Seitdem hat sich die Zahl ständig verändert: von 40 auf 12, von 12 auf „einige“, von „einige“ auf eine Zahl, die niemand mehr genau beziffern kann. Währenddessen gibt es reichlich Bildmaterial von verstorbenen israelischen Soldaten und Zivilisten. Diese Asymmetrie ist die eigentliche Information.
Was man wirklich über die Babys vom 7. Oktober weiß
Der Fall erinnert stark an ein anderes Ereignis, das sich später als falsch herausstellte: die kuwaitische Krankenschwester, die 1990 vor dem US-Kongress behauptete, gesehen zu haben, wie irakische Soldaten Babys aus Brutkästen holten. Sie war keine Krankenschwester, sondern die Tochter des kuwaitischen Botschafters in Washington. Die Fabrik der Kriegsgeschichten folgt erkennbaren Mustern, und dieser Fall erfüllt sie.
Die Verteidiger der offiziellen Version behaupten, es gäbe Zeugenaussagen einer US-Botschafterin, eines israelischen Majors sowie mehrerer Militärs und Journalisten. Zudem heißt es, Bilder würden aus Respekt vor den Opfern nicht veröffentlicht. Das Gegenargument ist simpel: Wenn es auch nur einen dokumentierten Fall gäbe, wäre er auf den Titelseiten aller Zeitungen der Welt zu finden. Das ist er nicht.
Warum es keine Fotos der enthaupteten Babys gibt
Die am häufigsten genannte Erklärung ist, dass die Kinderkrippe vollständig abgebrannt sei und deshalb kaum Bildmaterial existiere. Laut dieser Version seien zwölf der vierzig Babys vor dem Feuer enthauptet worden. Die genaue Zahl lässt sich jedoch in keinem öffentlichen forensischen Bericht nachweisen.
Einige gehen noch weiter und behaupten, dass die meisten israelischen Toten an jenem Tag Polizisten und Soldaten waren und dass viele der in den Kibbutzim verstorbenen Zivilisten möglicherweise durch die unverhältnismäßige Gewalt der israelischen Armee in den darauffolgenden Stunden starben, als Feuerkraft über Präzision gestellt wurde. Dies ist eine unbestätigte Hypothese, die jedoch in kritischen Kreisen stark verbreitet ist.
Das Präzedenzfall der kuwaitischen Krankenschwester und andere Erzählfabriken
Die Parallele zu 1990 ist kein Zufall. Jene Aussage vor dem US-Kongress diente dazu, den ersten Golfkrieg zu rechtfertigen, und stellte sich später als falsch heraus. Das Muster wiederholt sich jedes Mal, wenn ein Konflikt Zustimmung braucht: zuerst die Zeugenaussage, dann die glatte Zahl, dann die Unmöglichkeit der Verifizierung.
Im vorliegenden Fall hat die Zahl 40 zudem symbolische Konnotationen in der jüdischen Tradition, was manche als Hinweis darauf deuten, dass die Zahl eher wegen ihrer narrativen Wirkung als wegen ihrer Genauigkeit gewählt wurde. Dies ist eine Interpretation, kein Beweis.
Was die Verteidiger der offiziellen Version sagen
Die Verteidigung der Zahl stützt sich auf drei Säulen: Zeugenaussagen ausländischer Behörden, die Existenz von unverpixelten Videos, die angeblich in geschlossenen Kreisen geteilt wurden, und das Argument, dass das Nichtveröffentlichen von Bildern ermordeter Minderjähriger eine Frage der Anständigkeit und nicht der Verheimlichung sei.
Dem halten Kritiker entgegen, dass Anständigkeit nicht erklärt, warum Bilder anderer Leichen, einschließlich Zivilisten, verbreitet wurden und warum die konkrete Zahl der Enthaupteten nie in einem unabhängigen forensischen Bericht auftauchte. Die Diskussion dreht sich mittlerweile nicht mehr darum, was passiert ist, sondern darum, wem man den Glauben schenkt.
Die grundlegende Debatte: Was verifizierbar ist und was nicht
Über den konkreten Fall hinaus hat das Ereignis eine unbequeme Diskussion darüber neu entfacht, wie Kriegsstatistiken konstruiert werden. Die Parteien beschuldigen sich gegenseitig der Manipulation der Opferzahlen: die einen, sie aufzublähen, die anderen, sie zu verstecken. Die praktische Folge ist, dass jede Zahl, die ohne unabhängige Verifizierung eintrifft, von Beginn an diskreditiert ist.
Die letzte Ironie ist, dass in einem Konflikt mit übersättigender Medienberichterstattung genau die am häufigsten zitierte Zahl diejenige ist, die niemand zeigen konnte. Vierzig enthauptete Babys, null verifizierbare Bilder. Die Zahl kursiert weiter. Der Beweis fehlt noch immer.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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