Messi als Konstrukt: Debatte über das Geschäft des Fußballs

Ein Thread behauptet, Messi sei eine Erfindung zur Gehirnwäsche und Geldmacherei. Aufzeichnungen und Numerologie nähren die Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Messi als Konstrukt: Debatte über das Geschäft des Fußballs

Ein «mittelmäßiger» Spieler, der zum besten der Welt wurde. Ein Tor, exakt wie bei Maradona. Eine «manipulierte» WM. Die Theorie, die durch Verschwörungsforen geistert, ist nicht neu, hat aber im Fußball ihren fruchtbarsten Boden gefunden. Der von uns analysierte Thread, vor mehr als zwei Jahren eröffnet, behauptet, der argentinische Star sei ein Marketingprodukt, designed für Gehirnwäsche und Profit. Die Diskussion, weit davon entfernt zu erlöschen, hat sich in Richtung Geopolitik, Numerologie und sozialer Kontrolle verzweigt.

Der Ursprung: Ein Idol als Ersatz für Maradona

Die anfängliche These ist schlagend: «Ihnen ging die Arbeit mit Maradona aus und sie brauchten ein neues Weltidol.» Nach dieser Erzählung war Messi nur ein Durchschnittsspieler, umgeben von großen Figuren beim FC Barcelona, die ihn bedienten. In der argentinischen Nationalmannschaft, so heißt es, sei er ein «toter Mann» gewesen, unfähig, bescheidene Abwehrreihen zu überwinden. Der Wendepunkt kam mit der WM 2022, die sie als «extrem manipuliert» betrachten, mit Elfmeterentscheidungen zugunsten, um sein Torkonto aufzublähen. Das Ziel war nicht nur wirtschaftlich: Es diente auch einer «Anweisung von oben», damit die Leute eine unterwürfige, charakterlose Persönlichkeit kopieren.

Die Verfechter dieser Theorie belassen es nicht dabei. Sie weisen darauf hin, dass Messis Tor gegen England bei der WM 2022 Maradonas Treffer von 1986 repliziert. Die Ähnlichkeit der Laufbahn, des Abschlusses und sogar der Position auf dem Feld erscheint ihnen viel zu verdächtig. Für sie ist dies ein Beweis dafür, dass Fußball eine inszenierte Show ist, «eine Vorstellung von 22 Idioten».

Die Antwort der Daten: Spiele sind aufgezeichnet

Die am häufigsten wiederholte Widerlegung appelliert an die Logik: Alle Spiele von Messi sind aufgezeichnet, daher können seine Statistiken — erfolgreiche Pässe, Schüsse aufs Tor, Tore — nicht gefälscht sein. Wäre er so mittelmäßig gewesen, würden die Zahlen ihn nicht stützen. Diese Anhänger halten die Verschwörungshypothese für «ein riesiges Stück Unsinn».

Dennoch überzeugt die numerische Verteidigung die Skeptiker nicht, die zwischen der Leistung in Vereinen und der in der Nationalmannschaft unterscheiden. Sie argumentieren, dass er beim FC Barcelona mit Xavi, Iniesta und Co. spielte, während er mit Argentinien bis 2022 nie das gleiche Niveau erreichte. Der Durchbruch bei der WM in Katar, mit günstigen Schiedsrichterentscheidungen, wäre der Beweis für die Bevorzugung.

Die WM 2022 und die Krönung des «Messias»

Das Turnier in Katar nimmt einen zentralen Platz in der Diskussion ein. Es wird erwähnt, dass Messi auf muslimischem Boden mit einem schwarzen Umhang gekrönt wurde, eine Geste, die einige als freimaurerisches Ritual interpretieren. Das Geburtsdatum des Spielers, 24. Juni 1987, ergibt 666, wenn man die Ziffern paarweise addiert (24→6, 6, 87→15→6). Obwohl ein Teilnehmer einwendet, dass 1987 sieben ergibt und nicht sechs, wird die Numerologie als bedeutsame Übereinstimmung verteidigt.

Der Name «Lionel Messi» zerfällt in «Löwe der Messias», und der Beiname «The GOAT» (die Ziege) verstärkt die Idee eines Auserwählten. Für die Verschwörungstheoretiker passt alles zusammen: der , gekrönt auf muslimischem Boden, das Replikat-Tor von Maradona, die geschenkte WM. Die Frage, die sie stellen, lautet: Warum sieht das niemand?

Fußball als Geschäft und Kontrollinstrument

Über Messi hinaus leitet der Thread zur strukturellen Korruption im Fußball über. Fälle wie Rubiales und Piqué mit der Supercopa in Saudi-Arabien oder veröffentlichte Audios über Geldveruntreuung werden zitiert. Die FIFA und die UEFA werden als per Definition korrupte Organisationen beschrieben, geleitet von freimaurerischen Logen. Fußball, so schlussfolgern sie, ist nicht nur ein Sport: Er ist ein Mechanismus, um Energie aus den Massen zu extrahieren und sie abzulenken.

Der Vergleich mit der Politik ist unvermeidlich. Dieselben, die den Ball führen, ziehen die Fäden der Macht. Die Show dient dazu, dass die Leute primäre Emotionen abbauen und das System nicht hinterfragen. Messi wäre das freundliche Gesicht dieser Maschinerie.

Die Entwicklung der Debatte: Von Messi zur Geopolitik

Mit der Zeit hat sich die Diskussion ausgeweitet. Man spricht über Vinicius und den Ballon d'Or als antirassistische Propagandaoperation, über Mbappé als Aktivist der Agenda, über die brasilianische Nationalmannschaft als das Real Madrid der Auswahlteams. Auch die argentinische Politik mischt sich ein: Milei wird kritisiert und die Mobilisierung bei einem Boca-River-Spiel mit der geringen Resonanz auf Proteste gegen die Regierung verglichen.

Der Thread ist letztlich ein Mikrokosmos zeitgenössischer Verschwörungstheorien: Sport, Geld, Macht und Gedankenkontrolle. Messi ist nur der Köder. Die grundlegende Frage bleibt unbeantwortet: Wie weit reicht das Drehbuch?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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