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Budanow: Russland hat die sowjetischen Arsenale aufgebraucht
Der ukrainische Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow behauptet, Russland habe seine sowjetischen Arsenale erschöpft und seine Berufsarmee vernichtet. Das Atomarsenal bleibt jedoch auf dem Tisch.
Budanow sagt, Russland habe nichts mehr zum Kämpfen
Es ist eine jener Behauptungen, die man im Archiv ablegt, um sie in Ruhe zu prüfen: Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, erklärt, Russland habe alle sowjetischen Waffenbestände aufgebraucht, seine Berufsarmee sei vernichtet und das Land verfüge über kein militärisches, wirtschaftliches oder politisches Potenzial, um irgendwo in der Ukraine eine Großoffensive zu versuchen. Der Satz kursiert als runde Schlagzeile. Und wie jede runde Schlagzeile hält er den Kontakt mit der ersten unbequemen Frage kaum aus: Wenn wirklich nichts mehr da ist, was sind dann diese fünftausend Atomsprengköpfe, deren Bestand niemand bestreitet?
Das Atomarsenal, der Stein im Schuh der Erzählung
Das erste Loch in der Argumentation ist elementare Logik. Die Erschöpfung der sowjetischen konventionellen Bestände bedeutet nicht das Ende der Fähigkeit, Schaden anzurichten. Manche erwidern, die NATO habe Russland bereits vor den Folgen des Einsatzes von Atomwaffen gewarnt – was praktisch bedeutet, dass man anerkennt, das Arsenal existiere, und dass das Problem nicht seine Existenz, sondern sein Nutzen sei. Eine Bombe, die man nicht einsetzen kann, ohne das Land zum internationalen Paria zu machen, ist keine Abschreckung: Sie ist Inventar.
Dann erscheint das zynischste und zugleich solideste Argument des Austauschs. Hätte Moskau die echte Absicht, die Atombombe einzusetzen, hätte es längst Ziele in der ukrainischen Hauptstadt oder in europäischen Hauptstädten dem Erdboden gleichgemacht. Das hat es nicht getan. Und es hat es, so die Argumentation, nicht getan, weil der politische Preis des Erst Einsatzes in einem Angriffskrieg jeden taktischen Vorteil übersteigt. Der Vergleich mit den beiden Bomben, die 1945 auf Japan abgeworfen wurden, trägt nicht: Damals kannte man die langfristigen Folgen der Radioaktivität nicht, und die Waffe war eine neue Technologie, die man erproben wollte. Heute kennt man sie.
Die Theorie, die die Sprengköpfe leugnet, und der reale Verschleiß
Am radikalsten Ende des Spektrums steht eine These, die keiner Überprüfung standhält: Atomwaffen existierten gar nicht, alles sei ein globaler Schwindel vergleichbar mit der Mondlandung. Die Begründung folgt dem klassischen Verschwörungsmuster: Würden sie existieren, hätte Moskau sie längst eingesetzt, um eigene Verluste zu vermeiden. Es ist exakt derselbe Syllogismus, der einst auf die Bomben von Hiroshima und Nagasaki angewandt wurde – mit dem Zusatz, Japan habe wegen der sowjetischen Invasion in der Mandschurei kapituliert, nicht wegen der Detonationen. Nichts davon ist durch Belege gestützt, und das sollte man ohne Umschweife sagen.
Was analytisch trägt, ist der konventionelle Teil der Diagnose. Eine vernichtete Berufsarmee und ein aufgebrauchter sowjetischer Bestand beschreiben ein Nachschubproblem, kein Willensproblem. Die russische Industrie kann weiter produzieren, aber in einem Tempo und zu Kosten, die die geerbte Masse der UdSSR nicht reproduzieren. Die praktische Folge ist nicht, dass Russland stillsteht: Es kämpft anders, mit weniger Mitteln und mehr Verschleiß.
Was bedeutet es, dass Russland das sowjetische Arsenal aufgebraucht hat?
Es bedeutet, dass sich der geerbte quantitative Vorteil abgeschliffen hat und dass jede Großoffensive eine industrielle Mobilmachung erfordert, die Moskau nicht nachgewiesen hat. Es bedeutet aber auch, dass sich der Krieg zum Produktionswettlauf verschiebt, bei dem die Zeit für denjenigen läuft, der mehr Fabriken und weniger Sanktionen hat. Budanows Aussage beschreibt eine Momentaufnahme. Die Frage ist, wie lange sie gilt.
Am Ende ist es nicht die Zahl des Arsenals, die verstört. Es ist die Zahl der Verluste. Wenn die Berufsarmee vernichtet und das sowjetische Material aufgebraucht ist, ähnelt der Krieg, der noch bevorsteht, nicht mehr dem, der begann. Und niemand hat bisher erklärt, wie dieser Krieg aussieht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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