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Bachmut: Unbestätigte Berichte über 20.000 eingekesselte ukrainische Soldaten
Die Einkesselung von Bachmut verschärft sich: Schätzungen zufolge sind bis zu 30.000 ukrainische Soldaten eingeschlossen, doch keine der genannten Zahlen ist offiziell bestätigt.
Bachmut: 20.000 Ukrainer in einer Falle, die Moskau nicht schließen will
Kurz vor dem ersten Jahrestag der Invasion ist Bachmut der einzige Punkt an der Front, an dem sich die Landkarte bewegt. Die graue Linie markiert die Front am 7. Februar; die rote die vom 24. Februar des Vorjahres. Dazwischen liegt ein sich verengender Kessel und schwarze Linien für Versorgungswege: verloren oder unter Beschuss der Wagner-Artillerie. Im Inneren befinden sich nach der häufigsten Schätzung rund 20.000 ukrainische Soldaten. Kein Generalstab hat dies bestätigt. Und das ist eigentlich die eigentliche Nachricht.
Wie viele ukrainische Soldaten sind wirklich in Bachmut?
Die Zahl variiert je nach Quelle. Die erste Version sprach von 30.000; eine spätere Korrektur reduzierte sie auf 20.000, was Fragen zur Verlässlichkeit aufwarf. Die detaillierteste zirkulierende Berechnung geht von 30.000 bis 40.000 Ukrainern in der Stadt und Umgebung aus, darunter Infanterie- und Panzerbrigaden. Auf der Gegenseite stehen angeblich nur 6 oder 7 Bataillone der Gruppe Wagner mit jeweils 4.000 bis 6.000 Mann.
Skepsis ist angebracht. Niemand lässt 20.000 Männer in einer bald umzingelten Stadt, wenn er sie herausziehen kann. Die gängigste Erklärung lautet, dass die Ukraine seit Wochen Material und Truppen zweiter Reihe abzieht, aber eine große Kontingentstärke behält, weil der Verlust von Bachmut zum Jahrestag politische Kosten verursacht, die nicht in Kilometern gemessen werden.
Verlustverhältnis: Woher stammt die Zahl von 400.000?
Hier wird die Diskussion numerisch und vor allem interessengeleitet. Die Schlagzahl ist mehr als 400.000 ukrainische Verluste – Tote und Verwundete, die nicht kampffähig sind –, zugeschrieben dem israelischen Mossad und laut Berichten in einer türkischen Zeitung veröffentlicht. Die Quelle dient als Autorität, nicht als überprüfbares Datum, und hier beginnt das Problem: Wenn eine Zahl beiden Seiten nützt, taugt sie meist für keine.
Ein weiteres wiederkehrendes Argument ist das Verhältnis innerhalb der Stadt. Ein Wagner-Kommandeur soll in einem Video behauptet haben, dass pro gefallenen Söldner drei bis acht ukrainische Soldaten sterben. Die Spanne ist so breit, dass sie wenig erklärt, obwohl sie oft als Beweisführung genutzt wird. Parallel kursiert die klassische Ausrede: Russland setze nicht einmal 3 % seiner militärischen Kapazität ein. Wäre das wahr, wäre die Langsamkeit kein Problem mehr, sondern eine bewusste Entscheidung.
Einkesselung oder geplantes Schlachthaus?
Die verbreiteste These besagt, dass Moskau den Ring nicht schließen, sondern offen halten will: Eine schmale Route offen lassen, über die die Ukraine weiterhin Truppen in die bereits von Artillerie verwüstete Stadt schickt, ähnlich wie in Mariupol oder Soledar. Dies ist eine Lesart mit sowjetischer Tradition, und ihre Verteidiger betonen, dass es nicht um den Besitz des Geländes geht, sondern um die Vernichtung des Feindes.
Das Gegenargument ist ebenso simpel. Diese Erklärung wurde nach Monaten von Vorrücken von hundert Metern alle zwei Wochen konstruiert. Jede Armee kann ihre Langsamkeit damit rechtfertigen, dass sie den Gegner bluten ließ. Der Unterschied zwischen Strategie und Ausrede ist eine Karte, und die Karte unterscheidet nicht.
Ein Jahr Krieg und die Front bleibt dort, wo sie begann
Auch das Hintergrundrauschen zählt. Ein Jahr Krieg, um noch dreißig Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt zu kämpfen, entmutigt jeden, und manche lesen darin ein Zeichen dafür, dass die Führungsspitzen an einer Verlängerung des Abnutzungskriegs interessiert sind. Der Vergleich mit Debalzewo – rund 4.000 verlorene ukrainische Soldaten im Jahr 2015 – und die Interpretation der Minsker Abkommen, die laut dieser Version Zeitgewinn dienen sollten, gehören zur selben Erzählung: Das Gefühl, dass die Aufrüstung der Ukraine seit 2016 angekündigt war und niemand hören wollte.
Dem gegenüber steht die Liste russischer Rückschläge, die ununterbrochen erinnert wird: Kiew, Charkiw, Cherson. Jede Seite hat ihren eigenen Punktestand und schwenkt ihn, wann es passt. In Bachmut schießen beide ins gleiche Tor.
Wagner, Gerassimow und der interne Machtkampf Russlands
Die andere Ebene der Angelegenheit ist die russische Innenpolitik. Die Gruppe Wagner erledigt die Drecksarbeit und beklagt gleichzeitig mangelnde Unterstützung. Die Ablösung von Sergei Surowikin vom Frontkommando – der General, der laut dieser Lesart Wagner und Kadyrows Truppen gab, was sie forderten – und die Rückkehr von Waleri Gerassimow ins Rampenlicht werden als Kräftemessen zwischen dem Verteidigungsministerium und einem privaten Militärunternehmen interpretiert, das zu sichtbar wird.
Jewgeni Prigoschin taucht in beiden Versionen der Geschichte auf: als der Einzige, der Fortschritte macht, und als Warlord, den man kurz halten muss, bevor er zum Problem wird. In einer Armee, in der Söldner in Bataillonen kämpfen und reguläre Einheiten ablösen, ist diese Spannung kein administratives Detail.
Zu vieles bleibt ungeklärt: Wie viele Männer sind drinnen, wie viele können rauskommen, und ob es einen Befehl gibt, durchzuhalten, auch gegen militärische Logik. Das einzig Bekannte ist, dass mehrere Zufahrtswege zum Kessel nicht mehr funktionieren. Die runde Zahl von 20.000 Eingeschlossenen funktioniert genauso gut als Schlagzeile wie als Ausrede. Unabhängig vom Ausgang ist dies bereits eine informationelle Niederlage.
Schlüsselzahlen: Zwischen 30.000 und 40.000 Ukrainer in der Zone, 6 oder 7 Wagner-Bataillone mit 4.000 bis 6.000 Mann, über 400.000 Verluste, die einem Bericht zugeschrieben werden, der in der türkischen Presse zitiert wurde, sowie ein erklärtes Verhältnis von 3 bis 8 ukrainischen Verlusten pro Söldner.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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