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DGT will Pflichtversicherung für E-Scooter noch dieses Jahr
Die DGT plant die Einführung einer Versicherungspflicht für E-Scooter in diesem Jahr. Die Staatsanwaltschaft fordert dies bereits. 2021 wurden 285.000 Geräte verkauft.
Pflichtversicherung für E-Scooter rückt näher – Staatsanwaltschaft drängt
Es gibt städtische Wege, die ohne E-Scooter kaum noch vorstellbar sind. Ein Fahrer eines Mittelklassemodells legt täglich 24 Kilometer zurück – Hin- und Rückweg zur Arbeit, zehn davon auf dem Radweg – in einer Viertelstunde pro Richtung, dank eines Geräts, das im Angebot nur 525 Euro kostete. Das Kleingedruckte wird relevant, wenn dasselbe Fahrzeug einen Fußgänger anfährt und keine Police haftet. Die Pflichtversicherung für E-Scooter steht kurz bevor, nicht nur weil die DGT sie fordert.
Was schreibt das Gesetz E-Scooter-Fahrern bereits vor?
Die letzte Reform des spanischen Straßenverkehrsgesetzes (Ley sobre Tráfico, Circulación de Vehículos a Motor y Seguridad Vial) legte den Fokus auf die sichere Nutzung von E-Scootern. Fahrer müssen einen Helm tragen, dürfen nicht auf Gehwegen oder Schnellstraßen fahren – Autobahnen und Schnellstraßen sind ausgeschlossen – und Minderliche unterliegen bei Alkoholkontrollen einer Grenze von 0,0. Die Norm existiert; das Problem ist, dass sie spät eingeführt wurde.
Im Januar 2022 bestätigte die DGT, dass E-Scooter ab 2024 ein neues technisches Anforderungshandbuch erfüllen müssen und eine Kennzeichnung erhalten werden. Dies ist der erste Schritt einer Kontrolle, die bisher weitgehend auf gutem Willen beruhte. Und guter Wille ist bei 285.000 verkauften Geräten im Jahr 2021 eine knappe Ressource.
Warum die Staatsanwaltschaft eine Pflichtversicherung fordert
Der entscheidende Impuls kommt nicht vom Verkehr, sondern aus den Gerichten. Die Generalstaatsanwaltschaft Spaniens (Fiscalía General del Estado) hat sich dafür ausgesprochen, Versicherungen für E-Scooter-Fahrer zu verlangen. In ihrem letzten Jahresbericht argumentiert sie, dass diese Fahrzeuge nicht nur gegenüber schwereren Fahrzeugen verletzlich seien, sondern auch als „aktive Subjekte bei fahrlässiger Tötung und Körperverletzung“ fungieren können, wenn sie Fußgänger überfahren.
Ohne Versicherung zu fahren, fügt das Gremium hinzu, „stellt eine grobe Verantwortungslosigkeit dar“, die potenzielle Opfer „in offene Hilflosigkeit“ stürzt. Die Staatsanwaltschaft fordert einen „klaren, gut strukturierten und territorial harmonisierten“ Rechtsrahmen. Übersetzt: Heute gibt es nichts, und wer getroffen wird, muss zusehen, wie er weiterkommt.
Diesem Chor schließen sich Organisationen für Verkehrsopfer wie die Asociación DIA und Namen aus der Radsportwelt wie der ehemalige Radprofi Eduardo Chozas an, der es so zusammenfasste: Ein Radfahrer kann jemanden überfahren und verletzen, „und das muss repariert werden“. Die DGT hat die Idee bereits in ihren Strategischen Plan für Verkehrssicherheit 2030 aufgenommen und weist auf ihrer Website darauf hin, dass ein Fahrer ohne Versicherung mit seinem eigenen Vermögen haftet.
Wann und wie wird die Pflichtversicherung für E-Scooter eingeführt?
Nach Angaben vom 12. Juni 2022 wird die DGT die Pflichtversicherung für E-Scooter noch in diesem Jahr einführen und schließt eine Ausweitung der Helmpflicht nicht aus. Die Verkehrsbehörde will „die Schwächsten schützen“ mit ihrem neuen Sicherheitsplan und wird mit den Gemeinden Fragen wie das Mindestalter und weitere Einschränkungen klären. Kurz gesagt: Der Zeitplan existiert, die Police aber noch nicht.
Das Präzedenzfalle, an das niemand erinnert werden möchte: Mopeds
Mopeds wurden vor zwei Jahrzehnten streng reguliert, weil sie getunt wurden: Sie fuhren wie 80er und 125er Motorräder mit Bremsen, die bei diesen Geschwindigkeiten nicht griffen. Die Regulierung beendete ihre Popularität. Die aktuelle Lesart ist, dass E-Scooter denselben Weg nehmen: Helm, Kennzeichen, Führerschein AM, Versicherung und dieselben Sanktionen wie für Mopeds. Wenn all das gefordert wird, hört das Gerät auf, ein Spielzeug zu sein, und wird zur Ausgabe.
Wie schnell fährt ein E-Scooter wirklich und was ist erlaubt?
Das gesetzliche Limit in Spanien liegt bei 25 km/h. Die Leistung des Geräts ist weniger wichtig als die Belastbarkeit der Bremse: Es gibt Modelle, die theoretisch 45 km/h erreichen, aber ab Werk gedrosselt sind, obwohl das Limit über das Display deaktiviert werden kann. Auch die reale Reichweite bleibt hinter den Prospektangaben zurück: Ein 700-Euro-Modell verspricht 45 Kilometer, liefert aber nur 27-28 im Sportmodus und 30-35 bei ruhigem Tempo.
Manche behaupten, dass ein E-Scooter mit 25 km/h unter normalen Bedingungen bereits gefährlich sei und auf der Straße einfach verboten gehören sollte; dagegen spricht das Argument, dass es sich um ein Last-Mile-Fahrzeug handelt, das für kurze Strecken äußerst nützlich ist. Was niemand bestreitet, ist die Physik: Bei 25 Stundenkilometern verursacht ein Zusammenstoß Verletzungen.
Versicherung, Einziehung oder keines von beiden
Nachdem die Diagnose gestellt ist, öffnet sich die Debatte um die Lösung. Eine Strömung befürwortet die Haftpflichtversicherung: Für 40 Euro im Jahr – der kursierende Referenzwert – ist eine Police selbstverständlich. Eine andere Antwort besagt, dass die Verpflichtung genau gegen jene, die sie missachten, nutzlos sei: Der Fahrer ohne Versicherung und ohne Vermögen ignoriert sie genauso, und das Opfer landet vor Gericht mit Anwalt und Prozessbevollmächtigten.
Das härteste Szenario schlägt vor, was wirklich wehtut: sofortige Einziehung des E-Scooters und, beim dritten Verstoß, mehr als nur eine Geldstrafe. Und ein dritter, eher ideologischer Weg leugnet die Prämisse: Jede neue Versicherungspflicht sei eine verkleidete Steuer, die Präzedenzfälle für Fahrräder und andere Mobilitätsformen schaffen würde, was von einem Teil des Publikums begrüßt wird.
Der unbequeme Detailpunkt ist, dass die Unfallzahlen nicht aufhören zu steigen. 2018 wurden mehr als 200 Unfälle mit E-Scootern registriert. 2021 waren allein in Barcelona 246 Unfälle mit E-Scootern oder Radfahrern beteiligt. Mit geplanten 300.000 Verkäufen für 2022 ist die Pflichtversicherung keine Zukunftshypothese: Es ist eine ausstehende Rechnung, die jemand zahlen muss.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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