Bitcoin übersteigt Billionen-Marke dank Gold-ETF-Umschichtung

Bitcoins Marktkapitalisierung überschreitet eine Billion USD, während Kapital aus Gold-ETFs in Krypto fließt. Die Korrektur bleibt abwartend.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bitcoin übersteigt Billionen-Marke dank Gold-ETF-Umschichtung
Bitcoin bei 52.000 Dollar: Gold-ETFs finanzieren die Rally

Bitcoin notiert nahe der Marke von 52.000 Dollar und seine Marktkapitalisierung hat wieder die Billionengrenze überschritten. Entscheidend ist nicht die runde Zahl selbst, sondern die Herkunft des Kapitals: Es wird vermutet, dass Gold-ETFs liquidiert werden, um Positionen in Krypto-Assets aufzubauen. Die Vorstellung, dass das Edelmetall zugunsten der digitalen Währung Platz macht, wird bereits als feststehendes Narrativ behandelt. Fünfzehn Jahre nach seiner Entstehung steht die gefürchtete Korrektur erneut unmittelbar bevor.

Wie stark stieg Bitcoin an und woher kommt das Geld?

Der Kapitalfluss ist das zentrale Argument. Die börsengehandelten Fonds für Bitcoin hätten Mittel angezogen, die zuvor in ETFs auf das Edelmetall ruhten. Diese Rotation wird als Beweis dafür gewertet, dass institutionelles Anlegerverhalten die Technologie nun akzeptiert. Eine Marktkapitalisierung von einer Billion ist die Zahl, die in allen Diskussionen kursiert.

Die Gegenreaktion folgt schnell. Ein Teil der Analyse betrachtet die ETFs lediglich als Hülle: derselbe Schwindel in neuem Gewand, wobei Gold nur Kulisse sei. Der eigentliche Verdacht lautet, dass große Akteure keine echten Coins kaufen müssen, um den Preis zu bewegen; ihnen genügen Papier-Bitcoin, Futures und börsengehandelte Produkte.

Es gibt einen dritten Weg, weniger heroisch und unbequemer: Dass die Verschiebung der Mittel nur eine Anekdote im Quartalsfluss ist und Bitcoin keinen Verfall des Goldpreises benötigt, um zu steigen. Niemand hat bisher konkrete Zahlen vorgelegt, die diese Debatte abschließen.

Das 2-Prozent-Risiko, das für jeden anders aussieht

Hier bricht die Erzählung auseinander. Steigt Bitcoin von 50.000 auf 51.000 Dollar, entspricht dies einem Anstieg von 2 %. Für jemanden, der bei 50.000 gekauft hat, ist genau das der Gewinn. Für jemanden, der bei 1.000 eingestiegen ist, bedeutet dieselbe Bewegung eine zusätzliche Rendite von 100 % auf den bereits erzielten Gewinn. Dieselbe Kurskerze, zwei völlig unterschiedliche Lebensrealitäten.

Aus dieser Asymmetrie ergibt sich eine der häufigsten Lücken: Recht haben ist nicht dasselbe wie rechtzeitig recht gehabt zu haben. Der Einstiegspreis entscheidet darüber, wer einen Rückgang von 50 % aushalten kann, ohne zu verkaufen, und wer beim ersten Schock panisch aussteigt. Und wer gar nicht erst eingestiegen ist, leidet am meisten darunter.

Ist Bitcoin eine Blase wie die Tulpenmanie?

Der Vergleich mit der holländischen Tulpenmanie ist der älteste und zugleich am heftigsten diskutierte Topos in diesem Bereich. Die Südseeblase erreichte ihren Höhepunkt im Sommer 1720 und kollabierte im September desselben Jahres – ein Zeitraum von etwa neun Monaten. Das Schema von Charles Ponzi dauerte acht Monate ab Anfang 1920. Keine dieser Strukturen überlebte zwei Jahre.

Bitcoin existiert seit fünfzehn Jahren. Dies ist das Argument jener, die behaupten, es sei naiv, eine Tulpe mit einem Netzwerk zu vergleichen, das rund um die Uhr gehandelt wird. Auf der anderen Seite wird eine unangenehme Zahl wiederholt: Vierzehn Einbrüche von mehr als 90 % vom Höchststand im Laufe seiner Geschichte. Die größten Skeptiker kontern mit Madoff und Forum Filatélico, zwei Betrugssysteme, die ebenfalls über fünfzehn Jahre bestanden, bevor sie zusammenbrachen. Die Dauer allein beweist nichts.

Verkauf bei 65.000 und Kauf eines Sportwagens

Es gab ein konkretes Versprechen: Bei 65.000 verkaufen und den Erfolg mit einem Sportwagen feiern, um dann wieder von vorne zu kaufen. Dieser Plan wurde teilweise umgesetzt. Die Position wurde auf etwa 2.000 Bitcoin reduziert, der Rest verkauft.

Die Begründung für den Verkauf hat nichts mit technischer Analyse zu tun: fünfzig Jahre Warten, der Rat anderer, sich Ziele zu setzen, und der Verdacht, dass wer keine Ziele setzt, am Ende mit Aktien im Depot stirbt, während die Kinder das Geld genießen. Die Antwort von der anderen Seite kam mit Galgenhumor: Wenn das Ziel der Sportwagen ist, sollte man vielleicht warten und gleich neun davon kaufen.

Gold steigt jährlich um 8 %, aber das Metall bleibt ruhig

Wer sein Vermögen in Metallen hält, beobachtet all dies ohne mit der Wimper zu zucken. Die gängige Zahl besagt, dass Gold im Durchschnitt 8 % pro Jahr steigt, eine Rendite, die, so wird argumentiert, nicht weit von dem entfernt ist, was der Aktienmarkt liefert. Die Kritik an Bitcoin richtet sich nicht gegen den Preis, sondern gegen die Natur des Assets: Den Besitz einer Zeichenkette, deren Wert jemand definiert, mit physischem Metall zu vergleichen, hinkt.

Wichtig ist, dass diesem Investorentyp egal ist, ob Bitcoin steigt oder fällt. Es gibt keine Dringlichkeit, kein Zeitfenster, keine Angst, etwas zu verpassen. Das entkräftet die Hälfte der Verkaufsargumente, die gegen ihn vorgebracht werden.

Mit Bitcoin bei einer Billion Marktkapitalisierung und Gold-ETFs, die Terrain verlieren, scheint das Fenster offener denn je. Vielleicht lautet die entscheidende Frage jedoch nicht, wie hoch Bitcoin noch steigen kann, sondern wie viel von dem, was einige jetzt gewinnen, andere bereits durch verspäteten Einstieg verloren haben.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (172 Antworten).

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