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Spanischer Unternehmer in Marokko lehnt den Boykott ab
Ein spanischer Unternehmer in Marokko argumentiert, dass ein Boykott marokkanischer Produkte spanisches Kapital trifft: Viele Firmen haben europäische Eigentümer
Wer Marokko boykottiert, boykottiert womöglich spanisches Kapital
Ein marokkanisches Produkt zu kaufen bedeutet nicht immer, bei Marokko zu kaufen. Das ist das Argument von Jaume, einem spanischen Unternehmer mit Firmensitz im Nachbarland, das die Kette COPE in den sozialen Medien verbreitet hat. Seine These, kurz zusammengefasst: Es ergibt keinen Sinn, Marokko zu bestrafen und seine Produkte nicht mehr zu kaufen, denn viele marokkanische Unternehmen stehen in spanischem, deutschem oder französischem Eigentum. Der Boykott geht in seiner grobsten Form nach hinten los.
Das Paradox ist unbequem, und deshalb hat die Botschaft die Leser gespalten. Sie erklärt auch, warum das Herkunftslabel ein schlechter Ersatz für die Eigentumsstruktur ist.
Der Eigentümer, der nicht auf dem Etikett steht
Ein Unternehmen kann in Marokko ansässig sein, dort Steuern zahlen, dort Beschäftigte haben und im Katalog die marokkanische Flagge tragen. Und trotzdem eine Muttergesellschaft in Madrid, München oder Paris haben. Wenn das Boykottkriterium der Sitz der Gesellschaft ist, trifft die Bestrafung diejenigen, die ihn nicht zu verantworten haben. Wenn das Kriterium ist, wer das Kapital stellt, ändert sich die Zielliste komplett.
Das ist der Kern: Es gibt kein einfaches öffentliches Register, das „hergestellt in Marokko“ in „wem gehört es“ übersetzt. Ohne diese Angabe ist jede Boykottkampagne ein Schuss ins Blaue mit Kollateralschäden.
Der lokale Partner und das Kleingedruckte
Zu dieser Seite kommt eine andere hinzu, die in jedem Gespräch über Investitionen im Nachbarland wieder auftaucht: die Gesellschaftsstruktur. Manche behaupten, das marokkanische Recht schreibe dem lokalen Partner in bestimmten Branchen die Kapitalmehrheit vor, was den ausländischen Investor in eine abhängige Position gegenüber seinem Geschäftspartner bringen würde. Dasselbe Argument dient dazu, von Investitionen abzuraten und sie – kurioserweise – zugleich zu rechtfertigen.
Mit diesen Voraussetzungen lässt sich der Boykottkorb schwer flechten: Er trifft den lokalen Partner, das ausländische Kapital und den Unternehmer, der sich darüber beklagt, getroffen zu werden. Was, wenn das gemiedene Produkt sich als halb spanisch herausstellt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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