Rassismus an der Tür: Diskriminierung im Sexgewerbe

Anzeigen im Sexgewerbe weisen Kunden wegen ihrer Herkunft ab. Die Branche nennt es Hausrecht; das Gesetz könnte es als strafbare Diskriminierung werten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rassismus an der Tür: Diskriminierung im Sexgewerbe
Der Ausschluss nach Herkunft im Sens wird offen beworben

Auf dem Papier ist Sens das meritokratischste Geschäft überhaupt: Wer zahlen kann, zahlt; wer verdienen will, verdient; ein Lebenslauf ist nicht nötig. Die Anzeigen zerstören diese Fantasie in der ersten Zeile. Manche Inserate wenden einen Herkunfts-Ausschluss an — eine lehnt arabische Kunden ab, eine andere Afrikaner, Asiaten und Lateinamerikaner — und verstecken es nicht: Sie bewerben es als Bedingung der Dienstleistung. Die Praxis ist nicht neu; sie schriftlich festzuhalten und mit einem Preis zu versehen, hat jedoch unbequeme Folgen.

Hausrecht oder Hassdelikt

Das meistgebrachte Argument ist das klassische Hausrecht: Jedes Geschäft wählt seine Kundschaft aus, und hier kommen zudem Chemie und Anziehung ins Spiel — ein Terrain, das sich kaum schriftlichen Regeln unterwirft. Der Einwand: Das Hausrecht deckt keine Gründe der Herkunft oder Ethnie ab, und Diskriminierung beim Zugang zu Waren und Dienstleistungen ist strafbar. Der Konflikt ist lehrbuchartig: Wird Sens als Arbeitsverhältnis gelesen, gewinnt die Gleichheit; wird sie als freier Austausch zwischen Erwachsenen gelesen, gewinnt das Ermessen der Profi. Niemand scheint dieses Fass öffnen zu wollen.

Warum ein bestimmter Kunde abgewiesen wird

Bei den Gründen gibt es einen praktischen Teil, der immer wieder auftaucht: hartnäckiges Feilschen, Streitereien und Diebstähle im Lokal selbst. Die Reaktion ist kollegial. Die Profi warnt ihre Kolleginnen, und der Ausschluss breitet sich aus, bis ein Kunde namentlich markiert ist und überall abgewiesen wird. Es wird als wiederkehrende Anekdote in Wohnungen und Clubs erzählt. Die Grenze zwischen Sicherheit und Vorurteil verschwimmt schnell: Manche Ausschlüsse sind durch konkrete Vorfälle begründet, andere Anzeigen erledigen die Sache allein wegen der Herkunft.

Thailand und Japan hatten die Idee längst

Der Filter ist kein lokales Phänomen. In Thailand kursieren Anzeigen, die indische Kunden um Zurückhaltung bitten; in Japan weisen zahlreiche Lokale nicht-asiatische Ausländer ab. Der dort wiederkehrende Grund sind Hygiene und Geruch — ein Stereotyp, das als Marktdaten verkauft wird. Dass das Muster auf drei Kontinenten auftaucht, deutet weniger auf individuellen Geschmack hin als auf ein geteiltes Vorurteil, getragen von einer unorganisierten Kundschaft und einer Branche ohne Register.

Kann man ein Hausrecht in einem Geschäft ohne Tarifvertrag, ohne Vertrag und ohne Kontrolle Freiheit nennen? Das Geschäft wird weiter kassieren. Die Frage bleibt unbeantwortet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

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