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Bolsonaro naht an absolute Mehrheit und erzwingt Stichwahl in Brasilien
Bolsonaro lag zu Beginn der Auszählung über 50 %, fiel dann aber auf 47 % und erzwingt eine Stichwahl gegen Lula. Das Legislative- und Länder-Kartenbild wird von der…
Bolsonaro naht an absolute Mehrheit und erzwingt Stichwahl in Brasilien
Die Auszählung der brasilianischen Präsidentschaftswahl begann am Sonntag mit einer Zahl, die auf der Linken alle Alarmglocken schrillen ließ: Bei 20 % ausgezählter Stimmen lag der rechtskonservative Kandidat Flávio Bolsonaro über 50 % und war einem Sieg in der ersten Runde nahe. Die ersten Berechnungen gaben ihm 11.520.790 Stimmen gegenüber 9.168.405 für Lula da Silva. Der Vorsprung schrumpfte später, doch der Schreck hatte sich im Narrativ festgesetzt.
Mit fortschreitender Auszählung fiel Bolsonaros Prozentwert stetig. Bei 50 % ausgezählter Wahllokale lag er nur noch bei 50,20 %, und der Trend in den kleinen Wahlkreisen begann, sich zugunsten Lulas zu verschieben. Das Endergebnis mit mehr als 99 % ausgezählter Stimmen wies den rechtskonservativen Kandidaten mit 47 % und den linken Anführer mit 45 % aus. Der Abstand war dahin. Es wird eine Stichwahl geben.
Der Schatten des Wahlbetrugs und der Sturz unter 50 %
Bolsonaros Sturz unter die 50-%-Marke nährte den Verdacht auf Manipulation. Im letzten Abschnitt der Auszählung holte Lula zwei Millionen Stimmen auf, als der Abstand vier Millionen betrug. Für manche Analysten erklärt sich diese Wende nur durch die Auslands- und Briefstimmen, die tendenziell der Linken nützen. Für andere ist es der Beweis für ein intransparentes Wahlsystem.
Die Ergebnisseite des Obersten Wahlgerichts (TSE) stellte die Aktualisierung ausschließlich der Präsidentschaftswahl für etwa 40 Minuten ein, zwischen 19:06 und 20:08 Uhr. Die Daten zu Gouverneuren, Senat und Abgeordnetenkammer liefen normal weiter. Die brasilianische Zeitung Metrópoles berichtete, das TSE habe keine Erklärung für die Unterbrechung gegeben. In diesem Zeitraum erhöhte Lula laut kursierenden Auszählungen seine Stimmen um fast 8 %.
Niemand weiß etwas, aber alle haben Verdacht. Die brasilianischen Wahlcomputer, als unüberwindbar dargestellt, geraten erneut ins Visier. Die Betrugsvorwürfe sind nicht durch öffentliche Belege gestützt, doch die Geschichte der Intransparenz des Systems nährt die Skepsis.
Ein Land, das rechter ist, als es scheint
Über das Präsidentschaftsrennen hinaus zeichnen die Ergebnisse der Parlaments- und Landtagswahlen eine klar nach rechts geneigte Landkarte. Nach bestätigten Daten würde die Rechte 18 Bundesstaaten regieren, die Mitte 3 und die Linke 6. Im Senat kommt die Rechte auf 39 Sitze, die Linke auf 5. In der Abgeordnetenkammer beträgt das Verhältnis 388 zu 124.
Diese territoriale und parlamentarische Dominanz erklärt, warum viele Bolsonaro für die Stichwahl im Vorteil sehen. Die dritt-, viert- und fünftstärksten politischen Kräfte des Landes sind ausnahmslos rechts. Eine Linke links von Lula existiert praktisch nicht. Der Wind weht ihm zugute.
Das wirtschaftliche Erbe: Zinslast von 9 % des BIP
Die neue Regierung, wer auch immer sie führt, wird kaum Spielraum haben. Brasilien zahlt 9 % des BIP an Schuldzinsen, einer der höchsten Werte weltweit. Lulas Versprechen großzügiger Staatsausgaben prallen an dieser Realität ab. Haushaltsdisziplin wird unvermeidlich sein, und jeder Versuch, die Ausgaben auszuweiten, muss sich mit dem Markt auseinandersetzen.
Die Kurse von Petrobras und Suzano sind zum Barometer der Erwartungen geworden. Manche Investoren sehen Potenzial bei Suzano, aber nur, wenn der Kurs auf die Hälfte des aktuellen Werts fällt und die Schuldenreduzierung besser wird. Die Börse vergisst nicht.
Was wird in der Stichwahl passieren?
Die Stichwahl findet am kommenden Sonntag statt. Bolsonaro gilt nach den Auswertungen der Parlamentsergebnisse und der territorialen Verteilung der Stimmen als klarer Favorit. Doch die Linke gibt nicht auf. Das Gespenst eines erneuten Wahlbetrugs schwebt über dem Wahlkampf. Internationale Beobachter haben angekündigt, die Vorgänge in der ersten Runde gründlich zu prüfen.
Der Film hat gerade erst begonnen. Brasilien, auf dem Weg zu Freiheit und Ordnung, sagen manche; auf dem Weg ins Chaos, sagen andere. Das Einzige, was sicher ist: Die Auszählung hat mehr Fragen hinterlassen als Antworten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (58 Antworten).
Flávio Bolsonaro gewinnt die erste Runde der Wahl in Brasilien mit über 47 Prozent der Stimmen und tritt am 25. Oktober bei der Stichwahl gegen Lula da Silva an, wie La Gaceta berichtet.
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