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BitConnect: Absturz von 400$ auf unter 1$
BitConnect schließt seine Leihplattform, die Kryptowährung fällt unter einen Dollar. Das bedeutet einen Einbruch von über 99,75% seit Januar, als der Kurs noch bei mehr als 400$ lag.
BitConnect stürzt unter einen Dollar nach einem Verlust von mehr als 99%
Wie lange braucht ein Vermögenswert, um von über 400 Dollar auf weniger als einen zu fallen? BitConnect hat dies in wenigen Wochen bewiesen. Die Plattform kündigte die Schließung ihrer Leih- und Tauschbörse an, und ihr Token BCC notiert bereits unter einem Dollar, bei 0,996793 Dollar. Der Einbruch beträgt seit dem 1. Januar mehr als 99,75%, als die Währung noch über 400 Dollar pro Stück handelte. Dieser Zusammenbruch kam für viele im Krypto-Ökosystem jedoch nicht überraschend; es war längst bekannt, dass hier kein echtes Geschäft dahintersteckte.
Die Warnungen waren alt. Aus den eigenen Reihen der Kryptoszene wurde wiederholt betont, dass es sich um einen Ponzi-Scheme (Schneeballsystem) mit technologischem Anstrich handle. Für viele Teilnehmer ist die Frage nun nicht mehr, ob es Betrug war, sondern warum so viele trotzdem einstiegen und was das über den Rest des Marktes aussagt.
Was war BitConnect und wie funktionierte es?
Die Plattform präsentierte sich als Dienstleister für Darlehen mit Zinsen. Investoren kauften die eigene Währung, das Unternehmen gab an, diese an Dritte zu verleihen, und verteilte im Gegenzug eine Rendite, die wie vom Himmel gefallen wirkte. Das Kleingedruckte passte nie zusammen. Wer den Mechanismus analysierte, kam zu dem Schluss, dass diese Zinsen nicht aus echten Krediten stammten, sondern aus den Einzahlungen neuer Käufer.
Die häufigste Beschreibung skizziert einen geschlossenen Kreislauf: Das Geld der Späteinsteiger finanziert die Zahlungen an die Ersten. Manche relativieren dies und behaupten, die Zinsen seien in Dollar ausgezahlt worden und hätten sich aus der Aufwertung des Bitcoin gespeist, nicht aus Krediten. In jeder Version hing die Rendite davon ab, dass ständig neue Leute Geld einbrachten. Wenn der Zufluss versiegt, bricht das Kartenhaus zusammen.
Der Widerspruch zum Dollar
Eine Paradoxie durchzieht diese gesamte Geschichte. Befürworter von Kryptowährungen als Alternative zu staatlichem Geld messen ihren Reichtum… in Dollar. Man lehnt den Euro und den grünen Schein ab, aber jeder Gewinn wird anhand seines Gegenwerts in der verachteten Währung gefeiert. Zum Kaufen, Verkaufen oder einfach nur, um sich reich zu fühlen, dreht sich die Branche weiterhin um Fiat-Geld.
Diese Abhängigkeit ist kein Detail am Rande. Wenn der Wert einer Kryptowährung in traditioneller Währung ausgedrückt wird, bleibt der letzte Maßstab der Markt, den man eigentlich umgehen wollte. Die Community, die monetäre Unabhängigkeit versprach, definiert Erfolg letztlich mit demselben alten Maßstab.
Reich auf dem Papier oder wirklich reich?
Eine der schärfsten Diskussionen drehte sich darum, wann ein Gewinn real ist. Ein Investor prahlte damit, 76% reicher zu sein als drei Monate zuvor. Die Antwort ließ nicht auf sich warten: Solange die Kryptowährungen nicht in Euro umgewandelt werden, ist dieser Reichtum theoretisch. Es ist der alte Konflikt zwischen realisiertem Wert und Buchgewinn, der nur Bestand hat, solange niemand verkauft. Im Hintergrund schwang auch die Debatte mit, ob der „echte“ Euro nur der von der Europäischen Zentralbank ausgegebene sei – ein Nuance, die im Mund eines Enthusiasten eher wie eine Ausrede als wie ein Argument klingt.
Warum ist Bitcoin nicht BitConnect?
Der Zusammenbruch diente Bitcoin-Befürwortern dazu, Distanz zu schaffen. Sie argumentieren, dass ihre Technologie ein offenes Netzwerk ohne Zinsversprechen oder Verwalter fremder Gelder sei und nicht mit einem Produkt vergleichbar, das feste Renditen versprach. Bitcoin steigt und fällt, aber niemand garantiert etwas. Das Argument überzeugt formal, inhaltlich jedoch weniger.
Ein Investor fasste seine Position in einer einfachen Idee zusammen: Halten, den Kurs ignorieren und auf eine Erholung warten. Die Linie zwischen Glaube und Analyse ist in dieser Branche kaum zu ziehen.
Wer gewinnt und wer verliert?
Der Schaden konzentriert sich auf jene, die zuletzt eingestiegen sind. Manche erinnern daran, dass solche Abstürze persönliche Ersparnisse zerstören und dass nicht alles ein Grund zum Lachen ist. Dem gegenüber steht die Ansicht, dass die Spielregeln bekannt waren: Wer gewinnt, gewinnt; wer verliert, verliert. Niemand vergießt Tränen, wenn der Markt steigt.
Die Diskussion verfängt sich in der alten Frage nach Gerechtigkeit. Einige meinen, der Wert einer Währung sollte auf etwas Greifbarem basieren; andere entgegnen, dass der heutige Preis eine Tatsache ist, kein sarracena Urteil, und dass Käufer das Risiko eingegangen sind. Keine der beiden Seiten überzeugt die andere.
Ist dies der erste große Krypto-Zusammenbruch?
BitConnect ist zum Synonym für Kollaps innerhalb der Branche geworden. Der Fall zeigt die Kluft zwischen Projekten mit realer Aktivität und Strukturen, die nur existieren, solange neues Geld hineinfließt. Die offene Frage bleibt, wie viele andere diesem Weg folgen, ohne dass jemand es bemerkt, bis es zu spät ist.
Das Ereignis hinterlässt eine unbequeme Gewissheit. In einem Markt, in dem Preise in jener Währung gemessen werden, die man bekämpfen will, und in der garantierte Renditen das erste Warnsignal sind, lebt der geduldige Investor neben dem Spekulanten, ohne genau zu wissen, welcher von beiden er selbst ist. Und währenddessen notiert die Währung, die das System ändern sollte, unter einem Dollar. Welche Ironie.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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