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Bruder des Präsidenten von Extremadura zu neun Jahren Amtsverbot verurteilt
Der Bruder des Präsidenten der spanischen Region Extremadura wurde wegen Rechtsbeugung zu neun Jahren Amtsverbot verurteilt, ohne Gefängnisstrafe oder Rückzahlung.
Neun Jahre Amtsverbot und keine Haft: Die Verurteilung des Bruders des Präsidenten von Extremadura
Der Bruder des Präsidenten der autonomen Gemeinschaft Extremadura in Spanien wurde zu neun Jahren Amtsverbot für öffentliche Ämter wegen des Delikts der Rechtsbeugung (prevaricación) verurteilt. Das Urteil sieht weder eine Gefängnisstrafe vor – da dieses Delikt nicht mit Haft geahndet wird – noch ordnet es die Rückzahlung der über Jahre hinweg kassierten Gelder an. In der politischen Landschaft tobt eine Debatte darüber, ob das Urteil ausreicht oder nur ein kosmetischer Eingriff ist.
Warum gibt es bei Rechtsbeugung keine Haftstrafe?
Das spanische Strafgesetzbuch bestraft die administrative Rechtsbeugung ausschließlich mit einem Verbot, ein öffentliches Amt auszuüben. Wie während des Prozesses betont wurde, handelt es sich um ein Sonderdelikt, das nur von Beamten begangen werden kann, dessen Strafe festgelegt ist: Suspendierung vom Dienst oder vom öffentlichen Amt. Eine Freiheitsstrafe ist nicht vorgesehen, eine Anomalie, die weder die konservative Partido Popular (PP) noch die sozialistische PSOE korrigiert haben. Das Argument lautet, dass das geschützte Rechtsgut die ordnungsgemäße Funktionsweise der Verwaltung ist, nicht das Vermögen. In der Praxis ist die Botschaft jedoch klar: Wer durch Vetternwirtschaft rechtsbeugt, hat begrenzte Konsequenzen.
Das Geld wird nicht zurückgezahlt
Einer der umstrittensten Punkte des Urteils ist, dass es keine Rückerstattung der betrügerisch erhaltenen Beträge über mehrere Jahre hinweg vorschreibt. Der Verurteilte, der auf einer öffentlichen Stelle platziert worden war, ohne die Voraussetzungen zu erfüllen, hatte sich nach Angaben im Verfahren sogar in Portugal gemeldet, um die Einkommensteuer (IRPF) zu umgehen. Die Steuerbehörden handelten nicht rechtzeitig, und das Gericht verhängte weder Geldbußen noch Entschädigungen. Juristische Quellen weisen darauf hin, dass der einzige Weg zur Wiederbeschaffung des Geldes ein Verfahren wegen staatlicher Haftung gegen jene wäre, die ihn installiert hatten.
Politischer Kontext und Belästigung der Richterin
Der Fall steht nicht isoliert. Zum selben Verurteilten gesellt sich ein weiterer Beschuldigter, Gallardo, der eine doppelte Strafe von bis zu 18 Jahren Amtsverbot wegen zweier Fälle von Rechtsbeugung erhalten hat. Gallardo, der sich von der PSOE-Abteilung in Extremadura distanziert hatte, besaß bereits einen Fuß in einer Gemeindeverwaltung, bevor er zur Provinzregierung wechselte. Die richtende Beamtin, die den Fall leitete, sah sich Druckversuchen ausgesetzt: Sie wurde beschattet und ihre kleinen Kinder wurden angesprochen. Diese vom Gericht angeprangerte Belästigung steht im Kontrast zur geringen politischen Resonanz des Urteils.
Ausblick: Berufung und Neuplatzierung
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann Berufung beim Obersten Gerichtshof (Tribunal Supremo) eingelegt werden, doch Analysten zufolge werden Verbote meist bestätigt, ohne sie zu verschärfen. Der Verurteilte könnte unterdessen in Staatsunternehmen oder Einrichtungen des öffentlichen Sektors – wie der SEPI – neu positioniert werden, wo das Amtsverbot ihn nicht direkt betrifft. Das Gefühl der Straflosigkeit wird durch das Timing verstärkt: Das Urteil fiel zeitgleich mit einem Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft, was die mediale Aufmerksamkeit verwässerte.
Der Ausgang bleibt ungewiss. Sofern der Oberste Gerichtshof nicht entscheidet, die Kriterien zu verschärfen – was bei diesen Delikten selten vorkommt –, ist es höchstwahrscheinlich, dass der Verurteilte eine öffentliche Rente beziehen wird, bevor seine Sperre abläuft. Überraschungen sind allerdings immer möglich.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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