Aldo Comas, Freimaurerei und der Großvater, der Spanien mit Koks übersäte
Aldo Comas ist Freimaurer. Und sein Großvater habe, so die Geschichte, die kursiert, Spanien für die CIA mit Koks übersät. Zwei Behauptungen, die bei jedem Essenstisch für ein unangenehmes Schweigen sorgen würden und die hier mit der Selbstverständlichkeit vom Stapel gelassen werden, als rede jemand übers Wetter. Die Figur —reich, verheiratet mit der Schauspielerin Macarena Gómez und als Freund der Grimaldis in der Gesellschaft eingeführt— dient als Eintrittspforte zu einem größeren Thema: Wie viel Wahrheit steckt in der spanischen Freimaurerei, wer nutzt sie als Kontaktnetzwerk, und warum schleppt der Name Comas eine Geschichte von Grenzschmuggel mit sich, den niemand so recht aufklärt.
Das Gespräch beginnt mit einer runden Zahl: 37 Freimaurer, ungefähr, ohne weiteren Kontext. Von dort aus driftet das Thema in Gefilde, die die Loge mit weißem Pulver und Salon-Geopolitik vermischen.
Wer ist Aldo Comas und warum ist sein Name wichtig
Das gezeichnete Bild ist das eines reichen Faschisten und «based», in der ironischen Bedeutung, die der Begriff in bestimmten Kreisen angenommen hat. Verheiratet mit Macarena Gómez, wird Comas mit der monegassischen Königsfamilie in Verbindung gebracht: Er organisierte 2015 den Junggesellenabschied von Pierre Casiraghi, gefeiert auf einem Schloss in der Ampurdán-Region in Girona. Kein Detail von geringer Bedeutung. Wer den feuchtfröhlichen Abend eines Grimaldi auf eigenem Terrain organisiert, ist kein beliebiger Neuling; er ist jemand, der schon lange im Raum ist.
Die Verbindung zu den Casiraghis erstreckt sich laut den zitierten Artikeln auch auf Hochzeiten und Familienfeiern. Und ein Detail fällt immer wieder: Comas und seine Frau sollen sich an dem Schweizer Internat, auf dem sie zur Schule gingen, mit Mitgliedern der monegassischen Königsfamilie gekreuzt haben. Die Schule als Elitenfabrik, na klar.
Der Familienname hat jedoch eine düstere Vorgeschichte. Es wird behauptet, dieser Comas sei der Neffe des wirklich Reichen, und die Familie habe im Zweiten Weltkrieg an der Grenze geschmuggelt. Mit wem, wird nicht präzisiert. Der Verdacht schwebt in der Luft: vielleicht mit Nnnn, vielleicht mit dem, was gerade nötig war. Es ist die Art von Detail, die in einem seriösen Artikel Belege erfordern würde und die hier hingeworfen wird, als erinnere sich jemand an ein Dorfgerücht.
Die Freimaurerei: Kontaktnetzwerk oder Drehtür der Macht
Die am häufigsten wiederholte Beschreibung der Freimaurerei hat nichts Esoterisches: Networking. Ein überzeugter Atheist, der selbst der Loge verdächtigt wird, bringt es so auf den Punkt. Keine Rituale mit Kerzen, keine Pakte mit höheren Wesen; Leute, die sich gegenseitig helfen, einstecken und empfehlen. Das Problem, so das Argument, beginne, wenn dieses Netzwerk Einfluss auf Entscheidungen hat, die alle betreffen.
Das Durchschnittsprofil des spanischen Freimaurers ist laut der Erfahrung von fast sechs Jahren in der Loge das eines armen Wichts mit Größenwahn, der am Ende in jedem sozialen Netzwerk seine Expertenmeinung abgibt. Die Freimaurerei wird je nach Land unterschiedlich gelebt: In England, Frankreich oder den USA hat sie einen Einfluss, den es in der Schweiz oder Spanien nicht gibt. Und man erinnert daran, dass die USA von Freimaurern gegründet wurden, was eine Ahnung von der Größenordnung gibt.
