Britische Rentner: Poolhaus in Spanien für 160.000 Euro

Ein britisches Rentnerpaar zahlt nur 64 Euro Strom monatlich und besitzt ein Haus mit Pool an der Costa Valencia für 160.000 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Britische Rentner: Poolhaus in Spanien für 160.000 Euro
Kostenlose Gesundheitsversorgung und Poolvilla: Britische Ruhestandsplanung in Spanien

Wie sehr verändert sich das Leben, wenn man mit einer britischen Rente nach Spanien zieht? Alan und Jane, 74 und 66 Jahre alt, sagen: enorm. Seit Januar 2016 leben sie in einem dreizimmerigen Haus mit Pool und Garten an der Costa Valencia, das sie für 160.000 Euro – etwa 130.000 Pfund – kauften. Das Geld stammte aus dem Verkauf ihres Reihenhauses im Südwesten Großbritanniens, das rund 50 % teurer war. Er war bereits im Ruhestand; sie gab eine anspruchsvolle Stelle im öffentlichen Dienst und Hochschulwesen auf und konnte ihre Pensionierung mehr als sechs Jahre vorziehen. Die Entscheidung fiel 2015, vor dem Brexit-Referendum – ein Detail, das sich später als entscheidend herausstellte.

Was kostet der Unterhalt eines Poolhauses an der Costa Valencia?

Die Rechnung ist einfach. Die Stromrechnung liegt bei etwa 64 Euro pro Monat, rund 56 Pfund, selbst wenn die Poolpumpe ständig läuft. Der Grund dafür sind subventionierte Energiepreise. Lebensmittel kosten zwischen 10 % und 15 % weniger als in Großbritannien, und ein Dreigang-Menü im Restaurant entspricht etwa 15 Pfund. Besonders auffällig ist der Weinpreis: Ein Glas im britischen Restaurant kostet so viel wie eine Flasche im spanischen.

Zu den Einsparungen bei Energie und Lebensmitteln kommt der Vermögensgewinn. Der Immobilienhandel – teuer im Norden verkaufen, günstiger im Süden kaufen – ermöglichte es Jane, vor dem regulären Rentenalter auszusteigen, und beiden, ausreichend Rücklagen zu haben. In ihrem Garten steht ein Zitronenbaum, und sie geben zu, dass sie beim Blick auf die Wetterberichte aus Großbritannien versuchen, nicht zu arrogant zu wirken. Es fällt schwer, darin keine Provokation zu sehen.

Wer bezahlt die Gesundheitsversorgung britischer Rentner in Spanien?

Da sie vor dem Brexit umgezogen sind, hat das Paar weiterhin Zugang zur kostenlosen Gesundheitsversorgung, die sie als exzellent beschreibt. Hier beginnt der Kern des Konflikts. Ein Teil der Analyse besagt, dass diese Kosten nicht vom spanischen Steuerzahler getragen werden: Die Rechnung wird über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) an das Vereinigte Königreich weitergegeben, und wer ohne dieses Dokument einreist, muss die Behandlung selbst bezahlen.

Der Einwand gegen dieses Argument ist anderer Natur. Die knappe Ressource im öffentlichen Gesundheitssystem ist nicht das Geld, sondern die Zeit: Wartezeiten, Sprechstunden, OP-Säle. Wer in den letzten Lebensjahren einwandert, verbraucht einen unverhältnismäßig großen Anteil dieser Kapazität im Vergleich zu seinen Beiträgen – und hat hier zudem nie eingezahlt. Es ist eine Debatte über Demografie und Infrastrukturkapazität, nicht über Kassenführung.

Warum begrenzt die Schweiz den Immobilienkauf für Ausländer?

Der am häufigsten angeführte Kontrast betrifft Länder, die Bedingungen stellen. In der Schweiz dürfen Nicht-Staatsangehörige nur eine Immobilie erwerben, maximal 200 Quadratmeter Wohnfläche, und bei Chalets ist das Grundstück auf 1.000 Quadratmeter begrenzt. Wenn ein Kind der Familie 20 Jahre alt wird, darf es selbst kaufen. Frankreich verlangt zum Erhalt der Aufenthaltserlaubnis das Bestehen einer Französischprüfung.

Die daraus folgende Frage lautet: Warum führt Spanien, das fiskalisch weniger Spielraum hat als beide genannten Länder, ähnliche Maßnahmen nicht ein? Die verbreitete Antwort ist wenig technisch: Immobilieninteressen und der Bedarf an ausländischem Kapital wiegen schwerer als Berechnungen zu Gesundheitskosten oder Belastungen des lokalen Wohnungsmarkts. Die Auswirkungen auf die Wohnungspreise in den begehrtesten Gebieten wären der Preis, den die Einheimischen zahlen, nicht die Neuankömmlinge.

Die jährlich steigende Rente versus die eingefrorene Rente

Ein Aspekt, der in Vergleichen oft fehlt, wird hier betont: Dank des Austrittsabkommens wird die britische Staatsrente für Bewohner Spaniens jährlich angepasst, genau wie für Personen, die in Großbritannien bleiben. Historisch war dies nicht der Fall für Emigranten nach Australien oder Kanada, deren Renten auf dem Niveau bei Auswanderung eingefroren wurden.

Dieses Detail erklärt, warum Spanien gegenüber anderen Ländern mit niedrigen Lebenshaltungskosten bevorzugt wird. Es ist nicht nur die Sonne oder der Strompreis: Hier steigt die Rente, anderswo nicht. Alan und Jane bestätigen offen, dass sie glücklicher, fitter sind und sich keine Sorgen um Geld machen.

Die zwei Lager in der Debatte

Auf der einen Seite fordern Kritiker strenge Grenzen: Touristenvisa mit maximal drei Monaten Aufenthalt pro Jahr, Verbot des Immobilienkaufs für Nicht-Arbeitende und individuelle Abrechnung jeder medizinischen Leistung. Ihr Argument ist nicht nur ökonomisch. Sie weisen darauf hin, dass in Madrid Plätze und Institute nach ehemaligen britischen Premierministerinnen benannt sind, während es in London keine Gasse nach einem spanischen Politiker gibt. Gegenseitigkeit, sagen sie, sei das Stichwort.

Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter, dass diese Gruppe externes Geld einbringt und hier ausgibt, was Gastronomie, Handel und Dienstleistungen ankurbelt, und dass die fiskalische Bilanz, wenn auch nicht spektakulär, kein Verlustgeschäft ist. Die Feinheiten der Berechnung – wie viel eingeht, wie viel abfließt und was übrig bleibt – sind der Punkt, an dem die Zahlen fragil werden und jede Seite die Annahmen wählt, die ihr passen.

Mitten in all diesem Durcheinander bestreitet kaum jemand das Offensichtliche: Dass ein Rentner mit ausländischer Pension sich an der spanischen Küste ein Haus mit Pool leisten kann, das er in seiner Heimat niemals hätte. Und dass der junge Mann, der diesen Pool reinigt, derweil in derselben Stadt die höchste Miete seines Lebens zahlt. So geht es weiter.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (233 Antworten).

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