Autos von Anwohnern angezündet und neun Festnahmen in Bilbao
Wer bezahlt das Auto desjenigen, der es in Deusto abgestellt hat und verbrannt vorfand? Die kurze Antwort, die in der Debatte immer wieder fällt, lautet: die eigene Versicherung, sofern die Police es abdeckt. Die lange Antwort hat mit einer Veranstaltung zu tun, die nie stattfand, mit Hunderten Menschen auf der Straße und mit einer Rechnung, die in keiner Schlagzeile auftaucht. Nach der Absage des Besuchs von Vito Quiles in Bilbao — von seinen Kritikern als rechtsensrecht Agitator bezeichnet, der schließlich gar nicht in der Stadt erschien — schlug der gegen ihn angesetzte Protest in Ausschreitungen mit brennenden Müllcontainern, angezündeten Autos und einem Motorroller, Bengalos und Böllern um. Laut veröffentlichten Berichten gab es neun Festnahmen wegen der Ausschreitungen.
Was in Bilbao geschah und was brannte
Die Geschichte, die die Runde macht, ist die einer Kundgebung, die als Protest gegen die angekündigte Teilnahme des Aktivisten begann und mit ausgebrannten Containern und brennenden Privatfahrzeugen im Stadtzentrum und rund um Deusto endete. Die Szene wiederholte sich an mehreren Orten: brennende Stadtmöblierung, Bengalos und Böller. Nach ersten Berichten soll dieselbe Gruppe, die an den Auseinandersetzungen beteiligt war, Steine auf die Ertzain-Etxea in Deusto, die Polizeiwache, geworfen haben.
Die Verurteilung kam schnell. Der sozialistische Politiker Eneko Andueza brachte es so auf den Punkt: "Die Antwort auf eine Provokation kann niemals Gewalt sein." Neben der Verurteilung stellte sich von anderer Seite auch die unbequeme Frage nach dem Polizeieinsatz: Warum hielt die Ertzaintza die Gruppen, die mitten im Zentrum einer Hauptstadt Container anzündeten, nicht früher auf?
Von der kale borroka zum Auto des Nachbarn: Was brannte früher?
Hier beginnt die eigentliche Grundsatzdebatte, und sie ist keine kleine. Der Vergleich mit der klassischen kale borroka (baskischer Straßengewalt) taucht in fast jedem Gespräch auf, allerdings mit einer Feinheit, die die einfache Parallele zerstört: Damals galten die Angriffe Bankfilialen — inklusive geräumter Gebäude — und Stadtbussen mit Fahrgästen an Bord, wie ein Teilnehmer die anfängliche Darstellung richtigstellt. Ziele mit politischer Bedeutung oder medienwirksamer Wirkung.
Das Auto eines Privatmanns, geparkt in einer ganz normalen Straße, passt nicht in diese Logik. Und genau das irritiert am meisten: Öffentliches Eigentum wird verbrannt und aus dem Stadthaushalt ersetzt, und ebenso Privateigentum von Menschen, die nichts getan haben. Manche fassen es mit baskischem Trockenhumor zusammen: Öffentliches Geld gehört niemandem, also muss man damit ja irgendwie Rauch machen. Das Problem ist, wenn der Rauch aus der Motorhaube eines Gebrauchtwagens steigt.
Der Held von Deusto, der das Auto seines Schwiegervaters rettete
Die kleine Geschichte des Tages lieferte ein Anwohner. Asraf, ein junger Mann aus Deusto, wagte ein waghalsiges Manöver, um den Wagen seines Schwiegervaters aus dem Gebiet zu holen, in dem sich das Feuer gerade ausbreitete. Sein Kommentar: "Ich hatte große Angst." Er wartete nicht darauf, dass jemand kam, um ihm die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Die Anekdote, veröffentlicht von El Correo, ist mehr wert als jeder Schadensbericht: Jemand riskierte seine eigene Sicherheit für ein Auto, das ihm nicht gehörte, während andere Container und Fahrzeuge anzündeten.
Wer zahlt die Schäden: öffentliche Kassen und private Versicherungen
Die Rechnung verteilt sich auf zwei Schubladen. Container, Wartehäuschen und Stadtmöblierung sind kommunales Eigentum: Sie werden mit dem Geld aller ersetzt. Private Fahrzeuge laufen über die Versicherung, mit dem Kleingedruckten als Hauptdarsteller. Der bittere Witz, der kursiert — man ruft bei der Versicherung an und hört, dass nur verlorene Schlüssel gedeckt sind —, ist übertrieben, weist aber auf ein reales Problem hin: Deckungen, Selbstbeteiligungen und Schadensrückstufen, die am Ende genau diejenigen zahlen, die zusehen mussten, wie ihr Auto brannte.
Dazu kommt der diffuse Schaden: beschädigte Geschäfte und Lokale, die in der Debatte ebenfalls unter den Geschädigten genannt werden. Die zugrunde liegende Frage — wer übernimmt die Reparatur der verbrannten Autos in Bilbao — hat bis heute keine einheitliche Antwort.
Das Provokations-Argument
Der politische Streit dreht sich um ein Wort: Provokation. Die eine Seite sagt, der Besuch eines Aktivisten, der von der Anspannung der Stimmung lebt, sei eine absichtlich gelegte Lunte, und die sarracena Verantwortung verteile sich auf alle. Die andere erwidert, zwischen dem Gefühl, provoziert worden zu sein, und dem Anzünden eines Fahrzeugs liege eine freie Entscheidung, zu der niemand gezwungen ist. Wer diese These vertritt, erinnert daran, dass bei Übergriffen die Ausrede mit Kleidung oder vorherigem Verhalten des Opfers seit Jahrzehnten als inakzeptabel gilt — und sie jetzt auf das Anzünden fremder Autos anzuwenden, erscheint ihnen zumindest kurios.
Ist Vito Quiles wirklich so wichtig?
Das ist die Frage, die über allem schwebt. Seine Wahllaufbahn — ein Kampagnenabschluss der aragonesischen PP, eine Zeit auf den Listen von SALF, von der er sich später offenbar distanziert hat — ist inzwischen selbst zum Diskussionsthema geworden, wie ein Teilnehmer anmerkt, der darauf verweist, dass er für "die Rechte" gestimmt werden wollte, ohne eine Partei zu nennen. Seine Verteidiger in der Debatte halten dagegen, dass sein Wert nicht in den mobilisierten Stimmen liegt, sondern in dem Bild, das er auslöst: eine linke Straße, die auf eine Absenz mit brennenden Containern reagiert. Es kursieren auch Lesarten, wonach die Inszenierung orchestriert war; dafür gibt es keinerlei Belege.
Am Ende sind sich alle über einen Punkt einig, der keinen Widerspruch duldet: Das ausgebrannte Auto gehörte einem Anwohner. Gestritten wird nur darüber, wessen Schuld es ist. Den Rauch nimmt der Wind mit; die Rechnung nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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