Carrero Blanco, Blas Piñar und der Mythos vom geopferten Spanien

Das Attentat auf Carrero Blanco und die Figur Blas Piñars stehen im Zentrum einer Erzählung, die die offizielle Täterschaft und die Ursprünge der Transition in Spanien in Frage stellt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Carrero Blanco, Blas Piñar und der Mythos vom geopferten Spanien
Carrero Blanco, Blas Piñar und die Geschichte vom verlorenen Spanien

Am 20. Dezember 1973, einem Donnerstag, dachte Spanien an die Weihnachtsferien. Um 09:27 Uhr morgens wurde Admiral Luis Carrero Blanco, Ministerpräsident und Vertrauter Francos, von einer Explosion aus seinem Wagen geschleudert und landete im Innenhof eines Jesuitengebäudes. Die offizielle Version nennt ETA. Die Version, die am Rande kursiert —und die diese Analyse als umstrittene These, nicht als bewiesene Tatsache darstellt—, behauptet, das Attentat sei ein ausländischer Geheimdienstoperation mit innerer Mitwirkung gewesen, ein verdeckter Staatsstreich, der der Transition die Tür öffnete.

Die Diskussion bleibt nicht dabei. Sie verknüpft das Attentat mit den Anschlägen des 11-M von 2004 —wieder ein Donnerstag, wieder ein Spanien vor der Wahl— und zeichnet ein Muster: zwei Anschläge, die den politischen Kurs des Landes änderten. Die zeitliche Übereinstimmung, der Donnerstag als gewählter Tag, der Verdacht, dass die menschlichen Statisten austauschbar waren. All das kursiert als Hypothese, ohne gerichtliche Belege.

Wer tötete Carrero Blanco? Die zwei konkurrierenden Versionen

Die dominante These im Material verweist auf eine Panzerabwehrmine unter dem Dodge des Admirals, ausgeführt von Spaniern, aber aus den USA geplant und logistisch unterstützt. Dagegen steht der klare Einwand: Es gab keine Mine, es war ETA mit Informationen von Franco-Anhängern. Das technische Detail wird zum Schlachtfeld. Eine Explosion, die zwei Häuserblocks einer Straße anhebt, erfordere, so das Argument, professionelle Sprengmeister oder ein am Fahrzeug aus der Garage angebrachtes Sprengmittel. Improvisiertes Personal passe nicht.

Die Parallele zum 11-M wird auf dasselbe Misstrauen gebaut: Zwölf Personen ohne technische Ausbildung sprengen keine vier Züge. Der Vergleich ist nicht harmlos. Er dient dazu, die offizielle Täterschaft beider Anschläge infrage zu stellen – und nebenbei die Legitimität des Systems, das daraus hervorging.

Blas Piñar, der unbequeme Dissident des Franquismus

Blas Piñar erscheint als die innere Opposition innerhalb der Rechten. Als Abgeordneter der Cortes (des franquistischen Parlaments) und Führer der Fuerza Nueva —1966 gegründet und 1982 von ihm selbst aufgelöst— geriet er mit Fraga Iribarne aneinander, dem nachgesagt wird, die Reform zur Zäsur gemacht zu haben. Die ihm zugeschriebene Kritik ist scharf: Die Transition habe keine Fehler korrigiert, sondern die Prinzipien an den Rand gedrängt und den Abbau gerechtfertigt.

Seine Zeit am Instituto de Estudios Hispánicos endete mit einer Entlassung, die Franco nicht unterzeichnete. Der Grund war laut der erzählten Version die Denunziation der Unterwerfung unter die USA in einem Artikel von 1963. Eine Angabe, die jeden irritiert, der ihn zum Establishment zählt: Wer damals Washington kritisierte, verlor seinen Posten.

Die Transition als Reset des Regimes von '78

Der Gründungsakt des Systems von '78, so eine der Strömungen, sei der 11-M gewesen; seine Liquidierung werde, wie bei den großen Schmutzaktionen, mit einem Bad unschuldigen Blutes kommen. Der Satz stammt von dem, der ihn schreibt, und ist keine überprüfbare Prognose. Aber er fasst den Ton zusammen: Die Transition wurde nicht als Pakt erlebt, sondern als Preisgabe.

Die Diskussion bleibt hier stecken. Es gibt keinen Konsens darüber, wer Carrero tötete, ob die Mine existierte oder welche Rolle Piñar wirklich spielte. Was bleibt, ist eine unbequeme Erzählung, die Geheimdienste, rechte Dissidenten und zwei Donnerstage verbindet, die das Land veränderten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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