Moderne Fernseher: Viel Marketing, aber kaum grundlegende Funktionen

Moderne TVs kosten 2500€, bieten aber kaum Komfort. Zapping ist langsam und der Datenschutz fehlt. Sind sie noch sinnvoll?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Betrug moderner Fernseher: 8K-Marketing statt echtem Komfort

Moderne Fernseher sind kein Schrott, aber sie sind ein Marketing-Trick mit Bildschirm. Wer versucht hat, zwei Kanäle gleichzeitig zu sehen oder einfach nur flüssig zu zappen, weiß, dass die Branche das Wesentliche durch leere Versprechen ersetzt hat. Nicht alles ist schlecht: Die Bildschirme sind heute besser als vor einem Jahrzehnt. Aber die Software und die Geschäftsmodelle haben das Gerät zu einem Werkzeug für Werbetreibende gemacht, nicht für den Zuschauer.

Picture-in-Picture, das nur auf dem Prospekt existiert

Die altbekannte Beschwerde: Man möchte zwei Programme gleichzeitig sehen, aber der Fernseher kann es nicht. Philips-Geräte vor 30 Jahren erlaubten bereits zwei Signale gleichzeitig. Heutige Smart TVs mit Prozessoren, die 8K bewältigen können, tun das nicht. Wenn die Funktion existiert, erfordert sie oft ein externes Signal: Wer das TDT (das spanische digitale terrestrische Fernsehen) in klein sehen will, während er auf einem anderen Kanal zappt, benötigt einen zweiten Tuner oder Decoder. Das heißt, Hardware, die der Hersteller integrieren könnte, es aber nicht tut. Ist es der Druck der Sender, damit man keine Werbung überspringt? Das wäre eine plausible Erklärung.

Der Fernseher, der Sie ausspioniert

Smart TVs haben das Wohnzimmer in einen Datenerfassungspunkt verwandelt. Aus Gründen des bewussten Konsums wird empfohlen, den günstigsten Bildschirm zu kaufen und ihn niemals mit dem Internet zu verbinden. Es wird argumentiert, dass der intelligente Fernseher zu einem Kontrollinstrument wird. Wer das tut, nutzt ihn am besten als „dummen“ Fernseher. Manche finden sogar alte Sony LCDs von 2008 im Müll und bevorzugen diese gegenüber modernen Modellen. Ein relevanter Fakt: Bei der Weltmeisterschaft sah ein 10 Jahre altes FullHD-Gerät beim TDT oft besser aus als viele neue 500-Zoll-Modelle, die den Ball verschwimmen lassen.

Die technische Ursache für langsames Zapping

Der langsame Kanalwechsel ist kein Zufall, sondern liegt an der Kompressionstechnologie. Beim aktuellen TDT erscheinen Keyframes nur alle 2 bis 3 Sekunden. Bis das nächste vollständige Bild erscheint, zeigt der Tuner nichts an. Deshalb war der analoge Kanalwechsel sofort da, der digitale nicht. Man könnte dies durch Buffers und bessere Tuner abmildern, aber die Kosten würden steigen. Im Vergleich zum Röhrenfernseher hat sich das Erlebnis verschlechtert. Und der Nutzer merkt es.

Alternativen für skeptische Verbraucher

Einige wählen den direkten Weg: einen Bildschirm als Monitor, einen Mini-PC und Apps wie NewPipe oder FreeTube, um YouTube ohne Werbung oder Empfehlungen zu schauen. Es wird auch darüber diskutiert, ob es effizienter wäre, das TDT-Spektrum für 5G zu nutzen und Android-Boxen an diejenigen zu verteilen, die kein Kabel haben. Momentan ist es am vernünftigsten, sich nicht von 4K und HDR blenden zu lassen: Die Auflösung ist das letzte Problem, wenn die Grundlagen versagen.

Die Industrie wird weiterhin großartige Panels mit mittelmäßiger Software verkaufen. Die Frage ist, ob die Verbraucher die Nase voll haben, bevor sie für die Marke bezahlen. Vielleicht geht die Zukunft wieder zu „dummen“ Fernsehern zurück, oder das Streaming über Glasfaser setzt sich mit seiner Geschwindigkeit durch. Aber diese Generation hat eines bewiesen: Die Menschen lassen sich nicht gerne für dumm verkaufen – auch wenn sie weiterhin kaufen.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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