Big-Tech-Entlassungen durch Ende des billigen Geldes, nicht KI

Google beschäftigte 186.779 Mitarbeiter, während die Branche Stellen strich. Das Ende des billigen Kapitals, nicht KI, erklärt die Kürzungen bei Big Tech.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Big-Tech-Entlassungen durch Ende des billigen Geldes, nicht KI
KI verschleiert die wahre Ursache der Entlassungen bei Big Tech

Technologieunternehmen leeren ihre Büros nicht, weil eine Maschine gelernt hat, Code zu schreiben. Sie tun es, weil das Geld, das ihre Belegschaften während der Pandemie aufgebläht hat, teuer geworden ist. Diese Diagnose gewinnt unter denen an Bedeutung, die Bilanzen und Aktienkurse verfolgen, und widerspricht der modischen Erklärung: dass künstliche Intelligenz bereits jeden ersetzt, vom Ingenieur bis zum Marketing-Mitarbeiter. Die vernünftige Frage ist nicht, ob KI dies eines Tages tun wird, sondern ob sie es bereits tut. Die verfügbaren Daten sagen vorerst nein.

Musk folgen oder der KI weichen: die zwei Ausgangstheorien

Das Thema begann mit zwei Verdächtigen auf dem Tisch. Der erste, Elon Musk: Sein Einstieg bei Twitter, mit einem milliardenschweren Kauf und brutalen Personalabbau, hätte als Drehbuch für den Rest der Branche gedient. Der zweite, künstliche Intelligenz: endlich fähig genug, Köpfe abzuschneiden, wobei die Rezession nur die perfekte Auslieferung bot, um dies ohne Argwohn zu tun.

Keine der beiden hält einer ernsthaften Prüfung stand. Die Kürzungen begannen, bevor Twitter die Hände wechselte, und Googles Belegschaft wuchs, statt einzubrechen: 186.779 Mitarbeiter im letzten Quartal, ein Anstieg von 30.279 in nur einem Jahr. Außerdem ist Twitter im Vergleich zu den großen Technologieunternehmen ein Floh, und sein Problem war nicht KI, sondern gewaltige Schulden und sinkende Einnahmen.

Das Ende des kostenlosen Geldes erklärt die Kürzungen

Die sich durchsetzende Erklärung ist langweiliger und unbequemer. Während der Pandemie war Geld kostenlos, verlustreiche Unternehmen handelten, als würden sie die Welt erobern, und es gab überschüssige Kasse für massenhafte Einstellungen. Als die Inflation die Federal Reserve zwang, den Hahn zuzudrehen, erst leicht und dann ernsthaft, wurde die Finanzierung teurer und nicht tragfähige Projekte begannen zusammenzubrechen. Investoren, die zukünftige Gewinne gekauft hatten, forderten klare Rechenschaft.

Und hier kommt die Anpassung. Zuerst wird dort gekürzt, wo keine Umsätze erzielt werden. Dann dort, wo es stört. Technologieunternehmen haben sich an das beispiellose Drucken von Geld gewöhnt und müssen nun den Kater bezahlen.

Welche Positionen wirklich gestrichen werden

Viele Analysen begehen einen groben Fehler: anzunehmen, dass jeder in einem Technologieunternehmen ein Ingenieur ist. Dem ist nicht so. In Belegschaften mit Zehntausenden Menschen gibt es viele Ebenen, die das Produkt nicht berühren und während des Booms geschaffen wurden: Kommunikation, Marke, Personalwesen, Koordination, mittleres Management. Positionen, die keine Einnahmen generieren und Meetings vervielfachen.

Wenn die Kürzung kommt, sind diese die ersten, die gehen. Manche behaupten, dass ein großer Teil der Entlassungen überdimensionierte Positionen betrifft, um interne Quoten zu erfüllen, nicht technische Profile.

Warum KI noch keinen Programmierer ersetzt

Es lohnt sich, hier innezuhalten, denn viele wiederholen das Gegenteil, ohne es getestet zu haben. Der technische Einwand ist solide: Code lesen ist schwieriger als ihn zu schreiben. Wenn eine KI Software generiert, muss jemand sie überwachen, Fehler finden, Sicherheitslücken prüfen und für das Bereitgestellte verantwortlich sein. Der menschliche Aufwand sinkt nicht; er steigt.

KI dient dazu, Wiederholendes, Vorhersehbares, was schon tausendmal geschrieben wurde, zu automatisieren. Von dort bis zur Entbehrlichkeit eines Senior-Ingenieurs ist es ein weiter Weg. Wer beides verwechselt, musste wahrscheinlich nie maschinell erzeugten Code debuggen. Das hindert die Angst nicht daran, real zu sein: In einem Team von fünf klingt es möglich, einen oder zwei zu entfernen.

Offshoring, Gehälter und die nächste Anpassung

Mit teurer Finanzierung sucht die Branche Marge anderswo: bei den Lohnkosten. Viel Arbeit verlagert sich nach Indien oder Polen oder wird an große Beratungsfirmen mit Teams dort ausgelagert. Die Qualität der Ergebnisse ist eine Lotterie und Kunden bemerken es langsam, aber kurzfristige Einsparungen dominieren. Manche argumentieren, das Ziel sei, Löhne zu senken.

Die Analyse ist nicht abgeschlossen. Während diskutiert wird, ob KI oder Zinsen schuld sind, scheint zweifelsfrei, dass der fröhliche Einstellungszyklus kurzfristig nicht zurückkehrt. Belegschaften werden sich unter ihren Höchstständen stabilisieren, KI wird sich weiter verbessern und die Branche lernt, mehr mit weniger zu tun. Ob dies in bessere Produkte oder nur höhere Aktionärsgewinne mündet, ist eine andere Geschichte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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