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Ceuta und Melilla: Der Territorialstreit, der die Souveränitätsdebatte neu entfacht
Felipe VIs Besuch in Ceuta entfacht den Streit um die Souveränität von Ceuta und Melilla neu, mit gegenseitigen Vorwürfen des Verlassens und institutionellen Gesten, die…
Ceuta und Melilla: Souveränität, Applaus und ein Dauerstreit
Was genau wird in Ceuta gefeiert, wenn ein Teil der Stadt jemanden bejubelt, der sie nach Ansicht des anderen Teils im Stich gelassen hat? Felipe VIs Besuch in der autonomen Stadt hat einen Kampf der Erzählungen neu entfacht, der Patriotismus, Erinnerung und politische Kalkulation vermischt. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht eine unbequeme Frage: Ist die Zugehörigkeit von Ceuta und Melilla zu Spanien eine unbestreitbare Tatsache oder ein umkämpftes Terrain, das jeder Akteur nach Belieben deutet?
Die Geste der Krone und die Antwort auf der Straße
Felipe VIs Besuch in Ceuta, der erste eines amtierenden Monarchen in der Stadt, wurde von den einen als institutionelle Rückendeckung für die spanische Identität des Gebiets gelesen, von den anderen als Imageoperation, die an der Sache nichts ändert. Auf der Straße fiel die Reaktion gemischt aus: Manche sprechen von einer Lektion in spanischer Identität, andere prangern ein beschämendes Schauspiel an – den Jubel für jene, die die Stadt, so ihr Vorwurf, ihrem Schicksal überlassen haben.
Das am häufigsten geäußerte Argument der Kritiker lautet, dass die Regierung von Pedro Sánchez Ceuta zu diplomatischem Verhandlungsmaterial gegenüber Marokko gemacht hat. Der konkrete Vorwurf: Die Regierung habe die Verständigung mit Rabat über den aktiven Schutz der Souveränität gestellt. Das Material enthält keine Zahl, die diesen angeblichen Verzicht beziffert, doch es herrscht ein verbreitetes Gefühl, die Stadt sei schutzlos zurückgelassen worden.
Marokko, Katalonien und die Achse, die niemand sehen will
Die Diskussion verkompliziert sich, wenn der marokkanische Anspruch ins Spiel kommt. Ein Teil der Analyse vertritt die Auffassung, Ceuta und Melilla seien marokkanisches Territorium und würden früher oder später wieder dorthin zurückkehren; der andere Teil entgegnet, diese These sei eine kostenlose Zugeständnis, das die spanische Position schwäche. Die Parallele zur katalanischen Unabhängigkeitsbewegung wird explizit gezogen: Ein US-Kongressabgeordneter wird zitiert, der Ceuta und Melilla als marokkanisches Gebiet betrachtet und zugleich Kataloniens Recht auf Selbstbestimmung unterstützte.
Dieser Doppelmoral – Souveränität ja, Souveränität nein, je nach Nutzen – ist der Punkt, der die größte Spannung erzeugt. Manche lesen darin ideologische Konsequenz, andere Opportunismus. Fest steht: Das Material liefert keine Auflösung. Der Streit bleibt offen, und jede Seite nutzt ihn, um ihre eigene Erzählung zu stärken.
Der Präzedenzfall des Peñón und die Erinnerung an die PP
Der Vergleich mit der Vergangenheit kehrt mit Macht zurück. Man erinnert daran, dass unter der Regierung der PP (spanische konservative Partei) das Militär entsandt wurde, um einen Peñón (eine spanische Felseninsel vor Marokko) zurückzuerobern, während man heute, so die Kritik, auf Nachgeben setze. Das ist eine Vereinfachung, funktioniert aber als Angriffswaffe. Das Material nennt weder Daten noch konkrete Operationen, sodass der Vergleich eher rhetorische Geste als überprüfbare Tatsache bleibt.
Klar ist: Die spanische Identität von Ceuta und Melilla ist zu einem Schlachtfeld geworden, auf dem jeder Akteur seine eigenen Frustrationen projiziert. Die einen sehen exemplarischen Widerstand, die anderen Unterwerfung. Und mittendrin eine Stadt, die dem Beifall klatscht, der sie besucht, und der misstraut, der sie regiert.
Die Frage lautet nicht, ob Ceuta spanisch ist – das ist es, und das bestreitet im Material niemand ernsthaft –, sondern ob diese spanische Identität mit Gesten, mit Haushaltsmitteln oder mit Schweigen verteidigt wird. Mit diesen Voraussetzungen wird der Korb bei jedem Besuch, jeder Erklärung und jeder Abwesenheit weiter geflochten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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