Onda Cero: Personalwechsel und Kritik an Programmreform

Alsina verlässt die Morgensendung, Latorre übernimmt den Slot. Marta García Aller führt La Brújula fort, was bei Hörern auf Widerstand stößt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Onda Cero: Personalwechsel und Kritik an Programmreform
Onda Cero verschiebt Morgenformate und hält La Brújula im Programm

Die Neugestaltung des Programmschemas von Onda Cero hat bei mehreren Forenhörern Unmut ausgelöst. Sie werten dies als interne Rochade statt als strategische Maßnahme zur Steigerung der Reichweite. Laut diesen Kommentaren verlässt Carlos Alsina die morgendliche Primetime, während Rafa Latorre von La Brújula in das Morgenprogramm aufrückt. An seiner Stelle übernimmt Marta García Aller die Abendsendung des Senders. Sie ist seit zwei Tagen auf Sendung. Einige ihrer Stammhörer haben bereits beschlossen, ihr nicht die geforderte Eingewöhnungszeit zu geben.

Wer ist wer im neuen Schema von Onda Cero

Der Manöver basiert auf drei Namen. Alsina, der die meistgehörte Sendezeit leitete, verlässt den Start in den Tag. Latorre, der La Brújula als eine Ironie und Regierungskritik bietende Abendshow aufgebaut hatte, wechselt in die Morgenstunden. Und Marta García Aller erbt die Nacht, jenes Zeitfenster, in dem die politische Diskussion des Senders stattfindet.

Der Start der neuen Sendung war von viel diskutierten Momenten geprägt. In einer der ersten Ausgaben interviewte García Aller eine afghanische Frau, die ihre Kinder nicht nach Spanien holen konnte. Anschließend sprach Olga Viza über Vaterschaft. Die Hörer sind der Meinung, dass das Format den Ton von La Brújula stärker verändert hat, als es der Name vermuten lässt.

Die am stärksten kritisierte Verschiebung: Latorre in die Morgenstunden

Was den Anhängern der Sendung am meisten schmerzt, ist nicht die Änderung am Abend, sondern die am Morgen. Diejenigen, die Latorre in La Brújula verteidigten, argumentieren, dass seine Ironie und die Angriffe auf die Regierung im Nachtprogramm besser funktionierten, mit weniger Werbeunterbrechungen und mehr Raum für Analysen. Am Morgen, so bemängeln sie, wirke er „weicher, entschärft“.

Nicht alle teilen die Einschätzung zu Alsina. Manche halten ihn für den besten Radiojournalisten der letzten Jahrzehnte, dessen Neutralität es ihm ermöglichte, Politiker jeder Couleur unter Druck zu setzen. Andere hingegen werfen ihm vor, Parteien mit parlamentarischer Vertretung boykottiert zu haben.

Das „Antenicidio“ als alter Geist bei PRISA

Mittig der Debatte taucht ein historisches Faktum auf, das sich jedes Mal wiederholt, wenn ein Sender den Besitzer wechselt, wie ein Forumsnutzer berichtet. Im Sommer 1992 stieg PRISA bei Antena 3 Radio ein und baute das Geschäft zwei Jahre später ab, indem es die Stationen absorbierte. Das administrative Instrument dafür war der Ministerrat vom 20. Mai 1994, der die Konzentration beider Ketten in Unión Radio genehmigte, einem Joint Venture von PRISA und der Gruppe Godó. Ohne diese Genehmigung, so die Argumentation, wäre das Vorhaben nicht tragfähig gewesen. Der Begriff „Antenicidio“ (Radio-Mord) blieb seither bestehen.

Es ist keine exakte Parallele zu Onda Cero, aber der Schatten des „Antenicidio“ hängt über jedem Wechsel des Besitzers oder der Umstrukturierung des Programmschemas.

Warum distanziert sich ein Teil des Publikums vom Generalisten-Radio?

Die Unzufriedenheit betrifft nicht nur Onda Cero. Es gibt eine breitere Strömung, die angibt, das Hören von Generalisten-Radios aus Desinteresse eingestellt zu haben: Das Argument lautet, dass die großen Sender die Analyse in Lagerkämpfe verwandelt haben und dass der Hörer die Einseitigkeit sofort erkennt. Alternativen wie das Hören historischer Sendungen als Podcasts, digitale Nischenradios oder Musiksender werden als Zuflucht auf dem Weg zur Arbeit genannt.

In diesem Kontext ist der Wandel bei Onda Cero nicht nur eine Frage des Programmschemas. Wer geht, verabschiedet sich nicht nur von einer Sendung; er verabschiedet sich von der Radioart, die er hörte.



Wenn das Kriterium die Reichweite ist, hat García Aller Spielraum: Einige fordern, ihr Zeit zu geben und sie nicht anhand von zwei Ausstrahlungen zu beurteilen. Wenn jedoch die historische Treue zu La Brújula das Kriterium ist, tickt die Uhr bereits. Manche haben ihr Ausstiegsdatum schon festgelegt: Januar.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (97 Antworten).

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