Müdigkeit, die in der Blutuntersuchung nicht auftaucht
Die Szene wiederholt sich: Jemand wacht erschöpft auf, schleppt die Müdigkeit monatelang mit sich herum und verlässt die Praxis mit dem üblichen Satz, dass alles in Ordnung sei. Das Gespräch, das diesen Text stützt, zieht sich bereits über mehr als vier Jahre hin und hat zahlreiche Hypothesen angehäuft, ohne eine davon abzuschließen. Keine einzige.
Das Muster ist in fast allen Fällen identisch. „Die Ärzte sagen mir, ich sei gesund, obwohl ich nicht normal arbeiten kann“, fasst jemand zusammen, der schon lange unter Erschöpfung leidet. Ein anderer schleppt eine Schilddrüsendiagnose mit sich herum, die mit 75 Milligramm Eutirox behandelt wird, verschrieben vom öffentlichen Gesundheitssystem, und behauptet, dass die Müdigkeit unverändert bleibt. Und dann erscheint ein Wert, der alles auf den Kopf stellt: ein TSH-Wert von 1500, eine Zahl, die auf eine primäre Hypothyreose hindeuten würde und die ein Arzt, so wird argumentiert, viel früher hätte erkennen müssen.
Parallel dazu zeigt sich die andere Seite des Problems. Es gibt Menschen, die die Diagnose chronische Angststörung erhalten, ohne jemals psychiatrische Hilfe gesucht zu haben, und solche, die vermuten, dass das Etikett „psychosomatisch“ als Sammelbecken dient, wenn die Blutwerte nichts ergeben. Das ist der Punkt, an dem die Diskussion hitzig wird.
Welche Tests sollte man bei anhaltender Müdigkeit verlangen?
Der erste Block der Verdächtigen ist konkret und kostengünstig auszuschließen. An der Spitze der Liste steht Vitamin D, das idealerweise über 40 gehalten werden sollte und mit einer Analyse für etwa 15 Euro in der Apotheke gemessen werden kann. Es folgen die Schilddrüsenhormone: TSH, T4 und T3. Danach kommt Vitamin B12, dessen Mangel durch eine Injektion behoben wird und, laut mehreren Berichten, das gesamte Krankheitsbild komplett verändert.
Es gibt eine wiederkehrende Nuance: Der Blutzucker allein reicht nicht aus. Was ein Problem mit Zucker oder Insulin verrät, ist das glykierte Hämoglobin (HbA1c) oder das Nüchtern-Insulin, und das wird oft übersehen, selbst wenn die Person schlank ist. Die vollständige Berechnung dessen, was man in welcher Reihenfolge prüfen muss, inklusive der genannten Bereiche, ergibt eine Liste, die man im Ganzen überprüfen sollte.
Von dort aus wird die Suche komplizierter. Muskuläre Verspannungen im Rücken und Nacken verhindern einen guten Schlaf und lassen einen am nächsten Tag völlig erschöpft zurück. Schlafapnoe ist eine weitere häufige Quelle, und ein Armband zur nächtlichen Messung reicht aus, um zu ahnen, dass etwas nicht stimmt. Bruxismus tritt in dieselbe Gleichung ein.
Schilddrüse: Die Pille, die keine Energie zurückgibt
Der am besten ausgearbeitete Fall ist der einer Person mit Schilddrüsenproblemen, die mit Eutirox 75 behandelt wird, aber keine Energie zurückgewonnen hat. Ihr Plan sieht vor, ein Zentrum für integrative Medizin zu bezahlen, um herauszufinden, ob eine Darmdysbiose oder ein entzündungsförderndes Lebensmittel dahintersteckt. Sie sagt, sie könne es sich nicht leisten, Kohlenhydrate wegzulassen, da ihr Job körperlich anstrengend sei.
