BlackRock, Larry Fink und der spanische Boden: Die offene Rechnung
Der weltweit größte Investmentfonds verwaltet fremdes Geld. Dieser Detail, der eigentlich der Ausgangspunkt jeder seriösen Diskussion sein sollte, geht fast immer unter in der Frage, wer wirklich das Sagen hat. Das Treffen des spanischen Ministerpräsidenten mit dem CEO von BlackRock, Larry Fink, zur Entspannung der Aktionärsspannungen bei Telefónica – sowie die zeitgleich geäußerte Kritik von ERC und Unidas Podemos, weil es während der Verhandlungen zum Wohnraumgesetz stattfand – hat den Vermögensverwalter ins Zentrum zweier Themen gerückt, die lange getrennt betrachtet wurden: Wer kontrolliert strategische Unternehmen und wer entscheidet, wo man leben darf.
BlackRock ist kein opportunistischer Fonds aus der Nachbarschaft. Es ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Und das verändert die Analyse erheblich.
Besitzt BlackRock alles, was es kauft?
Nein. Oder nicht ganz. Der technische Unterschied ist wichtig: Die Firma kauft Aktien für die Fonds ihrer Kunden, sodass diese Anteile ihr nicht gehören, sondern schrittweise erworben werden, um die Sparpläne Dritter zu füllen. Sie verwaltet, sie besitzt nicht. Diese Verwechslung verkauft Schlagzeilen und erzeugt unnötige Angst.
Das Ausmaß ist jedoch gewaltig. Es gibt eine Kreuzbeteiligung zwischen BlackRock und Vanguard – jede hält Aktien der anderen –, ein gesellschaftsrechtlicher Knoten, der erklärt, warum fast jedes große börsennotierte Unternehmen dieselben Firmen im Aktionariat hat. Wenn vom „Eigentümer der Welt“ die Rede ist, liegt hier die Wurzel des Gerüchts. Man sollte dies vom Fakt trennen.
Wohnraum: Fonds kaufen Wohnungen, Schlüssel werden gefordert
Hier wird die Sache weniger theoretisch. Die häufigste Anschuldigung lautet, dass Investmentfonds Wohnraum kaufen und damit die Zukunft der Menschen blockieren, parallel zu einem Wohnraumgesetz, dessen Verhandlungen mit den Treffen des Ministerpräsidenten mit Großinvestoren zusammenfielen. Daraus ergibt sich die härteste Lesart: Was noch übrig war, sei zu Schnäppchenpreisen versteigert worden.
Dies ist vorerst eine Position. Als konkreter Bericht taucht der Fall eines Eigentümers auf, dem angeblich von seiner Gemeinde die Herausgabe der Schlüssel einer Eigentumswohnung im Rahmen eines Mega-Urbanisierungsprojekts abverlangt wurde. Eine Überprüfung ist nicht möglich, daher sollte man es lesen als das, was es ist: ein Zeichen sozialer Nervosität, kein Beweis. Privateigentum scheint nicht mehr sicher, wenn dahinter ein größeres Interesse steht.
Der eigentliche Konflikt ist nicht, ob ein Fonds ein Gebäude kauft. Er ist, ob er auch die Regel kaufen kann, die bestimmt, was gebaut wird.
Renten: Titulierung des Systems und wer zuletzt kommt
Die zweite Dimension betrifft die Rente. Im verbreiteten Material gibt es einen minutengenauen Verweis – etwa bei Minute 3:10 –, wonach der nächste Schritt die Titulierung der Renten sei, also deren Umwandlung in ein weiteres Finanzinstrument. Geschieht dies, wird es keine Frage der Vermögensverwalter mehr, sondern des Gesellschaftsvertrags.
Die am meisten wiederholte These ist unbequem: Das öffentliche System ist konstruktionsbedingt nicht tragfähig, und wer zuletzt eintritt, zahlt die Party. Übersetzt: Die Jungen. Dies ist keine bewiesene Tatsache, sondern eine Haltung, aber sie erklärt, warum das Treffen mit Larry Fink eher als Warnung denn als diplomatische Anekdote gelesen wird.
Larry Fink, Davos und das Wohnraumgesetz: Das Kreuzfeuer der Kritik
Der Ministerpräsident verteidigte in Davos seine Treffen mit Großinvestoren gegen die Kritik seiner eigenen Koalitionspartner und von ERC. Die offizielle Rechtfertigung ist die Anziehung von Investitionen; die kritische Lesart besagt, dass man mit jenen verhandelt, die später die Wohnraumpolitik bestimmen. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Genau darin liegt das Problem.
Der demografische Hintergrund verschärft das Gefühl: Eine Wirtschaft mit vierzehn Millionen Singles und niedriger Geburtenrate lässt wenig Raum für Optimismus. Die schwebende Frage ist nicht, ob Kapital hereinkommt, sondern unter welchen Bedingungen es wieder hinausgeht.
Was tun mit Ersparnissen, wenn der Staat nicht rettet?
Mitten im Lärm gibt es eine Lehrbuchgeschichte, die Ruhe verdient. Jemand investierte in ETFs auf den S&P 500, den Londoner FTSE, Technologie und REITs – die sogenannten iShares –, wechselte dann zu Indexfonds von Amundi (Europa, EU und UK, Japan und Asien-Pazifik) und verkaufte schließlich, als die Depotbank eigene Gebühren erhob. Er gewann 4.000 Euro. Nicht weil er ein Wolf of Wall Street war, sondern weil er einstieg, als die Zentralbanken druckten, als gäbe es kein Morgen.
Daraus folgt eine Schlussfolgerung, die keine Beratung ist: Sparen, das Geld arbeiten lassen, damit die Inflation es nicht auffrisst, versuchen, Wohneigentum zu halten, auch wenn es Jahre dauert, und nicht darauf vertrauen, dass der Staat die Rente bezahlt. Der Rest ist meist Rauch mit Diagramm.
Die Rechnung ist noch nicht gekommen. Wenn sie kommt – und sie wird über Wohnraum, Rente oder Boden kommen –, ist sie wahrscheinlich bereits tituliert und in den Händen jemandes, der günstig gekauft hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (171 Antworten).