Bluetooth-Chip-Theorie bei Geimpften scheitert an Praxistests

Die Theorie über Bluetooth-Chips in Geimpften lässt sich im Freien nicht reproduzieren, da die Reichweite gering ist und die meisten Handys Bluetooth deaktiviert haben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bluetooth-Chip-Theorie bei Geimpften scheitert an Praxistests
Bluetooth bei Geimpften: Eine Theorie, die außerhalb scheitert

Ein Telefon mit aktiviertem Bluetooth zeigt innerhalb weniger Sekunden eine Liste unbekannter MAC-Adressen an. Für einen Teil des Publikums ist diese Liste der Beweis dafür, dass Impfstoffe einen Chip enthalten, der ein Signal aussenden kann. Die Anleitung dazu lautet: Bluetooth in einem Supermarkt aktivieren, die erkannten Geräte prüfen und zählen, wie viele davon niemand zuordnen kann. Diese Methode hat jedoch ein grundlegendes Problem: In solchen Umgebungen senden gleichzeitig Dutzende von Geräten Signale aus. Bei Tests außerhalb dieser gesättigten Umgebungen konnte das Phänomen nicht reproduziert werden.

Graphen, Nanotubes und Mikrochips, die den Wirt überleben. Die Idee von Bluetooth bei Geimpften hat sich ebenso stark gewandelt wie ihre vermeintlichen Überprüfungsverfahren. Zum Zeitpunkt dieser Diskussion hat keine wiederholbare Messung außerhalb einer gerätegesättigten Umgebung das versprochene Ergebnis geliefert.

Was die Theorie des Bluetooth-sendenden Chips stützt

Die Hypothese besagt, dass die Impfkampagne dazu diente, Elemente – Graphen, Nanotubes, Mikrochips – in den Körper einzuschleusen, die in der Lage sind, ein identifizierbares Bluetooth-Signal auszusenden. Die Befürworter behaupten, dass die Betroffenen schwere Leiden oder sogar den Tod erleiden und dass das mit einem Handy erfasste Signal nur der sichtbare Teil eines größeren Systems sei. „Glaubt ihr wirklich, dass sie sich so viel Mühe gegeben haben, nur um Bluetooth zu installieren?“, fasst eine der Nachrichten zusammen. Dieser Sprung – von einer Liste von Geräten zu einer globalen Operation – ist genau der Punkt, an dem der Behauptung die Grundlage entzogen wird.

Warum ein injizierter Chip keine Eigenenergie haben kann

Ein Gerät, das sendet, benötigt Energie, und hier liegt die erste technische Hürde. Ein Teilnehmer zitierte einen wissenschaftlichen Artikel, wonach in Kochsalzlösungen, die den Körperflüssigkeiten ähneln, eine Potentialdifferenz von etwa 1,4 Volt und einige Mikroampere gemessen werden. Dieser minimale Wert würde höchstens einen passiven Empfänger aufrechterhalten, aber keinen kontinuierlich arbeitenden Bluetooth-Sender. In einem leblosen Körper verschwindet diese Differenz zudem, was die Legende von Signalen, die auch nach dem Tod weiter ausgesendet werden sollen, widerlegt.

Bluetooth: Das am wenigsten diskrete Protokoll für geheimes Tracking

Sollte das Ziel darin bestehen, die Bevölkerung unbemerkt zu verfolgen, ist Bluetooth die denkbar schlechteste Wahl. Es ist ein billiges, weit verbreitetes und vor allem leicht zu entdeckendes Protokoll: Es hat eine Reichweite von höchstens 10 bis 12 Metern, und jedes Handy kann die Geräte in der Nähe ohne spezielle Werkzeuge auflisten. Hinzu kommt, dass laut einigen Teilnehmern die überwältigende Mehrheit der Telefone – etwa 99% – das Bluetooth standardmäßig deaktiviert hat, sodass fast niemand den Empfänger eingeschaltet hätte, um etwas zu sehen. Zudem ändern sich die erkannten MAC-Adressen von Test zu Test, was auf gewöhnliche Mobilgeräte hindeutet und nicht auf einen fest implantierten Identifikator.

Die durchgeführten Tests: Strand, Feld und Friedhof

Auch die Feldexperimente unterstützen die Theorie nicht. Es gibt Leute, die die Methode an den Strand verlegt haben und das Phänomen nicht reproduzieren konnten. Andere schlagen vor, es auf einem freien Feld zu wiederholen, wobei alle Anwesenden geimpft und ohne Telefone sein sollten – etwas, das bisher niemand mit positiven Ergebnissen dokumentiert hat. Der extremste Fall führte jemand auf Friedhöfe, wo laut Bericht Emissionen von Verstorbenen registriert wurden. Die einfache Erklärung lautet: Ein verwesender Körper erzeugt keinen elektrischen Strom.

Der Ursprung der Idee: Graphen beim Mobile World Congress

Die Spur der Theorie führt zu einem konkreten Ursprung. Ein Teilnehmer verweist auf ein Interview aus dem Jahr 2016 auf dem Mobile World Congress, in dem Graphen Anwendungen zugeschrieben werden, die neuronale Signale registrieren und WiFi-Antennen nutzen. Von dort bis zu der Behauptung, dass das Material injiziert wird und per Bluetooth sendet, ist es ein weiter Weg, den niemand mit Daten belegt hat. Auch auf Fiktion wird hingewiesen: Teile der Elementen, die den Impfstoffen zugeschrieben werden, tauchen zuvor in Romanen auf. „Es ist wahrscheinlicher, dass die Autorin ihre Inspiration aus dem Internet gezogen hat, als dass das Internet die Autorin kopiert hat“, fasst eine Antwort zusammen.

Die andere Kernfrage: Was moderiert wird und was man durchgehen lässt

Ein Großteil der Diskussion drehte sich nicht um den Chip, sondern um die Entscheidung, den Inhalt zu entfernen. Wer die Theorie verteidigt, behauptet, dass Zensur sie nur stärkt; dem gegenüber steht das Argument, dass die Behauptung mit einem Handy in der Hand innerhalb von fünf Minuten widerlegt werden kann. Die Diskussion lässt eine unangenehme Frage offen: Inwieweit ist es sinnvoll, eine Hypothese zu löschen, die ohnehin in sich zusammenbricht.

Das letzte Paradoxon ist hart für die Theorie selbst. Das stärkste Argument gegen sie ist kein offizieller Bericht: es ist das Bluetooth selbst, ein Protokoll mit einer Reichweite von 10 oder 12 Metern, das jeder ohne Erlaubnis auflisten kann. Wer ein globales Tracking aufbauen wollte, hätte billigere und effektivere Gesichtserkennungskameras. Der Wunderchip hingegen geht ihm einfach die Batterie aus.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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