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Bäckerei in Spanien schließt sonntags: Der Preis für zu niedrige Löhne
Die Bäckerei Villímar in Spanien schließt nach 70 Jahren sonntags, weil sie keine Arbeitskräfte findet. Die Debatte: niedrige Löhne und Frühschichten gegen die angebliche…
Bäckerei in Spanien schließt sonntags: Der Preis für zu niedrige Löhne
Nach 70 Jahren, in denen sie von Montag bis Sonntag geöffnet hatte, hat sich die Bäckerei Villímar entschieden, ab dem 19. Oktober sonntags kein Holzofenbrot mehr zu backen. Der angeführte Grund: Sie findet keine Arbeitskräfte für die Schicht von 3 Uhr morgens bis 10 Uhr vormittags. Der Satz der Bäckerin, „die Arbeitskräfte werden heutzutage schnell müde“, fasst ihre Diagnose zusammen. Doch die Daten deuten auf eine andere Lesart hin.
Ein Vertrag über 7 Stunden pro Woche zum Tariflohn
Die angebotene Stelle ist in Wirklichkeit ein Vertrag für nur einen Tag pro Woche, den Sonntag, mit einem Arbeitsplan, der das Aufstehen um halb drei morgens verlangt. Das sind 7 Stunden pro Woche – ein Job, von dem kaum jemand leben kann. In der öffentlichen Debatte lautet die wiederkehrende Frage, wie viel dieser Aufwand bezahlt wird. Liegt der Lohn nahe am Mindestlohn, ist die Rechnung einfach: Es lohnt sich nicht. Wie angemerkt wurde, würde ein Stundenlohn von 20 Euro die Lage verändern, doch dann wäre das Geschäft nicht mehr rentabel. Eine Familienbäckerei kann nicht mit anderen Angeboten konkurrieren, die bessere Bedingungen ohne frühes Aufstehen bieten.
Fehlende Arbeitskräfte oder fehlende Anreize?
Die Arbeitslosenzahlen in Spanien passen nicht zur angeblichen Arbeitskräfteknappheit. Während die Bäckerei niemanden findet, gibt es in Sevilla 140 Bewerber für zwei Stellen als Tierkörperverbrenner. Der Unterschied liegt in der Art des Vertrags und der Bezahlung. Prekäre Jobs mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten und niedrigen Löhnen finden immer weniger Bewerber. Die jüngere Generation, besser ausgebildet und mit anderen Erwartungen, lehnt Arbeiten ab, die kein Auskommen ermöglichen. Es ist nicht so, dass sie nicht arbeiten wollen – sie wollen nicht unter Bedingungen arbeiten, die sich für sie nicht lohnen.
Die Kosten, wenn man nicht fair bezahlt
Die sonntägliche Schließung einer traditionellen Bäckerei ist ein Symptom eines größeren Problems: die Schwierigkeit, Arbeitskräfte für harte und schlecht bezahlte Arbeit zu finden. Andere Betriebe, wie der des erfolgreichen senegalesischen Bäckers in Granada, zeigen derweil, dass das Handwerk überleben kann, wenn es sich anpasst. Die eigentliche Frage ist, ob der spanische Arbeitsmarkt bei der Verteilung der Löhne versagt oder ob die Leistungskultur verkommen ist. Die Antwort liegt wahrscheinlich in der Mitte, doch in der Zwischenzeit bleibt der Sonntagsbrot-Ofen kalt. Wie lange können Familienbäckereien das Tempo noch halten? Die Frage bleibt offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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