Manche unterscheiden zwischen der Freimaurerei fürs einfache Volk und der Royal-Arch-Freimaurerei, derjenigen, die wirklich die Fäden zieht. Die erste wäre Folklore; die zweite etwas anderes. Und eine Strömung vertritt die Ansicht, dass die eigentliche Mission des Ordens darin besteht, die katholische Kirche zu zerstören, was als vox populi für alle dargestellt wird, die die richtigen Bücher gelesen haben. Es ist keine universelle These: Andere bestreiten, dass die Loge, die sie erlebten, zur Zerstörung irgendetwas aufgestachelt habe.
Franco, die 16.000 Freimaurer und die Liste mit 3.000
Die historische Zahl, die sich ins Gespräch einschleicht, ist auffällig: Franco tötete 16.000 Freimaurer von einer Liste mit nur 3.000. Die Rechnung geht nicht auf, und genau das ist der Witz. Die francoistische Repression gegen die Freimaurerei gab es und ist dokumentiert; die genauen Zahlen werden, wie fast immer, mit viel Leichtigkeit gehandhabt.
Von dort springt das Gespräch zu den Eigennamen. Bush und die Skull and Bones Gesellschaft, Eyes Wide Shut als kulturelle Referenz, Trump und Milei als zeitgenössische Beispiele für das, was man freimaurerischen Faschismus nennt. Das Gespräch mischt Ebenen: amerikanische Universitätsverbindungen, europäische Logen und lateinamerikanische Präsidenten in einen Topf.
Auch John Wayne taucht auf, der den Shriners zugeordnet wird, dem philanthropischen Zweig der Freimaurerei, über den, so heißt es, niemand Schlechtes sage. Und D.W. Griffith, der Filmemacher des Gründungsrassismus Hollywoods, über dessen jüdische Herkunft diskutiert wird. Die Glaubwürdigkeit des Ganzen wird zeitweise in Zweifel gezogen: Manche reden von Templern, von Schotten, die vor Kolumbus nach Amerika kamen, und von Theorien, die direkt aus einem Dan-Brown-Roman stammen könnten.
Die PSOE und der Prozentsatz, der nicht aufgehen will
Der Anteil der erwachsenen Bevölkerung, der Freimaurer ist, ist extrem niedrig, aber der Anteil der PSOE-Abgeordneten, die Freimaurer sind, sei, so die Behauptung, extrem hoch. Namen werden genannt: Zapatero und Solbes. Die gezogene Schlussfolgerung: Man müsse sich um diese Mafia sorgen, nicht um den Herrn mit den Ritualen.
Es ist der klassische Vorwurf, der ewige, der nie Beweise braucht, weil er auf dem Verdacht ruht. Und er existiert neben der persönlichen Erfahrung von jemandem, der drin war und nichts sah, was auch nur entfernt nach einer Staatsverschwörung aussah.
Vom Koks zum Ecstasy: die letzte Wendung
Das Gespräch, das bei der Freimaurerei begonnen hatte, endet ganz woanders. Ein persönlicher Bericht über acht Stunden Sens und Kokain, der in einem bösen Alucinación endet: Paranoia, Lebensangst, düstere Gedanken. «Mir tut der ganze Körper weh, und die Seele auch», heißt es dort. Das Koks war drei Jahre lang nicht angetastet worden, und die Schlussfolgerung ist ein «nie wieder», das aufrichtig klingt.
Dazwischen: ein 24-Jähriger, der 320 Euro schuldet und mit einem Gramm Koks bezahlt, und das Geständnis von jemandem, der sich manipulieren lässt, weil es ihm Spaß macht. Die Sache Comas wird aufgeschoben. Die Freimaurerei auch. Am Ende kehrt das Gespräch zu dem Thema zurück, das wirklich zählt: die Chemie und ihre Folgen.
Bleibt der Verdacht, dass Comas in diesen Kreisen ein Stammgast ist. Und die Gewissheit, dass die Grenze zwischen Loge und High Society durchlässiger ist, als sie scheint.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (83 Antworten).