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Ceuta und der doppelte Medienmaßstab bei sexualisierten Gewalttaten in Spanien
Eine ohne offizielle Bestätigung verbreitete Zahl von 45 Fällen steht zwei Monaten Schlagzeilen wegen eines Kusses gegenüber: Der doppelte Medienmaßstab sorgt erneut für Debatte
Wenn der mediale Fokus davon abhängt, wer die Tat begangen hat
Eine Zahl ohne offizielle Bestätigung – 45 sensual Übergriffe in Ceuta – steht zwei Monaten Schlagzeilen wegen eines Kusses während der Feier einer Weltmeisterschaft gegenüber. Dieser Kontrast hat die Diskussion neu entfacht, ob die Berichterstattung über sensual Gewalt von der Straftat abhängt oder davon, wer sie begangen hat. Und davon, ob der Fokus erlischt, wenn der mutmaßliche Täter nicht in das Narrativ passt, das jedem Medium zugewiesen ist.
Was über die verbreiteten Anzeigen aus Ceuta bekannt ist
In den letzten Fällen kursierten Berichte über sensual Übergriffe in Ceuta, darunter der über ein zehnjähriges Mädchen, die vor allem über soziale Medien und Messengerdienste verbreitet wurden. Die am häufigsten genannte Zahl spricht von 45 Fällen. Keine dieser Angaben verfügt zum Zeitpunkt dieser Diskussion über eine offizielle Zählung, die sie stützt, und der Abstand zwischen einer viralen Anzeige und einem rechtskräftigen Urteil ist enorm. Das hat nicht verhindert, dass sich das Thema mit der Wucht eines bewiesenen Faktums in der öffentlichen Diskussion festgesetzt hat – was es gerade nicht ist.
La Manada, Rubiales und die Buchhaltung des Skandals
Das am häufigsten geäußerte Argument vergleicht die Berichterstattung über mehrere Fälle. Der Fall der Gruppenvergewaltigung in Pamplona löste drei Monate lang mediale Mobilisierung aus. Der Kuss von Luis Rubiales auf die Fußballspielerin Jenni Hermoso während der Feier der Frauen-WM beschäftigte zwei Monate lang die Schlagzeilen, mit dem Video des Moments, das bis zur Erschöpfung wiederholt wurde. Für einen Teil des Publikums offenbart diese Bilanz ein Muster: Der Skandal wird nach Bühne und Protagonist bemessen, nicht nach der objektiven Schwere der Tat. Demgegenüber steht ein berechtigter Einwand: Die Intensität der Berichterstattung hängt auch von der Verfügbarkeit von Bildern und der politischen Agenda der jeweiligen Woche ab.
Das Argument des Gesetzes, das den Wortschatz verwässerte
Eine Analyseströmung vertritt die Auffassung, dass die als „Ley del solo sí es sí“ (Gesetz „Nur ein klares Ja ist ein Ja“) bekannte Strafrechtsreform früher getrennte Tatbestände zusammenführte und die Kategorie der sens Nötigung so weit ausdehnte, dass sie von einer unpassenden Bemerkung bis zur Vergewaltigung mit Eindringen reichte. Daraus, so das Argument, rühre das Gefühl, dass die Wörter an Schärfe verloren hätten und alles gleich schwer wiege. Diese Diagnose ist nicht unumstritten: Das Gesetz wird auch als der Rahmen verteidigt, der die Zustimmung ins Zentrum des Systems stellte. Unbestreitbar blieb jedoch die Kontroverse über die Strafmaß-Überprüfungen, die nach seinem Inkrafttreten folgten.
Das institutionelle Schweigen, das die einen sehen und die anderen leugnen
Wer das Thema verfolgt, besteht auf dem Fehlen institutioneller Reaktionen, die denen früherer Fälle entsprächen: weder Erklärungen von Ministerinnen noch spezifische Kampagnen noch Sondersitzungen. Von der anderen Seite heißt es, nicht jeder Fall erzeuge dasselbe Echo, und von der informativen Symmetrie auf Grundlage unbestätigter Nachrichten zu verlangen, heiße, das Haus vom Dach aus zu bauen. Zum Zeitpunkt dieser Diskussion bleibt das Thema ohne eine offizielle Reaktion in dem Ausmaß, das einige fordern.
Es bleibt eine unbequeme Frage für alle Seiten: Wenn die verbreiteten Zahlen nicht bestätigt werden und die Reaktionen ausbleiben – wie viele Übergriffe müssen es sein, bis jemand sie laut zählt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (63 Antworten).
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