Das Fregattengefecht von 1804: Gold, Überraschung und keine Kriegserklärung

Vier spanische Fregatten mit 34-40 Kanonen wurden 1804 ohne Kriegserklärung angegriffen. Das Gold aus Amerika, die Überraschung und die mangelnde Ausbildung...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Fregattengefecht von 1804: Gold, Überraschung und keine Kriegserklärung
Warum die Briten 1804 die spanische Flotte ohne Kriegserklärung angriffen

Vier Fregatten der spanischen Real Armada mit 34 bis 40 Kanonen pro Schiff waren kein Konvoi aus Ruderbooten. Und trotzdem ging die Mercedes mit fast 300 Spaniern unter, überwiegend Zivilisten, Frauen und Kinder, Angehörige von Admirälen und Kapitänen. Das ist die Paradoxie: Kriegsschiffe mit vollständiger Militärbesatzung, aber ungeladenen Kanonen und Menschen auf Kreuzfahrtstationen. Wer zuerst schießt, auch wenn er den Krieg erst Monate später erklärt, bekommt die erste Breitseite gratis.

Die Geschichte vom Tyrannen, der dem Brillenträger das Butterbrot wegnimmt, greift zu kurz. Es war kein Schläger, der grundlos einen Streber schikanierte. Es war ein System, das seit 1793 im Dauerkrieg stand, mit Besatzungen, die dreimal pro Woche Zielübungen machten, gegen eines, das einmal pro Vierteljahr schoss, um Pulver zu sparen. Die Royal Navy verschlang mehr als die Hälfte der britischen Staatsausgaben im Krieg. Die spanische Real Armada lebte von Almosen und dem, was nach Hof und Vizekönigreichen übrig blieb.

Der wahre Grund: das Gold und Silber aus Amerika

Godoy spielte ein Doppelspiel: Fassadenneutralität, während er mit Frankreich Subventionen aushandelte. London wusste Bescheid und beschloss, den Schatz abzufangen, bevor er in französische Kassen floss. Ohne vorherige Kriegserklärung, zugegeben. Aber das war kein Königskrieg mit Herolden mehr, sondern Geopolitik der Interessen.

Die Fregatten waren bis zum Bersten mit Geld, Passagieren und Gepäck beladen. Millionen Pesos in den Laderäumen. Ein mit Silber beladenes Schiff manövriert wie ein Betrunkener, und in einem Fregattengefecht ist das ein Todesurteil. Die Überraschung erledigte den Rest: Die britischen Schiffe näherten sich in Gefechtsformation und eröffneten zuerst das Feuer.

Warum antwortete die spanische Flotte nicht?

Weil 4 gegen 4 nicht Gleichheit bedeutet. Es ist die Falle, Schiffe wie Sammelkarten zu zählen. Wenn man dich mit ungeladenen Kanonen erwischt, kassierst du die erste Breitseite gratis. Und danach erledigen der Unterschied in Ausbildung, Doktrin und Logistik den Rest.

Die Briten hatten Pressgangs nach Belieben und ein Beförderungssystem nach Kampfleistung. Hier stieg man nach Nachname und Herkunft auf. Dort gab es dreimal pro Woche Kanonenübungen; hier wurde einmal pro Vierteljahr geschossen. Das Ergebnis war keine Schlacht, sondern eine administrative Exekution mit Pulver.

Kann man das als Piraterie einstufen?

Das ist die Frage, die über der ganzen Angelegenheit schwebt. Ohne Kriegserklärung, mit Familien an Bord und Spanien nominell im Frieden mit London, entspricht der Angriff der klassischen Definition. Aber die offizielle Geschichtsschreibung nennt es eine Schlacht, keine Piraterie. Den Unterschied zwischen einer Straftat und einer Kriegshandlung schreibt meist der Gewinner.

Manche behaupten, England sei Spezialist für den schmutzigsten und verräterischsten Krieg, den man sich vorstellen kann. Und es war nicht das einzige Mal: Während der Napoleonischen Kriege griff es Dänemark an, kaperte seine Flotte und bombardierte Kopenhagen. Im Zweiten Weltkrieg griff es die französische Flotte bei Mers-el-Kébir an, während es mit Frankreich verbündet war. Merkwürdigerweise heißen all diese Episoden Schlachten.

Das Gold, das nie zurückkehren wird

Das Silber wurde als Prisengeld verteilt. Die britischen Offiziere und Besatzungen erhielten ihren Anteil, der Rest floss in die Kassen der Admiralität. Das ist bis auf den letzten Peso dokumentiert. Wohin es danach ging: verstreut, für Schulden, zur Finanzierung des Krieges gegen Napoleon, in private Hände.

Das "Gebt uns das Gold zurück" ist Folklore. Es gibt einen Herrn, der seit Jahren Klagen und Rechtsmittel einreicht, mit null Erfolg. Es gibt kein Gericht, keine Rechtsgrundlage, nichts. Dieses Gold existiert nicht mehr als Ganzes. Es zu suchen ist, wie die Münzen zurückzufordern, die man dir 1804 auf dem Markt gestohlen hat und die jemand für Wein ausgegeben hat.

Wie viele Jahrhunderte müssen vergehen, bis eine Plünderung aufhört, eine Plünderung zu sein, und in den Schulbüchern zu einer Seeschlacht wird?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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