Brigitte Bardot mit 91 gestorben – 52 Jahre ohne Film

Brigitte Bardot ist nach mehreren Krankenhausaufenthalten wegen einer schweren Erkrankung mit 91 Jahren gestorben. Sie drehte 47 Filme und war seit 52 Jahren nicht mehr vor der Kamera.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Brigitte Bardot mit 91 gestorben – 52 Jahre ohne Film
Brigitte Bardot starb mit 91 Jahren nach einem halben Jahrhundert ohne Kino

Brigitte Bardot ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Le Figaro meldete es am 28. Dezember, und die Zahl, die sie am besten beschreibt, ist nicht ihr Alter, sondern die andere: Sie hatte seit 52 Jahren keinen Film mehr gedreht. Ihre Filmkarriere dauerte zwanzig Jahre; ihr zweites Leben als Tierschützerin und politische Stimme dauerte mehr als doppelt so lange. In diesem Herbst war sie mehrfach wegen einer „schweren Erkrankung" hospitalisiert, und am 24. November berichtete Nice-Matin über eine neue Einweisung ins Krankenhaus in der französischen Stadt Toulon, gut einen Monat nach einer ersten Operation. Sie starb am Tag der unschuldigen Kinder. Je nach Blickwinkel ist das ein Symbol oder ein schlechter Scherz.

Wer war Brigitte Bardot und warum hörte sie mit 39 auf?

Sie begann als Model und Tänzerin und hatte schon nach wenigen Jahren ihre erste Filmrolle. Ihr Mann, der Regisseur Roger Vadim, machte sie mit Und Gott schuf die Frau zum internationalen Star. Daraus entstand eine Karriere, die sich heute in Zahlen fassen lässt: 47 Filme, mehr als 60 aufgenommene Lieder und eine Zusammenarbeit mit Jean-Luc Godard bei Die Verachtung, die ihren Ruhm besiegelte.

Der wirklich ungewöhnliche Fakt ist der Rückzug. 1973, mit 39 Jahren und der gesamten Branche zu ihren Füßen, hörte Bardot auf. Es war keine Pause: Sie kam nie zurück. Was in jeder anderen Karriere der Beginn einer zweiten Phase gewesen wäre —Charakterrollen, Produktion, Regie— wurde hier zugeschlossen.

Sie widmete sich den Tierrechten. Diese Geste, die heute als biografische Fußnote abgetan wird, war wahrscheinlich die lohnendste Entscheidung ihres Erwachsenenlebens: Sie gab ihr eine öffentliche Identität, die weder von ihrem Aussehen noch von den Studios abhing.

47 Filme und 60 Lieder: die Bilanz einer Ikone des 20. Jahrhunderts

Ihre Karriere passt auf eine Serviette: zwanzig Jahre Arbeit, rund fünfzig Titel und ein ästhetischer Einfluss, der weit über das Kinokasseneinspiel hinausreichte. Sie war Stilikone und Symbol der freien Frau, und ihr Bild wurde in Magazinen, auf Laufstegen und in nachfolgenden Schauspielergenerationen kopiert. Nicht viel, wird der eine oder andere sagen. Recht viel, antwortet der Markt: Die Marke Bardot trug sich jahrzehntelang selbst.

Manche Vergleiche kursieren mit fast forensischer Genauigkeit. Nach einer weit verbreiteten Rechnung lag ihre Körpergröße, 1,70 Meter, deutlich über dem Damendurchschnitt der damaligen Zeit: 1,62 in Spanien und 1,64 in Frankreich. Das ist keine entscheidende Zahl, erklärt aber zum Teil, warum diese Figur das Schema sprengte.

Das künstlerische Urteil dagegen steht weiterhin aus. Ein Teil des Publikums hält ihre schauspielerische Begabung stets für geringer als ihre Fotogenie, und ihr Ausflug in den Autorenfilm habe Titel hinterlassen, die unter fragwürdigen Entscheidungen litten.

Vom Symbol der freien Frau zur politischen Zielscheibe in Frankreich

Bardots letzte Jahre waren nicht die einer verehrten, zurückgezogenen Diva. Sie war eine unbequeme Figur. Ein Teil des Publikums sieht sie als Referenzfigur der europäischen identitären Rechten: Man schreibt ihr harte Kritik an der Einwanderung, Euroskeptizismus, Ablehnung des zeitgenössischen Feminismus und Misstrauen gegenüber Impfungen zu. Ihre Anhänger lesen das als Konsequenz; ihre Kritiker als Wandel einer Schauspielerin, die individuelle Freiheit mit Wut verwechselte.

Die Kontroverse erfasste auch ihre eigene Biografie. In einem Interview mit der Zeitschrift Gala im Alter von 87 Jahren erzählte sie, sie habe sich gegen die Gelbfieberimpfung gewehrt, die für die Einreise in einige afrikanische Länder vorgeschrieben war, und ihr damaliger Arzt habe ihr ein falsches Zertifikat ausgestellt. „Ich bin hin- und zurückgefahren, topfit", sagte sie. Die Anekdote fasst ihr Verhältnis zu Regeln gut zusammen: Sie diskutierte sie nicht, sie umging sie.

Diese Mischung —Schönheit, rechtzeitiger Rückzug, Aktivismus und politische Drift— macht es unmöglich, sie auf ein Etikett zu reduzieren. Und sie hat ihren Tod zu einem Schlachtfeld gemacht, auf dem jede Seite rekrutiert, was ihr passt.

Warum spaltet ihre Figur das Publikum bis heute?

Weil jedes dieser Lager Material hat. Wer eine freie Frau sehen will, hat den Rückzug mit 39 und die Absage an die Industrie. Wer eine Reaktionäre sehen will, hat die Aussagen der letzten drei Jahrzehnte. Keines der beiden Bilder ist falsch, und keines erklärt das andere.

Was außerhalb des Streits bleibt, ist das Messbarste: 47 Filme, mehr als 60 Lieder und eine ganze zweite Karriere für die Tiere, die länger dauerte als die erste. Nur wenige Menschen wechseln mit 39 den Beruf und halten den Wechsel ein halbes Jahrhundert durch.

Es wird lange dauern, bis wieder eine Schauspielerin auftaucht, die diese visuelle Wirkung mit einem so sauberen Abschied verbindet. Doch bei der heutigen Industrie und ihren Algorithmen ist die Wette darauf, wer das nächste französische Phänomen wird, reines Rätselraten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (99 Antworten).

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