Gold und Blase: Wenn das Metall den Dollar entlarvt

Zwischen 1946 und 2011 stieg die US-Dollar-Menge um das 80-Fache, Gold nur um das 2,5-Fache. Die Debatte um die Goldblase lenkt den Blick auf das Geldsystem.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold und Blase: Wenn das Metall den Dollar entlarvt
Gold ist nicht teuer: Papiergeld ist das Problem

Gold befindet sich nicht in einer Blase. Die Blase ist das Geld, mit dem man bezahlt. Diese These klingt wie ein Werbespruch für Barrenhändler, basiert aber auf unbequemer Arithmetik, die immer wieder auftaucht, wenn jemand den Goldpreis sieht und erschrocken reagiert.

Die Ausgangsfrage ist einfach: Ist Gold zu einer spekulativen Blase geworden? Im April 2009 lag der Preis bei etwa 1.000 Dollar pro Unze —31,1 Gramm, mehr als 700 Euro— und seitdem schien der Anstieg ungewöhnlich. Die vorherrschende Antwort zeigt nicht auf Gold, sondern auf die Druckereien.

Wie viel Gold gibt es und wie viele Dollars werden gedruckt?

Die oft zitierte Rechnung ist vernichtend. Zwischen 1946 und 2011 vervierundzwanzigfachte sich die Menge des im Umlauf befindlichen Goldes um das 2,5-Fache. Das Angebot an US-Dollars stieg um das 80-Fache. Die Maschinen der Federal Reserve arbeiten deutlich schneller als die Bergleute, was eine schwer vermeidbare Schlussfolgerung zulässt: Seit Richard Nixon 1971 die Goldfenster schloss, hat der Greenback fast 98 % seiner Kaufkraft verloren. So betrachtet steigt Gold nicht; das Papier fällt.

Vertreter dieser Sichtweise bestehen auf einer konkreten Forderung: Zeigt mir einen Chart mit flacher oder negativer Geldmengenausweitung, dann glaube ich an die Blase. Solange sie wächst, ist der Goldanstieg kein Laune des Marktes, sondern ein Symptom.

Warum fungiert Gold als sicherer Hafen, wenn die Börse fällt?

Weil Geld in Krisenzeiten nach einem Versteck sucht, und das Metall dient seit Jahrhunderten genau diesem Zweck. Das Muster wiederholt sich mit fast ärgerlicher Pünktlichkeit: Gold stieg stark zwischen 1929 und 1935, explodierte erneut in den Siebzigern —mit der Ölkrise im Hintergrund— und erreichte in den 2000er-Jahren einen weiteren Höhepunkt. Wenn sich die Börsen erholen, bricht der Goldpreis ein. Wer aus Panik kauft, kauft meist teuer.

Der intrinsische Wert: Von Elstern bis zu den Azteken

Einige Ansätze verlagern die Diskussion auf die Biologie. Gold hätte seinen Wert nicht durch Konvention, sondern durch Instinkt: denselben, der Elstern dazu bringt, glänzende Objekte zu horten. Metall als Statussymbol, Hinweis auf Fitness und überschüssige Energie. Als historischer Beleg dient, dass bereits die Azteken Goldplättchen und Goldstaub als Zahlungsmittel nutzten und in Westafrika mindestens seit dem 8. Jahrhundert mit Gold bezahlt wurde, lange bevor Europa es zur offiziellen Währung machte.

Die Gegenposition: Der Dollar und die Schulden sind die eigentliche Blase

Der Vorwurf der Blase prallt auf den Emittenten ab. Der Dollar sei überbewertet, löse einen Abwertungskrieg unter den Währungen aus und bestrafe die Ersparnisse der Mittelschicht. Zudem behält die USA ihr Rating AA+ trotz dessen, was hier unverblümt als größter Schwindel der Geschichte bezeichnet wird. Für diese Strömung ist Gold nicht teuer, sondern Papier zwangsläufig billig.

Der unerwartete Rivale: Bitcoin

Mitten in der Debatte taucht ein Konkurrent auf, den niemand erwartet hatte. Bitcoin stieg von 0,06 Dollar im Oktober 2010 auf 32 Dollar im Juni 2011, fiel danach innerhalb von sechs Monaten um 92 % und notierte im Februar 2013 wieder bei rund 31 Dollar. Für manche ist er das perfekte Geld, für andere eine Volatilitätsschleuder. Im Vergleich dazu wirkt ein Goldbarren fast wie eine Anleihe. Fast.

Was tun, wenn Gold fällt: Das Argument der Bestandsinvestoren

Hier wird die Diskussion konkret. Manche akzeptieren einen Verlust von bis zu 75 % ihres Metallbestands ohne Drama, weil sie mit Ersparnissen und nicht auf Kredit kauften. Andere warnen, dass eine einzige überdimensionierte Transaktion hundert richtige Entscheidungen ruinieren kann. Die wiederkehrende Empfehlung: Physisches Anlagegold, kein Schmuck oder Numismatik, und stets bei anerkannten Händlern kaufen.



Mit diesen Voraussetzungen ist zu erwarten, dass das Metall weiterhin als Schutz dient, solange billiges Geld nicht verschwindet. Aber auch Gold selbst brach ein, als die erste Krise abflaute. Falls die Druckmaschinen beim nächsten Mal wirklich stillstehen, wird der Barren gleich schwer sein, aber deutlich weniger wert. Oder auch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (701 Antworten).

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