China stellt Dollar infrage mit digitalem Yuan und Schuldenabbau

China bereitet eine Kryptowährung vor und reduziert US-Anleihen, während die Märkte ruhig bleiben: Warum Peking kein Interesse an einem Dollar-Crash hat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

China stellt Dollar infrage mit digitalem Yuan und Schuldenabbau
Chinas Herausforderung für den Dollar: Digitaler Yuan und weniger US-Anleihen

Kann China den Dollar ablösen, ohne die globale Stabilität zu gefährden? Das ist die Frage, die durch Berichte aufgeworfen wird, dass Peking den Dollar aus Börsentransaktionen verbannen und seine eigene Kryptowährung für internationale Zahlungen einführen will. Das Thema tauchte während der ELbichito-19-Pandemie auf, als der Westen weitgehend abgeriegelt war, Fabriken stillstanden und Volkswirtschaften hoch verschuldet waren. Ein auffälliges Detail: Die Märkte reagierten nicht. Weder S&P, noch Dow oder Bitcoin zeigten Anzeichen dafür, dass die weltweite Geldordnung bröckelt. Entweder glauben sie es nicht, oder die Ankündigung ist nicht das, was sie scheint.

Was sagt China offiziell zum Verzicht auf den Dollar?

Nichts. Es gibt keine offizielle Bestätigung. Die im Umlauf befindliche Überprüfung deutet darauf hin, dass Peking erwägt, seinen Wechselkurs gegenüber dem Dollar anzupassen, um eine Finanzkrise nach Corona zu vermeiden, bestätigt aber, dass keine chinesische Behörde eine Befreiung des Dollars vom Aktienmarkt veröffentlicht hat. Laut dieser Prüfung, die die Hauptnachricht als falsch einstuft, hat die Zentralbank des Landes diesen vermeintlichen Abschied vom Greenback nicht schriftlich festgehalten. Hier beginnt das Problem: Es wird über eine Entscheidung diskutiert, die zum Zeitpunkt dieses Gesprächs nicht offiziell dokumentiert ist.

China hatte bereits US-Anleihen verkauft

Was zuvor geschah, war eine Portfolioverringerung. Peking hatte sich lange Zeit von US-Schulden getrennt, bis Japan nun auf der Liste der Gläubiger vorne liegt. Eine Kürzung von 6 % während des Handelskrieges wird als Beweis angeführt, dass die Maßnahme nicht improvisiert ist. Allerdings ist es eine schrittweise Anpassung, keine Demolierung. Den Verkauf amerikanischer Staatsanleihen kann man nicht als Kriegserklärung werten: Es ist Portfoliomanagement und manchmal einfach Angst vor Wertverlust.

Warum kaufte China 20 Jahre lang US-Schulden?

Die solide Erklärung hat zwei Säulen. Damit Chinas Exporte günstig bleiben, braucht das Land einen schwachen Yuan. Dafür gibt es zwei Wege: Viel Yuan drucken – mit dem Risiko der Kapitalflucht – oder US-Schulden kaufen, indem Yuan verkauft werden, damit sie gegenüber dem Dollar an Wert verlieren. Peking wählte zwanzig Jahre lang den zweiten Weg. Und nicht, um Washington einen Gefallen zu tun.

Daher stammt das Gegenargument, das die Erzählung der Herausforderung entkräftet. China ist einer der größten Dollar-Besitzer der Welt. Ein Absturz seines Wertes würde das gesamte Geld, das in zwanzig Jahren angesammelt wurde, entwerten und käme einer kostenlosen Arbeit für die USA und Europa gleich. Derselbe Umstand, den Falken als Aggression lesen, zeigt das Gegenteil: Peking hat als Erstes kein Interesse daran, dass der Dollar abstürzt. Wenn die USA zudem ein paar Jahre hohe Inflation erleben, werden diese Schuldverschreibungen deutlich weniger wert sein.

Der Petroyuan, bisher nur ein kleiner Schritt

Die Zahlen zur Untermauerung der Bedrohung sind bescheiden. Der Referenz-Rohölkontrakt, Brent, ist immer noch größer als der aus Shanghai, und der amerikanische WTI vervielfacht den chinesischen Kontrakt um mehr als das Dreifache. Übersetzt: Obwohl Peking seine Währung im Energiehandel fördert, orientieren sich die Kurse weiterhin größtenteils außerhalb seiner Einflusszone. Ein Kommentar fasst es gut zusammen: Die Chinesen versuchen es mit dem gesamten Staatsapparat dahinter, aber die Zahlen passen noch nicht zur Schlagzeile.

Das Geschäft mit dem Gelddrucken und die Blase von allem

Der andere Aspekt ist nicht China, sondern das zurückgelassene Währungssystem. Indiscriminiert Dollar zu drucken funktioniert nur, wenn deine Währung die weltweite Referenz ist; irgendwann, argumentiert eine andere Analyse-Linie, taugen diese Scheine nicht einmal mehr zum Putzen. Das Bild ist breiter: Eine Erste-Welt mit aufgeblähter Währung und eine Dritte-Welt mit Preisen unter ihrem realen Wert. Wiederkehrendes Beispiel: Eine Tesla-Aktie kann bei 700 oder 1.000 Dollar notieren, obwohl sie nach Meinung vieler nicht einmal 200 Euro wert sein sollte.

Vom Goldstandard zur Haferflocken-Theorie

Wenn die Diskussion beim Yuan ermüdet, driftet sie ab. Tauchen Vorschläge auf, zu einer goldgedeckten Währung zurückzukehren, dass China eine eigene Agentur zur Beeinflussung der Metallpreise gründet und dass der Westen durch eine Rückkehr zum Goldstandard zuvorkommt. Auch jene treten auf, die erwarten, dass die USA ihre Schulden nicht mehr bezahlen, um einen Reset durchzuführen, solche, die Haferflocken und Wasserkanister hamstern, falls im Oktober Krieg ausbricht, und solche, die behaupten, ELbichito-19 sei ein kalkulierter Schlag gewesen, um die westliche Wirtschaft zu sprengen. Für Letzteres gibt es keinerlei Beweise: Es ist die Verschwörungsschicht, die sich an jede Geldkrise heftet.

Am anderen Extrem wird die Erzählung hart und politisch. Manche fordern, China zu stoppen, bevor es sein Modell ausbreitet, andere erinnern an die Hungersnot des Großen Sprungs nach vorn und ihre Todeszahlen – zwischen 15 und 50 Millionen Tote, wobei die Spannen gerade wegen der offiziellen Intransparenz schwanken –, und manche antworten, dass auch das westliche Regime kaum Lektionen erteilen kann. Der Kauf strategischer spanischer Häfen, von Bilbao bis Algeciras, oder Geldwäsche durch Handel sind weitere Argumente, die ohne Ausarbeitung in den Raum geworfen werden. Es vermischt sich mit innenpolitischen Gräben: Ob der Euro seinen Wert den 500-Euro-Scheinen verdankt, die in den Händen von Drogenhändlern reisen, ob es ratsam ist, Industrie zu verlagern und Zölle zu erheben, trotz jahrelanger Erfahrung damit.

Nichts davon wird gelöst, aber alles deutet auf dieselbe Grundfrage, die niemand mit Zahlen beantwortet: Wie viel der Macht des Dollars ist Ökonomie und wie viel Gewohnheit?

Am Ende lautet die häufigste Wette nicht, dass der Dollar fällt, sondern dass er standhält, während Peking weiter kauft, was es angeblich verachtet. Was eine sehr elegante Art ist, mit jemandem zu tanzen, den man zu hassen vorgibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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