CEO von 'La Mafia' kritisiert Krankmeldungen
Ein Unternehmer der Gastronomie beschwert sich, dass Mitarbeiter nicht mehr zur Arbeit kommen, wenn sie «ein wenig Fieber» haben. Das Zitat, verbreitet vom Journalisten Fonsi Loaiza, bezeichnet Javier Floristán, den Geschäftsführer der Gruppe La Mafia se sienta a la mesa, als «elenden Sklavenhalter». Ab diesem Punkt wird aus einer Anekdote über ein Restaurant eine Diskussion darüber, warum in Spanien so viele Krankenstände gemeldet werden, wer die Kosten trägt und ob Absentismus Faulheit oder Symptom eines größeren Problems ist.
Was der CEO sagte und warum es empört
Der Floristán zugeschriebene Text behauptet, früher sei man «sehr krank» gewesen, um nicht zur Arbeit zu gehen, während heute schon wenige Zehntel Grad Fieber ausreichen. Die Mehrheit der Reaktionen bestreitet nicht die Tatsache, sondern den Kontext. In einer Restaurantkette mit niedrigen Löhnen, geteilten Schichten und jungen Durchgangskräften ist die Krankmeldung kein Privileg, sondern die einzige Möglichkeit, innezuhalten. «Ein Sklave unterschreibt keinen Vertrag und erhält keinen Lohn», fasst eine der häufigsten Antworten zusammen, die den Begriff Sklaverei ablehnt, aber die Kritik am Modell nicht.
Es gibt eine Nuance, die man nicht übersehen sollte: Die Beschwerde des Managers betrifft nicht die wirtschaftlichen Kosten der Krankmeldung, sondern deren Legitimität. Hier bricht der Konsens. Ein Gastronom aus dem Vereinigten Königreich berichtet, dass dort das Arbeiten bei Fieber verboten ist, und findet den Vergleich peinlich. In der Küche mit Grippe manipuliert man fremde Lebensmittel.
Absentismus in Zahlen: Worum geht es wirklich?
Die im Gespräch kursierenden Prozentzahlen zeichnen ein Problem, das über ein einzelnes Restaurant hinausgeht. Im Baskenland wird eine Absentismusquote von 9,8 % genannt, mit mehr als 65.500 Personen, die täglich aufgrund von Krankmeldungen fehlen, sowie Hinweisen, dass diese Quote bei Beamten etwa 15 % und bei Polizeikräften über 20 % liegen könnte. Diese Zahlen stammen angeblich aus einem Bericht von 2024 und mischen, wie jede Krankenstandsstatistik, echte Krankheit, Erschöpfung und Betrug.
Im privaten Sektor berichten mehrere Quellen von einem Anstieg von 3–4 % auf 10 % innerhalb weniger Jahre. Die offensichtliche Frage lautet: Warum? Die Antworten sind weniger sarracena und eher materiell: Löhne, die sich nicht lohnen, ausgebrannte Belegschaften, gebrochene Aufstiegsaussichten und das Gefühl, dass Mühe nichts bringt. Aktion-Reaktion, nennt es jemand.
Wer zahlt für die Krankmeldung: Das Detail, das kaum jemand beachtet
Hier liegt der technischste Punkt, der oft übersehen wird. In vielen Unternehmen ist ein erheblicher Teil des Gehalts nicht fix: Es handelt sich um Zuschläge für Anwesenheit, Produktivität oder Nachtarbeit, die tageweise anfallen. Wer drei Tage fehlt, bekommt diese drei Tage nicht bezahlt. Die Krankmeldung ist also nicht immer ein finanzielles Schnäppchen für den Arbeitnehmer; wer sie nimmt, akzeptiert einen direkten Verlust. Diese Berechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, erklärt besser als jede Rede, warum die Debatte komplexer ist, als sie scheint.
Gleichzeitig prangern manche den gegenteiligen Missbrauch an: Kollegen, die monatelang krankgeschrieben sind, und Kollegen, die zwei Tage fehlen und denselben Vorwurf erhalten. Der gegenseitige Verdacht innerhalb der Belegschaften ist vielleicht der am häufigsten genannte Kollateralschaden.
Der Name des Restaurants und das italienische Detail
Das Gespräch lenkt auf den Namen der Gruppe selbst, La Mafia se sienta a la mesa, und auf die Paradoxie, die Mafia zu verharmlosen, ohne Konsequenzen zu tragen. Ein Teilnehmer erzählt, dass ein italienischer Kollege sich empörte, als er daran vorbeiging, und fragte, was passieren würde, wenn er in Italien ein Restaurant namens Los etarras se sientan a la mesa (Die Eta-Mitglieder setzen sich an den Tisch) eröffnen würde. Die Anekdote weist über den Witz hinaus auf etwas hin: Provokation als Marke funktioniert nur, solange sie lustig bleibt.
Warum Reden das Problem nicht lösen
Die Gastronomie lebt von wechselnden Belegschaften: junge Leute, die arbeiten, um Geld neben dem Studium zu verdienen oder nach etwas anderem suchen, ohne Familienlasten und ohne Karriereabsichten. Mit diesen Profilen und dem Mindestlohn ist die Motivation strukturell begrenzt. Wer fest angestellte Fachkräfte will, muss Löhne zahlen, die Menschen mit Hypotheken und Kindern anziehen. Bis dahin wird die Branche weiterhin Personal austauschen, Fachwissen verlieren und denen die Schuld geben, die mit leichtem Fieber zu Hause bleiben.
Was, wenn das Problem nicht die Krankmeldung ist, sondern ein Arbeitsmarkt, der es rational macht, krank zur Arbeit zu gehen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (145 Antworten).