Bitcoin: Das geforderte 10x und die 6,47 % Gebühren
Kann Bitcoin das Leben noch verändern? Das ist die Frage, die das Versprechen befeuert, rechtzeitig einzusteigen und als Millionär auszutreten, doch das Kleingedruckte wird schnell deutlich. Damit eine bescheidene Investition wirklich etwas bewirkt, muss die Kryptowährung nicht nur steigen, sondern sich verzehnfachen. Mit tausend Euro ist das eine ganz andere Hausnummer. Und selbst dann ist es nicht kostenlos: Wer in einem echten Geschäft mit Bitcoin bezahlt, zahlt bei einer 100-Euro-Transaktion mit einer Karte eine Gebühr von 6,47 %.
Wie stark muss der Bitcoin steigen, um das Leben zu verändern?
Es braucht mehr als nur ein 10x, und das zu erreichen ist schwierig. Die Rechnung ist simpel: 1.000 Euro investieren und auf den großen Coup hoffen ist kein Plan, sondern ein Lottospiel vor dem Chart. Ein 10x auf tausend Euro sind zehntausend; auf zehntausend sind es hunderttausend. Nichts davon erreicht man durch bloßes Warten, sondern durch das Timing am Markt.
Das Muster, daserfahrene Anleger beschreiben, sieht anders aus. Jeder starke Kurssturz zieht neues Geld an, in der Hoffnung auf das 10x. Monate vergehen, die Position liegt weiterhin 95 % im Minus, es kommt eine Erholung, man steigt wieder ein und der Zyklus wiederholt sich. Der Markt nährt sich laut dieser Analyse von der Illusion und dem Geld derer, die zu spät kommen, während diejenigen, die auf den Höchstständen von 2017 gekauft haben, immer noch darauf warten, ihr investiertes Kapital zurückzuerhalten.
Dem gegenüber steht das Vertrauen der Überzeugten: Wer Bitcoin akkumuliert, tut dies in der Erwartung, dass der Wert trotz kurzfristiger Volatilität steigen wird. Die Gegenrede erfolgt schnell und scharf: Eine Überzeugung ist noch lange keine Prognose.
Die tatsächlichen Gebühren beim Bezahlen mit Bitcoin
Mit Bitcoin im Superwares an der Ecke zu bezahlen, hat seinen Preis. Der am häufigsten genannte Weg ist die Visa-Karte, die einige Exchanges (Börsen für Kryptowährungen) ausgeben, und die genannte Zahl ist eindeutig: 6,47 % Gebühr für eine Karte im Wert von 100 Euro. Bei einem kleinen Einkauf mag das wie Peanuts erscheinen; wenn es jedoch jede Woche über Jahre hinweg geschieht, ist es das nicht.
Die zweite Hürde ist der Wechselkurs. Um in Euro zu bezahlen, muss von Kryptowährung in Fiatwährung umgetauscht werden, und dabei addieren sich die Gebühren der Wechselstube zu denen des Händlers. Bei einem Aktienbroker hingegen wird die Operation mit 1 Euro pro Kauf und 1 Euro pro Verkauf abgeschlossen, unabhängig von der Menge. Zwei Modelle, zwei Rechnungen.
Die vollständige Aufschlüsselung — Ausgabe der Karte, Tageswechselkurs und Auszahlungskosten — zeigt, warum die Vorstellung, Bitcoin diene heute zum täglichen Lebensmitteleinkauf, hinkt. Die Berechnung, Posten für Posten, ist es, was Einsteiger oft verblüfft.
Von fast 50.000 Euro auf 25.000: Die Preis-Achterbahn
Die Zahlen, die die Diskussion prägen, zeichnen drei Jahre voller Schwindelgefühle. Im Jahr 2021 erreichte der Bitcoin fast 50.000 Euro. 2022 schwankte er zwischen 40.000 und 15.000. Zum Zeitpunkt des Austauschs notierte er bei etwa 25.000 Euro. Wer am Hochpunkt kaufte, verbucht einen enormen nominalen Verlust; wer am Tiefpunkt kaufte, einen Gewinn, den er wahrscheinlich noch nicht realisiert hat.
Daraus ergibt sich eine wiederkehrende Idee: Die Rendite derer, die Bitcoin gekauft haben, hängt vollständig vom Einstiegsdatum ab. Sie kann bei 50 % in Euro gelegen haben, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Hinzu kommt, dass jede Konvertierung ihren Tribut fordert, weshalb der Vergleich mit einer Festanlage nicht so sauber ist, wie er scheint.
Was den Preis stützt: Dividenden, ETF und De-Dollarisierung
Hier ändert sich der Ton. Die Bitcoin-Befürworter sprechen nicht vom Brötchenkauf, sondern von Wertaufbewahrung und Absicherung. Sie argumentieren, dass er dazu dient, sich vor einer Sperrung des Bankkontos zu schützen, dass er auf regulierten Plattformen gehandelt wird und dass bereits Verwalter wie BlackRock an einem Spot-Bitcoin-ETF arbeiten. Die De-Dollarisierung (die Abkehr vom US-Dollar als Weltreservewährung) treibe in die gleiche Richtung, so die Argumentation. Die Quellen, die dieses Argument stützen, stammen aus Wirtschafts- und Technologiemedien.
Der Kontrast zur traditionellen Börse ist am schärfsten. Ein IBM-Portfolio, das Anfang 2021 gekauft wurde, schüttete netto mehr als 5 % Dividende pro Quartal aus, bei einer Aktienwertsteigerung von über 50 %, wie das Beispiel zeigt. Der Vorteil ist nicht nur die Rendite: Man muss nichts verkaufen, um zu kassieren. Bei Bitcoin zwingt jede Ausgabe dazu, eine Position aufzulösen.
Für diejenigen, die vergleichen, gibt es eine langweiligere Alternative mit extrem niedrigen Gebühren: einen auf den S&P 500 indexierten Fonds. Und das Risiko, das Bitcoin zugeschrieben wird, ist konkret: dass eine Regierung das Mining als umweltschädlich einstuft und verbietet oder dass eine Aufsichtsbehörde schlussfolgert, dass es Terrorismus finanziert, und die Exchanges schließt.
Illegale Nutzung und regulatorisches Risiko
Der klassische Vorwurf lautet, dass Bitcoin nur für Drogen, Kinderpornografie, Raubkopien und Diebesgut nützlich sei. Die Antwort leugnet die Nutzung nicht, relativiert sie jedoch: Der Dollar bewegt seit Jahrzehnten den Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln, und das sei, so wird argumentiert, Teil seiner Akzeptanz und seines Wertes. Bitcoin wäre eine praktischere Alternative zu Gold für dasselbe und für alles andere.
Das ernsthafte Risiko ist hingegen nicht das Verbrechen, sondern die Regulierung. Hier liegt die Asymmetrie. Wenn das Mining verboten wird oder die Wechselstuben geschlossen werden, trocknet die Liquidität aus und der Preis hat keinen bekannten Boden mehr. Dieses Szenario ist nicht ausgeschlossen, und wenn es eingepreist wäre, sähe der Kurs ganz anders aus.
Am Ende bleibt ein Markt, der verlangt, dass man rechtzeitig einsteigt, 95-prozentige Einbrüche aushält und beim Ausstieg Gebühren zahlt. Jeder wird Bitcoin zu dem Preis bekommen, den er verdient, sagt das Sprichwort der Branche. Was jedoch unbestreitbar bleibt: Den Wocheneinkauf bezahlt man weiterhin mit Euro.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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