Feijóo bittet Postboten, Briefwahlstimmen trotz Anweisungen der Chefs zuzustellen
Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Correos, der die Zusteller auffordert, ihre eigenen Vorgesetzten zu ignorieren. Diese Paradoxie fasst das Durcheinander um die Briefwahl zusammen, das im Vorfeld der vorgezogenen Neuwahlen im Juli herrscht. Alberto Núñez Feijóo, der das staatliche Unternehmen laut mehreren Beiträgen im Thread zwischen 2000 und 2003 leitete, forderte die Zusteller auf, die Stimmen „unabhängig von ihren Vorgesetzten“ auszuliefern. Der Satz hat sich schnell in sozialen Medien und Nachrichten verbreitet; Kritiker lesen darin eine Einladung zum Konflikt genau dann, wenn ein untadeliger Ablauf am dringendsten nötig ist.
Seine Zeit bei Correos ist kein Detail am Rande. Wer heute Transparenz vom Staatsunternehmen verlangt, hat es selbst jahrelang geführt – ein Fakt, der ihm aus verschiedenen Richtungen vorgeworfen wird. Da der Verdacht bereits besteht, wird jede Geste politisch interpretiert.
Das Briefwahl-Chaos in Zahlen
Die verfügbaren Daten deuten auf ein echtes Nadelöhr hin. Im Jahr 2019 wurden rund 900.000 Stimmen per Brief abgegeben, eine Zahl, die in einem der Beiträge erwähnt wird; das Volumen der Anträge für diese Wahl hat alle Erwartungen überstiegen. Ein Nutzer beschreibt Schlangen von etwa zwanzig Personen in einer Filiale, mit einer Bearbeitungszeit von rund 15 Minuten pro Vorgang, während die Sommerhitze die Situation verschärft.
Die Verteilung des Engpasses ist nicht einheitlich. Laut einem Beitrag konzentrieren sich die höchsten Prozentsätze auf Madrid, Tarragona, die Balearen, Sevilla, Málaga und Murcia. Manche sehen darin einen Hinweis, nicht weil die Daten schlüssig sind, sondern weil es genau jene Gebiete sind, in denen die PSOE am meisten zu verlieren hätte.
Die Personalausstattung ist das zweite Problemfeld. Es wird behauptet, dass nur ein Drittel des minimal erforderlichen Personals für die Abwicklung der Briefwahl bereitgestellt wurde, was die langen Wartezeiten erklären würde. Zudem schwebt das Datum im Raum: Wahlen mitten in den Sommerferien im Juli, wobei ein Teil der Wähler nicht an ihrem Wohnort ist.
Wer bewahrt die Stimmen auf und wer bewegt die Daten?
Die Auszählung liegt in den Händen von Indra, ein Punkt, der oft betont wird, um klassische Manipulationen auszuschließen: Die physische Zählung zu fälschen ist schwierig. Die Aufmerksamkeit verlagert sich daher auf die Datenübertragung, jenes Glied in der Kette, wo traditionell die eigentlichen Probleme liegen.
Hier taucht ein Detail auf, das Aufmerksamkeit erregt hat. Ein Nutzer behauptet, dass die Übermittlung der Wahlbeteiligungsdaten direkt an den Urnen und der Ergebnisse jedes einzelnen Wahllokals diesmal nicht von Personal der Correos durchgeführt wird, wie es bei Parlamentswahlen üblich ist, sondern von einem anderen Unternehmen. Dass das Staatsunternehmen und seine Führung – eine Ernennung, die Kritiker der Regierung zuschreiben – keine Vereinbarung zur Übernahme dieser Aufgabe erzielt haben, hat various Interpretationen genährt.
Von Feijóos Appell zum Sturm auf das Kapitol
Der härteste Vergleich kommt von links. Pablo Echenique hat Feijóos Forderung mit dem Sturm auf das US-Kapitol in Verbindung gebracht: Er argumentiert, Trump habe so begonnen und endete damit, einen Mob anzustacheln, der den Sitz der Legislative stürmte. Dies ist ein schwerer Vorwurf, formuliert als solcher, aber er misst gut die Temperatur der Debatte.
Auf der anderen Seite steht die gegenteilige Lesart. Die Neutralität der Correos infrage zu stellen sei legitim, wenn an der Spitze eine regierungsnahe Ernennung steht, und den Fokus auf die Briefwahl zu legen greife die Demokratie nicht an, sondern fordere Garantien. Zwei Denkrahmen, die sich kaum treffen werden.
CCOO, das „Staatsgeheimnis“ und das Unbewiesene
Mitten im Lärm tauchte die Erwähnung der Gewerkschaft CCOO auf: Der erste Beitrag im Thread unterstreicht, dass die Kritik an der Briefwahl nicht von der PP oder VOX stammt, sondern von CCOO. Ein anderer Nutzer fragt sich jedoch, was mit der Gewerkschaft passiert ist. Daneben kursiert die unbestätigte Behauptung, die Briefwahl sei zum „Staatsgeheimnis“ erklärt worden. Es gibt keine öffentlichen Dokumente, die diese Idee stützen, und sie verdient denselben Umgang wie andere Gerüchte, die den Prozess begleitet haben: Skepsis.
Die These vom Wahlbetrug: Was steht fest und was nicht?
Hier gilt es, Spreu vom Weizen zu trennen. Eine Strömung behauptet, Wahlbetrug sei unmöglich ohne Kontrolle über Correos und Indra, und daher habe nur die regierende Partei diese Fähigkeit. Eine andere geht viel weiter und versichert, alles sei im Voraus durch eine Art Loge entschieden, die Machtwechsel verteilt. Dies ist eine Hypothese ohne jeglichen Beweis dahinter und wird als solche präsentiert.
Unter den kursierenden Vorschlägen ist die Forderung nach einer separaten Auszählung der Briefwahlstimmen, ähnlich wie bei den Auslandswählern, um sie statistisch zu analysieren und Betrug auszuschließen oder zu bestätigen. Niemand mit Willen zur Transparenz sollte sich weigern, argumentiert der Befürworter.
Und eine wiederkehrende Warnung: Wer weder Medien noch Institutionen kontrolliert, kann kaum einen Wahlbetrug begehen. Dies ist das Argument dafür, dass je nach Wahlsieger der Verdacht immer auf dieselbe Seite zeigen werde.
Das Ende, das niemand unterschreibt
Es bleibt die Junta Electoral Central (Zentrale Wahlkommission), von der einige verlangen, dass sie von Amts wegen handelt. Es bleibt Feijóo, der sagt, er werde untersuchen, falls er Probleme vermutet. Und es bleibt die unbequeme Frage: Wenn die Briefwahl nicht unabhängig überprüft werden kann, wozu dient dann die Diskussion darüber, wer sie kontrolliert?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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