Codere-Verluste führen zu Greenblatts Magischer Formel

Investoren, die in Codere feststecken, suchen Heil bei US-Firmen mit Greenblatts Strategie und verzeichnen 19% Rendite.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von Codere zur magischen Formel von Greenblatt

September 2013. Eine Gruppe von Investoren, die aus den Codere-Aktien stammt, beschließt, den Kurs des Wettanbieters nicht mehr zu beobachten und stattdessen Erlösung jenseits des Atlantiks zu suchen. Das gewählte Vehikel ist weder ein Fonds noch ein Broker mit Büro im Zentrum Madrids: Es ist ein Fundamentalanalyse-Screening, das als Joel Greenblatts „magische Formel“ bekannt ist. Um diese Operation ranken sich schwarzer Humor, Selbstkritik und zahlreiche Zahlen, was das Ereignis zu einer ziemlich ehrlichen Momentaufnahme davon macht, wie sich der Privatanleger verhält, wenn der Boden unter seinen Füßen schwankt.

Was geschah mit den Codere-Aktien?

Ein Teilnehmer erinnert sich daran, gelesen zu haben, dass der Wert im August bei 13 Euro pro Aktie lag – eher eine Gedächtnisnotiz als ein überprüfter Datenpunkt. Von dort an ist die Spur ein Katalog verspäteter Einstiege und angstgetriebener Ausstiege. Eine der geschilderten Transaktionen: 1.500 Euro wurden an einem einzigen Morgen zu 2.100 Euro, gekauft zu 2,17 Euro und verkauft zu 2,70 Euro zwischen neun und zehn Uhr, nur um wenige Tage später zu 2 Euro zurückzukaufen und die Position zu 1,80 Euro aufzulösen, aus Angst vor weiteren Verlusten. Eine andere Stimme im Austausch gibt zu, mit einem Gewinn von 100% verkauft und dann zum schlechtesten Zeitpunkt wieder eingestiegen zu sein.

Die Erwartung, sie wieder bei 4 Euro zu sehen, taucht jede Saison auf, begleitet vom unvermeidlichen Scherz darüber, welches Jahr gemeint ist. Die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung über den Wert lautet in vier Worten: „Nicht mal mit der Kneifzange“. Mit diesem emotionalen Material hat jede Strategie, die frischen Wind verspricht, bereits halb gewonnen.

Greenblatts Formel und das Exil in US-Unternehmen

Die Methode stützt sich auf Fundamentaldaten und einen erklärten Horizont von einem Jahr oder länger, obwohl einige der ausgewählten Namen nervös wurden, bevor es so weit war. Das detaillierte Beispiel ist Kohl's Corporation: Nach einem 8%-Einbruch in einer einzigen Sitzung aufgrund gesenkter Prognosen liegt der erwartete Gewinn je Aktie zwischen 4,08 und 4,23 Dollar. Bei einem Preis von 53,55 Dollar ergibt sich laut Berechnung des Investors selbst ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,75.

Der Wandel hat seine Tücken: Wer sich mit einer spanischen Penny-Aktie („Chicharro“) verbrannt hat, sucht Zuflucht bei US-Unternehmen, einem Gebiet, auf dem derselbe Investor sich als Lehrling bezeichnet. „Vorsicht, ich lerne auch noch“, warnt er. Parallel dazu tritt der klassische Sarkasmus zutage: Die Ankündigung neuer Namen wird von einer Warnung an die anderen Forumsteilnehmer wegen deren angeblichem Pech begleitet.

Valassis, Unisys und Kohl's: Die Bilanz nach zwei Monaten

Zwei Monate nach der ersten Empfehlung sieht die vom Investor veröffentlichte Bilanz wie folgt aus:

  • Valassis Communications: von 27,96 auf 34,04 Dollar, ein +21%
  • Unisys: von 27,33 auf 30,50 Dollar, ein +11,6%
  • Kohl's: von 53,55 auf 50,52 Dollar, ein -5,7%
  • Erklärte durchschnittliche Rendite: +19%

Zuvor gab es einen Ausstieg bei Sturm, Ruger and Company zu 72,4001 Dollar mit +15%, wobei angemerkt wurde, dass ein Teil des Ergebnisses vom Wechselkurs profitierte. Offene Positionen bleiben bestehen, darunter ITC Holdings, National Research oder 3D Systems, die eines Tages schlagartig 8,10% gewannen. Drei Werte in zwei Monaten sind jedoch eine verschwindend geringe Stichprobe. Der Skeptiker fasst es ohne Umschweife zusammen: Was man an einem Tag an der Börse gewinnt, gibt man an den folgenden Tagen wieder ab.

Der wahre Preis des Lernens: Stop-Loss in sechs Tranchen und -80% bei Colonial

Lernen ist nicht gratis. Ein Market-Stop-Loss-Auftrag wurde in sechs Tranchen ausgeführt, mit dem entsprechenden Rauschen der Gebühren. Die spätere Erklärung lautete, dass eine Limit-Order („zum besten Preis“) nur eine einzige Verkaufsgebühr berechnet hätte. Die Lektion, mit schiefem Humor eingeräumt, kam teurer als die Premium-Mitgliedschaft eines bezahlten Forums.

In anderer Hinsicht berichtet ein Teilnehmer von einem -80% auf 20.000 Euro bei Colonial (spanischer Immobilienkonzern), mit einem Verkauf im Jahr 2008, der heute 18 Euro pro Titel entspräche, ohne Berücksichtigung späterer Kapitalerhöhungen. Daraus ergibt sich der klügste Rat der Episode: Misstrauen Sie dem, was Sie im Internet lesen, denn jedem Käufer steht jemand gegenüber, der überzeugt gegenläufig handelt. Es gibt auch einen deklarierten Verlust von -27%, der seinem Besitzer zufolge das Recht gibt, dabei zu bleiben.

Eurovegas, Credit Suisse und die nie endende Hoffnung

Unter den Gründen, die ein Forennutzer für das Aufrechterhalten der Codere-Hoffnung anführt, finden sich zwei Joker: die institutionellen Besuche von Sheldon Adelson und eine mögliche Bewegung von Credit Suisse, argumentiert als „guter Anhaltspunkt“ mehr als als Fakt. Für den Optimismus bezüglich des spanischen Wertes wird die Latte bei 3 Euro festgelegt: Bis dahin kein gutes Wort.

Die Analyse stockt genau dort. Manche stellen fest, dass niemand mehr glaubt, sie bis Weihnachten bei 2,5 Euro zu sehen, während die US-Wetten weiterhin Gas geben und die Debatte zwischen der magischen Formel und dem Cent-Betrag hin- und herpendelt. Niemand bestätigt, ob der nächste Treffer in einer US-Bilanz oder bei einem Wert liegt, den die Mehrheit vor drei Monaten für tot hielt. Mit dieser Ungewissheit endet das Gespräch, und mit dieser Ungewissheit fahren wir fort.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (171 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver