Boris-Roboter will 20 Dollar in 2 Millionen verwandeln

Der Forex-Bot Boris startet mit 20 Dollar Ziel 2 Millionen, doch das erste Ergebnis zeigt -9,31 Dollar Verlust inkl. Gebühren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Boris-Roboter will 20 Dollar in 2 Millionen verwandeln
Boris: Der Roboter, der 20 Dollar um das Hunderttausendfache vermehren will

Boris ist keine Person, sondern ein Programm. Seine erklärte Mission: Mit 20 Dollar auf den Devisenmarkt gehen und mit 2 Millionen herauskommen, wobei das Kapital monatlich verdoppelt wird. Er startete und verlor sofort. Das erste verfügbare Ergebnis: -9,31 Dollar, inklusive Gebühren. „Bisher ist Boris eine Pleite“, gab sein Schöpfer zu, der im Bereich Finanzrisiko-Software arbeitet und den Roboter in seiner Freizeit programmiert. Es braucht Mut, die roten Zahlen eines solchen Experiments zu veröffentlichen, und es hat auch seine Logik: Wer seinen Misserfolg ankündigt, enttäuscht selten.

Wie will ein Roboter 20 Dollar jeden Monat verdoppeln?

Die Idee ist so simpel wie sie klingt. Der Roboter setzt Orders über 18 Pips mit Stop-Loss und Take-Profit, sucht nach der richtigen Richtung und wechselt bald zu einer Range von 15 bis 25 Pips. Das Risiko steigt mit dem Guthaben: Je mehr Kapital, desto aggressiver die Wette. In den ersten Phasen stieg das Guthaben von 20 auf 37 Dollar. Das unmittelbare Ziel war 50 in zwei Wochen, Annäherung an 70 oder 100 in einem Monat. „Mit 60 gebe ich mich zufrieden“, fügte der Projektleiter hinzu, der erst Fremdkapital akzeptiert, wenn er 1.000 Dollar und sechs Monate Historie hat.

Markov-Ketten und Trendwechsel: So entscheidet der Algorithmus

Unter der Haube steckt keine Kristallkugel, sondern ein statistisches Modell. Das System nutzt endliche diskrete Markov-Ketten, die bei langsamen Marktänderungen optimiert werden. Bewegt sich der Markt abrupt, bleibt keine Zeit zur Anpassung, und der Roboter schaltet ab. Er sucht Punkte für scharfe Preisumkehrungen und wettet basierend auf früheren Treffern und Fehlern. Zu den Variablen gehören die Tageszeit und die Bewegung der letzten 24 Stunden. Manche fragen, warum das Modell vorab durch Excel und Matlab läuft, ob ein Kalman-Filter getestet wurde. Andere fordern direkt die Faktorliste oder genetische Algorithmen zur Anpassung.

C++, C# und MySQL: Die Technik hinter MetaTrader

Die technische Seite ist nicht geheim. Der Roboter wird in C++ und C# auf Visual Studio gebaut, mit einer MySQL-Datenbank zur Datenspeicherung. Eine Brücke in C++, eine DLL für MQL4, verbindet MetaTrader mit dem Roboter: zum Auslesen von Daten und Senden von Orders. Jede Sekunde rechnet das Programm und entscheidet, ob es eine Operation startet. Auch Textdateien tauschen Daten aus, wie ein Protokoll der letzten 50 Orders, jede Minute aktualisiert.

Die Kosten haben einen Namen: 7 Dollar pro Lot Kommission. Zum Umgehen von MetaTrader und direktem Broker-Handel meint der Autor, es sei möglich – der Broker ist letztlich nur ein Server –, funktioniere aber meist nicht. Er bevorzugt die offene Plattform für mql4-Skripte und Datenaustausch.

Von -9,31 Dollar zu 1.000: Die Reise der ersten Version

Der Start war eine Kette von Fehlern. Drei korrigiert in den ersten Tagen; dann stagnierte das Guthaben. Eine Pause wegen Gesundheitsproblemen des Entwicklers, dann zurück an die Arbeit. Das Fazit ist widersprüchlich: „Der Bot hatte Fehler, generierte aber 1.000 Dollar.“ Später kam die Einsicht, dass er wie jeder Roboter versagte, als sich der Markt änderte und die Software nicht anpasste. Die Antwort ist Version zwei, die laut Schöpfer im letzten Jahr das Hundertfache renditieren soll, allerdings nur in Tests, nicht mit echtem Geld. Der Plan: Live-Gang und Echtzeit-Veröffentlichung jeder Position auf Twitter.

Der Schatten der Martingale: Warum die Wahrscheinlichkeit gegen Sie spricht

Monatliche Verdopplung hat arithmetische und psychologische Probleme. Liegt die Trefferquote nahe 50 % und kommen Gebühren hinzu, ist das langfristige Erwartungswert der Ruin. Das Wettsystem, Einsätze nach Verlusten zu verdoppeln, die Martingale, taucht als klassische Warnung auf, genau wie bei Versprechen, kleine Konten zu multiplizieren. Die Startzahl ist kein Zufall: 20 Euro kosten ein Hamburger, die maximal tragbare Verlustgrenze ist definiert.

Nicht alle nehmen es locker. Gegenüber denen, die 40.000 Euro Kredit für den Roboter wollen oder Wunder verlangen, gibt es eine Erfahrung, die die Stimmung kippt: Jemand verlor vor fünf Jahren 10.000 Euro im Forex und rät niemandem dazu.

200 Dollar monatlich und ein Portfolio sterbender Roboter

Hinter der 2-Millionen-Versprechung steht eine bescheidene Methode: Roboter testen, optimieren, aufgeben, wenn sie nicht funktionieren. Hält einer sechs Monate, Einsatz verdoppeln; hält er weitere sechs, wieder verdoppeln; danach 25 % der Gewinne entnehmen. Nach diesem Kriterium behauptet er Programme, die vollautomatisch 200 Dollar monatlich produzieren, und strebt fünf oder sechs mit über einem Jahr Laufzeit an. Die Grundidee ist ein Roboter-Portfolio, diversifiziert wie Aktien.

Auch Verachtung für Titel kommt vor: Kein Doktorat in Mathe oder Physik macht jemanden schlauer, sagt er. Er definiert sich als Mathematiker ohne Topologie-Kurse und betont, seine Arbeit stecke nicht in Büchern, sondern in Forschungsstunden und wissenschaftlicher Methode. Er kündigt an, nichts zu berechnen, und falls es funktioniert, könnte man es bei volumenrabattierten Brokern kopieren. Das scherzhafte Alternativangebot: Ein 20.000-Euro-Kurs über Ruin an Börse und Forex.

Die irritierende Rechnung ist nicht die des Roboters, sondern der Arithmetik. 20 Euro etwa 36 Mal zu verdoppeln, übersteigt eine Billion und überholt den heutigen reichsten Menschen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, gibt der Autor zu, aber möglich: Nur Glück und keine Angst, das Programm seine Regeln ausführen zu lassen. Mit diesen Zutaten kann alles dabei herauskommen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (130 Antworten).

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