Dani Alves: Freikauf gegen Kaution nach Vergewaltigungsurteil

Dani Alves kommt nach vier Jahren Haft frei, zahlt eine Million Euro Kaution und muss sein Passwort abgeben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Dani Alves: Freikauf gegen Kaution nach Vergewaltigungsurteil
Dani Alves auf Kaution frei: Millionenbetrag für vorläufige Entlassung

Dani Alves wurde weder freigesprochen noch begnadigt. Dasselbe Gericht, das ihn erstinstanzlich wegen Vergewaltigung verurteilt hatte, gewährt ihm nun die Freiheit gegen eine Kaution von einer Million Euro, beschlagnahmt seinen Reisepass und lässt die Strafe von viereinhalb Jahren bestehen, die noch nicht rechtskräftig ist. Es handelt sich um die Aufhebung der Untersuchungshaft, nicht um ein Ende des Verfahrens. Diese Nuance, die wie juristische Haarspalterei klingt, erklärt fast alles, was danach folgte.

Warum das Gesetz trotz Urteils die Tür öffnet

Die Regel ist wenig glamourös, aber entscheidend: Niemand darf länger als die Hälfte seiner Strafzeit in Untersuchungshaft bleiben, ohne dass ein rechtskräftiges Urteil vorliegt. Bei viereinhalb Jahren lag die Obergrenze bei etwa zwei Jahren und drei Monaten. Da der Fall vor den Obersten Gerichtshof (Tribunal Supremo) gehen wird, wäre diese Frist abgelaufen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werden konnte: Die Alternative zur Kaution war ohnehin seine Freilassung.

Die Staatsanwaltschaft forderte zwischen 8 und 9 Jahre Haft, was das Fluchtrisiko erhöhte und die strenge Handhabung rechtfertigte. Daher kommen die zwei nicht symbolischen Bedingungen: eine Kaution von einer Million Euro und die Einbehaltung des Passes. Die Justiz spricht ihn nicht für unschuldig; sie setzt einen Preis auf die Wartezeit.

Eine Million, die für ihn Peanuts sind – Kautionsbemessung nach Vermögen

Strafrechtliche Kautionen werden nicht nach der Schwere der Vorwürfe festgelegt, sondern nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Angeklagten. Ein mittelloser Angeklagter würde eine deutlich geringere Summe zahlen müssen. Dies ist das Argument, das erklärt, warum die Million für einen Fußballer, der in den großen europäischen Ligen verdient hat, praktisch Peanuts sind.

Die Vermögensdetails sind komplizierter. Es wird behauptet, dass die Klägerin bereits eine Entschädigung von 150.000 Euro erhalten habe und dass Alves dieses Geld leihen musste, da sein Vermögen gepfändet war. Parallel dazu hätte das Finanzamt einen Rechtsstreit gegen ihn verloren und müsste ihm rund neun Millionen zurückzahlen, bestehend aus übermäßig beschlagnahmten Mitteln und Zinsen. Bonität und Liquidität sind nicht dasselbe, und diese Diskrepanz erklärt einen Großteil der Inszenierung.

Berufung: Der Oberste Gerichtshof kann bestätigen, mildern oder verschärfen

Hier spalten sich die Prognosen. Eine Strömung erinnert daran, dass bei Sensual höhere Instanzen die Strafen oft nach oben korrigieren, und warnt, dass die heutige Freiheit zu einer erneuten Inhaftierung führen kann, wenn der Tribunal Supremo die Strafe erhöht. Eine andere Antwort besagt, dass die Kaution kein Kauf ist: Sie wird im Voraus hinterlegt, verfällt bei Nichterscheinen und sagt nichts über die inhaltliche Beurteilung aus.

Was die richterliche Anordnung jedoch hinterlässt, ist das Gefühl, dass das erstinstanzliche Urteil – das angeblich stark auf der Glaubwürdigkeit der Klägerin basierte – weit vom letzten Akt entfernt ist. Der Justizkalender, nicht die Statistik, wird den Rest entscheiden.

Brasilien, Auslieferung und der „Salon-Fluchtplan“

Mit beschlagnahmtem Pass bleibt die Fantasie vom Privatjet genau das: eine Fantasie. Brasilien unterhält seit Jahren ein Auslieferungsabkommen mit Spanien, und der Fall eines anderen brasilianischen Fußballspielers, der wegen Vergewaltigung verurteilt wurde und seine Strafe in seinem Heimatland absitzt, zeigt dies: Ein Standortwechsel ändert nichts am Akteninhalt. Trotzdem gab es – halb im Scherz – Ratschläge zur Flucht in ein Land ohne Abkommen.

Zwei Lesarten, die sich nicht versöhnen lassen

Eine Position argumentiert, dass hier die Zweiklassengesellschaft bestätigt werde: Wer Geld hat, kommt früher raus, und verweist auf die fünfzehn Jahre Haft jedes Verurteilten in einem anderen prominenten Fall. Die Gegenposition kontert mit dem Gesetz und dem Zeitplan: Keiner dieser Prozesse hatte denselben Ablauf oder dieselbe Grenze für Untersuchungshaft, und die Regel gilt für Reiche und Arme gleichermaßen.

Darunter liegt eine dritte, unbequeme Lesart ohne Beweisgrundlage: Dass die Schilderungen der Klägerin Widersprüche enthielten, die das Gericht nicht für ausreichend hielt, um ihre Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Dies ist die am häufigsten kursierende These, erfordert aber größte Vorsicht bei der Formulierung, da bisher niemand dies belegt hat.

Mit bezahlter Kaution und ohne Pass ist davon auszugehen, dass Alves in Spanien bleibt, bis der Tribunal Supremo entscheidet. Was dieses Urteil bringen wird – Bestätigung, Milderung oder Verschärfung – weiß niemand, wobei man bedenken sollte, dass Wetten auf Gerichtsentscheidungen spät ausgezahlt werden und oft schlecht stehen.


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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (170 Antworten).

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