In diesem Zusammenhang taucht ein häusliches Detail auf, das das Chaos verdeutlicht: eine ungeöffnete, abgelaufene Schachtel mit 25 Milligramm Eutirox im Medizinschrank. Die Dosierungsschwelle zwischen 25 und 75 misst ungewollt die Distanz zwischen dem, was verschrieben wird, und dem, was tatsächlich gelöst wird.
Die klinische Lesart ist strenger. Bei einem derart explodierten TSH-Wert hätten bereits T3 und T4 verlangt und eine primäre Hypothyreose untersucht werden müssen, da dieses Bild die Müdigkeit, die Verstopfung, die Gewichtszunahme und das hohe Cholesterin erklären würde. Dass dies nicht geschehen ist, lädt dazu ein, den Wert selbst zu überprüfen.
Ist die Ernährung schuld an der Müdigkeit?
Die metabolische Hypothese gewinnt an Gewicht, je weiter das Gespräch fortschreitet. Mehlprodukte und verarbeitete Lebensmittel lassen das Insulin in die Höhe schnellen, und wer sich nicht daran hält, zahlt den Preis. Der am häufigsten vorgeschlagene Ansatz ist die Eliminationsdiät: sich eine Zeit lang nur von Fleisch, Fisch und Eiern zu ernähren, verstanden als Behandlung und nicht als Lebensstil.
Der Einwand ist praktischer Natur. Die ketogene Diät ist nicht auf Dauer haltbar, erst recht nicht bei körperlicher Arbeit. Daraus ergibt sich ein Zwischenrezept: Kohlenhydrate auf den Morgen konzentrieren und sie nach dem Verlassen des Hauses weglassen. Keine Kohlenhydrate am Abend. Jemand, der Fasten mit nur einer Mahlzeit am Tag ausprobiert hat, berichtet, dass er langsam an Gewicht verliert und den Darm reguliert, obwohl die Methode nicht für jeden geeignet ist.
Das zugrunde liegende Argument ist unbequem: Kohlenhydrate machen süchtig. Sie auf ein Minimum zu reduzieren, kann dazu führen, dass ein Tag mit wenig Kohlenhydraten einen Entzug für zwei oder drei Tage auslöst. Und wenn das Geld knapp ist, wird schlechter gegessen. Diesen Teil der Analyse unterschreibt kein Ernährungsberater, aber er passt zu dem, was beschrieben wird.
Histaminose, Apnoe und PTBS: Die anderen Verdächtigen
Es gibt eine Spur, die fast niemand erwähnt und die jemand, der sie erlebt hat, so zusammenfasst: zweieinhalb Jahre von Neurologe zu Neurologe, ohne Ergebnis. Ein DAO-Mangel verursacht Histaminose, und eines der Symptome ist die Müdigkeit, die sich selbst durch Schlaf nicht erholt. Ihm werden etwa 150 Symptome zugeschrieben, und sogar Fibromyalgie wird mit ihm in Verbindung gebracht. Es ist der am wenigsten erforschte Weg des gesamten Ensembles.
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) erscheint als Erklärung für Krankheitsbilder, die spät ausbrechen, wobei die schlimmsten Symptome erst anderthalb Jahre nach dem Ereignis auftreten. Niedriger Testosteronspiegel wird als das Basischste und Vergessenste gefordert, einschließlich einer Ersatztherapie. Auch der Umweltverdacht schleicht sich ein: Menschen, die sich in ihrem Zuhause völlig erschöpft fühlen, aber im Dorf wie ein Stein auf dem Kissen schlafen. Die Umgebung auszuschließen, wenn möglich, klärt mehr als drei Blutuntersuchungen.
Das Ende bleibt aus. Mit ungenutzten, billigen Tests, standardmäßig verteilten Angstdiagnosen und einer Ernährung, die voller Mehl ist, während die Löhne sinken, bleibt die Müdigkeit ohne klaren Besitzer. Wenn jemand die Antwort hat, soll er sie bringen. Hier hat sie bisher noch niemand gefunden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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