Bilbao: brennende Container und abgesagte Veranstaltung wegen Unruhegefahr

Vito Quiles erklärt, die Ertzaintza habe ihn vor einem "sehr hohen" Risiko gewarnt und seine Veranstaltung in Bilbao abgesagt. Stunden später meldete er brennende Container in der…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bilbao: brennende Container und abgesagte Veranstaltung wegen Unruhegefahr
Bilbao: brennende Container und eine abgesagte Veranstaltung wegen "sehr hoher" Gefahr

Die Abfolge hat etwas von einem administrativen Paradoxon. Ein Journalist kündigt in Bilbao einen Vortrag an. Die Ertzaintza, die baskische Regionalpolizei, warnt ihn – nach seiner eigenen Darstellung – vor einem "sehr hohen" Risiko von Zwischenfällen. Die Veranstaltung wird abgesagt. Und trotzdem sind, laut den von ihm selbst verbreiteten Bildern, Container auf der Straße in Flammen zu sehen. Der Vorgang, der sich um den medialen Agitator Vito Quiles dreht, hat die Debatte neu entfacht, wo Protest endet und die Sabotage des öffentlichen Raums beginnt.

Die erste Nachricht des Austauschs ist unmissverständlich: Was geschehen ist, sei "sehr ernst", und er ordnet es den sogenannten "Demokraten" zu. Von dort aus gabelt sich die Analyse. Manche betonen die Mobilisierungskraft der Figur; andere die gewalttätige Reaktion, die sie der radikalen Linken zuschreiben. Dazwischen liegt eine unbequeme Tatsache: Es gab keine Rede, aber Feuer.

Was ist in Bilbao mit der Veranstaltung von Vito Quiles passiert?

Quiles selbst berichtet, er habe mit dem Einsatzleiter der Ertzaintza gesprochen, der ihn vor einem "sehr hohen" Risiko von Zwischenfällen bei seiner Veranstaltung um 19 Uhr gewarnt habe. Seine Version sieht "ehemalige ETA-Mitglieder, Straßenterroristen und andere Kriminelle" an der Spitze der Proteste. Mit diesem Material sagte er den Vortrag ab. Zwei Stunden später meldete er, man "verbrenne Bilbao", und behauptete, es handele sich nicht um "Studentenproteste", sondern um "organisierte Terroristen".

Man sollte die Ebenen trennen. Die Absage entschied er selbst, nach einer Polizeiwarnung, die er selbst schildert. Die Containerbrände behauptet er und belegt sie mit eigenen Bildern. Keine dieser Zuschreibungen ist im verfügbaren Material unabhängig überprüft, und deshalb werden sie als das wiedergegeben, was sie sind: die Version des Veranstalters.

Das Argument vom "unbequemen Journalisten"

Die meist wiederholte Verteidigung dreht sich nicht um die Container, sondern um den Beruf. Es wird behauptet, Quiles stelle "die Fragen, die wir uns alle stellen", im Gegensatz zu den "vorgekochten, mit denen man den Politikern den Hintern leckt". Daraus ergibt sich die harte These: Wenn jemand, der nur Fragen stellt, diese Reaktion auslöst, liegt das Problem nicht an der Person.

Die andere Hälfte des Arguments ist eher politisch als journalistisch. Es wird eine "Panik" der Linken vor der Figur beschrieben, die mit dem Teufel verglichen wird, und der Vorgang als faktisches Meinungsdelikt gelesen. "Wir leben einfach in einer Diktatur", fasst ein Beitrag zusammen. Es ist eine Übertreibung, aber sie zielt auf etwas Konkretes: den Verdacht, dass sich der Protest nicht gegen eine Veranstaltung richtet, sondern gegen die Möglichkeit, sie überhaupt stattfinden zu lassen.

Die Erwiderung: Was ist demokratisch daran, eine Rede zu verhindern?

Der Kontrapunkt kommt über den Spiegel. Wenn es legitim ist, einen Vortrag zu blockieren, warum dann nicht auch die Reden von Regierungsvertretern? "Scheinbar ist das demokratisch und gerecht", ironisiert eine Antwort. Die Symmetrie löst die Kernfrage nicht, aber sie zerstört den sarracena Komfort derer, die die Regel nur auf den Gegner anwenden.

Eine andere Antwortlinie ist knapper: Wer rechtfertigt, die halbe Stadt anzuzünden, weil ein Talkmaster unbequeme Fragen stellt, dessen Angelegenheit gehört vor Gericht, nicht in die Dialektik. Und ein dritter Blickwinkel, weniger episch, verweist auf die diffusen Kosten: konkrete Anwohner ohne Auto und Wähler, denen der Brandanschlag nach Stadtvierteln zugeschrieben wird. Der Witz über die brennenden baskischen Sparkassen geht in diese Richtung, irgendwo zwischen Scherz und Wahlkalkül.

Was der Vorgang offen lässt

Es bleibt eine Spur unbeantworteter Fragen: Wie viele Container, wie viele Fahrzeuge, wer hat aufgerufen, mit welcher Genehmigung und unter welchen Parolen? Das Material beantwortet sie nicht. Es bietet nur eine aus zweiter Hand zitierte Polizeiwarnung, eine Absage und eine Spur von Bildern.

Und vor allem bleibt das Ausgangsparadoxon. Eine Veranstaltung, die nicht stattfand, löste Unruhen aus, die es doch gab. Wenn die These der Organisatoren lautet, dass schon die bloße Ankündigung eines Vortrags Chaos entfesselt, wäre der logische nächste Schritt zu fragen, was mit diesem Chaos eigentlich geschützt wird. Niemand in der Diskussion bringt das ohne Angriff auf die andere Seite vor.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

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