Bitcoin-Berechnung von 2013: Heute zeigt sie 6.629 Dollar

Ein einfacher Algorithmus bewertete Bitcoin 2013 auf 88,97 $ mit nur 4 % Abweichung. Heute ergibt die Formel 6.629 $, obwohl der Autor den Wert manuell nach oben korrigiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Berechnung mit zwei öffentlichen Daten, die den Bitcoin-Preis traf

Im April 2013 überstieg Bitcoin die Marke von 130 US-Dollar, und ein Großteil der Wirtschaftspresse hatte ihn bereits als Blase abgetan. Eine im Internet kursierende Berechnung sagte genau das Gegenteil voraus: Der faire Preis läge bei 49,94 Dollar. Drei Monate später, als die Währung zwischen 88,10 und 97,50 Dollar notierte, lieferte dieselbe Formel einen Wert von 88,97. Die Fehlerquote lag bei etwa 1 %.

Die Formel war alles andere als komplex. Sie basierte auf drei Datenpunkten: dem Kurs von 13 Dollar Anfang Dezember 2012, den damals im Umlauf befindlichen 10.498.000 Bitcoins und den 45.200 Wallets, die auf blockchain.info registriert waren. Die Idee war simpel: Wenn die Anzahl der Halter steigt, steigt auch der Wert jeder einzelnen Münze proportional.

Die zwei öffentlichen Daten, die die Formel speisen

Das gesamte Modell stützt sich auf etwas, das in der realen Wirtschaft nicht existiert: ein offenes, für jedermann einsehbares Kontoregister. Die Menge der ausgegebenen Bitcoins ist exakt und in jedem Block öffentlich; auch die Anzahl der erstellten Wallets ist kein Geheimnis. Damit lässt sich per Dreisatz eine Bewertung ableiten, die weder von einer Zentralbank noch von Quartalsbilanzen abhängt.

Die konkrete Formel lautet: 13 × (aktuelle Wallets / 45.200) × (10.498.000 / im Umlauf befindliche Bitcoins). Multipliziert wird mit 13, da dies der Ausgangspreis war; dividiert wird durch die neuen Münzen, da jede Emission die vorherigen verwässert.

Es gab Einwände von Anfang an. Ein Großteil der Coins liegt in Händen von Nutzern, die keine gehosteten Wallets verwenden, und Neulinge verhalten sich anders als Veteranen. Der Autor selbst räumte ein, dass die Annahme eines durchschnittlichen Kapitals pro Wallet falsch sei und nur als Näherung diene. Dennoch verteidigte er die Metrik: Das Erste, was ein Anfänger tut, ist die Erstellung einer Wallet, daher eignet sie sich zur Messung des Wachstums.

Die Spread sank von +176 % auf +4 % in drei Monaten

Die Reihe der Bewertungen zwischen April und Juli 2013 macht das Muster deutlich:

  • 05.04.13: Bewertung 49,94 $ gegenüber einem Kurs von 130,24–144,94 $. Spread +176 %.
  • 14.05.13: Bewertung 72,83 $ gegenüber 109,42–119,80 $. Spread +57 %.
  • 23.05.13: Bewertung 76,93 $ gegenüber 123,00–126,90 $. Spread +62 %.
  • 13.06.13: Bewertung 83,86 $ gegenüber 97,50–103,70 $. Spread +20 %.
  • 01.07.13: Bewertung 88,97 $ gegenüber 88,10–97,50 $. Spread +4 %.

Die Überbewertung korrigierte sich nicht, weil der Preis abstürzte, sondern weil die Anzahl der Wallets schneller wuchs als die Ausgabe neuer Münzen. Das Modell passte sich also selbst an. Das ist die interessante Erkenntnis – und zugleich die größte Schwäche: Wenn der Indikator verzerrt wird, wird es auch das Ergebnis.

Die Exponentialkurve von 0,6 % täglich brachte dieselbe Warnung

Ein zweiter, unabhängiger Ansatz kam zu einem ähnlichen Schluss. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen täglichen Wertsteigerung von 0,6 % in der gesamten Geschichte der MtGox-Kurse ergab die Formel Wert = 0,1845 × exp(0,0059 × Tag), wobei Tag 1 auf den 17. Juli 2010 festgelegt wurde, am 15. November 2013 eine Bewertung von 243,74 Dollar gegenüber einem Kurs von 436,34 Dollar: ein Spread von +79 %.

Die Extremwerte dieses Modells sind erwähnenswert. Maximale Überbewertung im Juni 2011 (+2215 %) und im April 2013 (+234 %). Maximale Unterbewertung im Oktober 2010 (-80 %) und im Dezember 2012 (-64 %). Zwei unterschiedliche Methoden mit verschiedenen Daten deuteten auf dieselben Euphorie-Höhenpunkte hin.

Warum hinkt das Modell im Laufe der Jahre hinterher?

Weil seine beiden Grundannahmen an Genauigkeit verlieren. Erstens: blockchain.info erfasst nicht mehr denselben Anteil der Wallets im Ökosystem und unterschätzt daher das tatsächliche Wachstum der Halterzahl. Zweitens: Millionen von Bitcoins sind für immer verloren, und die Berechnung verteilt sie gleichmäßig wie die aktiven Münzen.

Man schätzt, dass zwischen einer und drei Millionen Münzen unwiederbringlich sind. Dieses Geld, das sich nicht mehr bewegen kann, dürfte eigentlich keinen Kurs haben, bläht aber den Nenner auf. Korrigiert man diese Verzerrungen, steigt die Bewertung – doch niemand weiß, um wie viel: Es gibt keine Möglichkeit, verlorene Wallets oder solche, die nie online waren, präzise zu messen.

Von 2.571 Dollar bis zum Stillstand der Berechnung

Bei einem Bitcoin-Kurs von 2.571 Dollar zeigte das Modell einen Spread von -17 %: Zum ersten Mal seit Jahren lag die geschätzte Bewertung über dem Marktkurs. Wenige Stunden später, bei 2.299 Dollar, weitete sich der Spread auf -46 %. Im Januar 2018, mitten im Markt-Crash, wandte jemand die Formel an und erhielt etwa 4.000 Dollar; eine andere Version, basierend auf 33 Millionen Wallets und 17,5 Millionen Münzen, ergab 6.000 Dollar.

Die letzte bekannte Überprüfung liefert 6.629 Dollar, basierend auf 38.941.254 Wallets und 17.735.863 im Umlauf befindlichen Bitcoins. Der Autor selbst erkennt an, dass dieser Wert unter der objektiven Bewertung liegt und setzt sie aus dem Bauchgefühl heraus auf über 11.000 Dollar. Gegen die These staatlicher Rückendeckung argumentiert die andere Analyse-Schule, dass Bitcoin wie jede andere Fiat-Währung funktioniere, jedoch ausschließlich vom Vertrauen der Akzeptanten getragen werde.

Hier stößt die Berechnung an ihre Grenzen. Ein Zwei-Variablen-Modell funktioniert nur, solange die Variablen das messen, was sie vorgeben zu messen. Niemand weiß, wie viele Bitcoins für immer verloren sind, niemand weiß, welchen Prozentsatz des Marktes blockchain.info heute noch abbildet, und die notwendige Anpassung, um diese Lücken zu schließen, ist buchstäblich Schätzung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (356 Antworten).

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