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Citisoluciones: Vom versprochenen 12 % zum 120-Euro-Kurs
Man zahlt, um zu arbeiten. Wörtlich genommen. Bevor ein einziges Produkt des Netzwerks verkauft wird, muss man 120 Euro für den Einführungslehrgang hinlegen, und jedes weitere Treffen kostet zwischen 30 und 40 Euro, die der Teilnehmer aus eigener Tasche zahlt. Citisoluciones ist seit dem Jahr 2000 in Spanien tätig, vertreibt Finanzprodukte von Citigroup und lockt mit einer Rendite von 12 % für alle, die sich anschließen. Mit diesen Zutaten entstand schnell der Verdacht, es handele sich um eine neue Generation von Forum Filatélico. Die Frage ist nicht, ob es legal ist. Die Frage ist, wer die Party bezahlt.
Was Citisoluciones verkauft und was es verspricht
Investmentfonds, Pensionspläne, Unit-Link-Versicherungen und ähnliches. Nichts, was nicht auch jede lokale Bankfiliale anbieten würde. Entscheidend ist die Vertriebsmethode: als Multi-Level-Marketing (MLM), wobei der Verkäufer einen Prozentsatz der monatlichen Gebühren jedes geworbenen Kunden erhält. Und der erste empfohlene Kunde ist immer derselbe: Papa, Mama, der Bruder, der Bürokollege. Manche behaupten, gehört zu haben, dass man mit 200 Euro im Monat zur Pensionierung 300.000 Euro auf dem Konto hat. Die Website nutzt sogar die Regel von 72 – diese Abkürzung zur Berechnung, bei welchem Zinssatz sich ein Kapital verdoppelt –, um das Versprechen zu untermauern.
Ist es eine Pyramide wie Forum Filatélico oder Afinsa?
Hier entzündet sich die Diskussion. Ein Teil sieht es klar: Es sei ein pyramidales System der Pseudo-Finanzierung auf lange Sicht, nach dem Muster, das Forum und Afinsa nach nur 25 Jahren Betrieb ruinierte. Ein anderer Teil relativiert: Es sei keine Pyramide, sondern ein billiges Vertriebsnetz, das ganz normale Bankprodukte von Citigroup vermarkte. Wer sie verkaufe, wisse ebenso viel oder wenig wie ein Mitarbeiter in jeder anderen Filiale. Der Betrug – falls es ihn gibt – beträfe nicht den Kunden, der sein Geld zurückholen kann, sondern den Verkäufer, der sich für den nächsten Finanzhai hält und am Ende seinen Bekanntenkreis bittet, seine Treffen zu finanzieren.
Das eigentliche Geschäft liegt in der Gewinnung von Verkäufern
Die Anekdoten häufen sich. Einem Gastronomie-Angestellten wurden in einem Gespräch ein Vorstellungsgespräch und ein Ferrari als Firmenwagen versprochen – warum eigentlich nicht? Ein anderer erinnert sich an den „Leader-Ring“, den die Firma für Produktionsleistungen vergibt und der in einem Büro in Reus ausgestellt war. Die Anreize sind kein Gehalt: Es sind Kurse, Reisen, Treffen und Symbole, die man bezahlen muss, bevor man einen einzigen Euro verdient. Und das Kleingedruckte drückt: Die Strafe für den Rückzug des Geldes im ersten Jahr liegt laut einer verbreiteten Berechnung bei rund 13 %]. Tausend investierte Euro werden zu 870, wenn man aussteigt.
Warum es nicht platzt: Das Bankfundament
Das Argument, das die Anschuldigung entkräftet, ist das Logo. Dahinter steht Citigroup, eine der größten Banken der Welt, und dies, so wird behauptet, rechtlich absichert die gesamte Operation. Der Vergleich mit Prieuropa – derselbe Hund mit neuem Halsband – wird oft mit Sarkasmus wiederholt. Die staatliche Einlagensicherung, die etwa 20.000 Euro pro Inhaber abdeckt, lässt alle Beträge außerhalb dieses Rahmens unberührt. Und wenn das Holdingunternehmen eines Tages niest, muss der Verkäufer seiner eigenen Familie gegenüber Rechenschaft ablegen. Wie die Verkäufer von Forum, die heute über die Straße gehen und den Blick senken.
Von Forum bis Madoff: Das Niveau steigt nicht
Nach Forum, Afinsa, Madoff, Lehman, Arte y Naturaleza und einigen anderen Balkan-Abenteuern stehen die Leute immer noch Schlange. Die Diagnose schmerzt: Das Problem ist nicht Unwissenheit, sondern Gier. Niemand gibt harte Münzen für vier Peseten. Das sagte Minister Solchaga damals, mitten im Nachwehen der großen Spekulationsblasen: Spanien ist das Land der Welt, in dem man am schnellsten reich werden kann. Heute klingt das wie eine Warnung, nicht wie ein Lockruf.
Das Netzwerk verkauft weiterhin legale Produkte einer legalen Bank an Menschen, die dafür bezahlen, versuchen zu dürfen, sie zu verkaufen. Wie viele Jahre müssen vergehen – 25, wie bei Forum, oder 30 –, um zu wissen, ob dies eine Chance oder eine Falle war?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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