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Russland droht Großbritannien nach Vorfällen in Sewastopol
Peskow verspricht Reaktion auf das Vereinigte Königreich wegen Sewastopol und Nord Stream. Nutzer diskutieren das norwegische Gasrohr als mögliches Ziel.
Russland droht Großbritannien, norwegische Pipeline im Fokus der Debatte
Ein Unterwasserrohr im Wert von 11 Milliarden Dollar deckt 20 % des Energiebedarfs des Vereinigten Königreichs ab, so eine Berechnung in einem Online-Thread. Seit Moskau eine Reaktion auf die Rolle Londons beim Angriff auf die Schwarzmeerflotte in Sewastopol und an der Sabotage von Nord Stream angekündigt hat, nennen einige Nutzer die Pipeline als theoretisches Ziel auf einer unbestätigten Liste. Das Paradoxon sei, dass derjenige, der droht, seit Monaten keine der angekündigten Vergeltungsmaßnahmen umgesetzt hat.
Was der Kreml sagte und wen er beschuldigte
Der Pressesprecher des Präsidenten, Dmitri Peskow, war deutlich: „Solche Handlungen können nicht einfach ungeschehen bleiben. Wir werden natürlich die zu ergreifenden Schritte bewerten. Daran gibt es keinen Zweifel.“ Übersetzt bedeutet das: Die Reaktion existiert auf dem Papier, aber weder Datum noch Form stehen fest. Der Kreml behauptet, seine Sicherheitsdienste hätten Informationen über die angebliche britische Beteiligung an den ukrainischen Angriffen – eine Anschuldigung, die zum Zeitpunkt dieser Analyse noch keiner unabhängigen Prüfung stand.
Die Details sind entscheidend. Wer einem NATO-Mitgliedstaat Sabotage vorwirft, öffnet eine Tür, die nicht mit einer Pressemitteilung wieder geschlossen werden kann. Und wer mit derselben Münze auf zivile Infrastruktur reagiert, setzt sich dem Risiko aus, dass das nächste Ziel das eigene sein könnte.
Die im Thread genannten Ziele
Auf dem Tisch liegen vier Kategorien, die in einer Aufzählung eines Nutzers wiederkehren: Kernkraftwerke, Raffinerien, Flughäfen und strategische Treibstoffdepots. Keines davon ist im strengen Sinne ein militärisches Ziel. Alle haben etwas gemeinsam: Sie sind schwer zu schützen und lassen sich leicht auf einer Karte markieren.
Das Vereinigte Königreich ist eine Insel, erinnert ein Nutzer. Und es gibt Stimmen, die darauf hinweisen, dass die Briten ihre Unterwasserinfrastruktur bereits seit längerem aufgrund möglicher russischer Angriffe überwachen. Diese Information ist beunruhigend: Wer sich darauf vorbereitet, einen Schlag zu erhalten, hat meist Gründe zu der Annahme, dass dieser Schlag möglich ist.
Einige deuten auf die Pipeline hin, die norwegisches Gas liefert. Ihre Schwäche ist politischer, nicht technischer Natur: Derselbe Nutzer, der sie erwähnt, bezweifelt, dass Moskau eine neue Front mit Norwegen eröffnen will – einem Land, das nicht am Konflikt beteiligt ist und sich bisher neutral verhält. Eine symmetrische und saubere Vergeltung existiert nicht.
Warum Spanien in diesem Gespräch auftaucht
Scheinbar hat es nichts damit zu tun. Und doch drift das Gespräch, sobald das Thema aufkommt, innerhalb von Minuten auf Gibraltar und Menorca ab. Es ist ein altes Muster: Die Erinnerung an Blas de Lezo und die Katastrophe von Admiral Vernon in Cartagena de Indias dient als Argument in Diskussionen, die eigentlich gar nicht diese sind.
Es gibt noch etwas Unbehagliches. Ein Nutzer behauptet, dass der wahre Druckpunkt nicht U-Boote oder Drohnen sind, sondern die russischen Oligarchen, die ihr Vermögen in London verwahren, und die Konten, die die Kreml-Funktionäre bei britischen Banken führen. Dort bräuchte eine Vergeltung laut dieser Sichtweise keine Sprengstoffe, sondern eine politische Entscheidung, zu der Moskau offenbar nicht bereit ist.
Die Skeptiker bezweifeln Moskauer Schritte
Nicht jeder glaubt an die Erzählung einer unmittelbar bevorstehenden Bestrafung. Skeptische Nutzer führen eine Liste von Rückschlägen ohne sichtbare Reaktion auf: die Versenkung des Kreuzers Mosca, die Sprengung der Brücke der Krim, die Waffenlieferungen an die Ukraine und die 300 Milliarden an blockierten Vermögenswerten. Keines davon hatte eine sichtbare Gegenleistung.
Einige argumentieren, dass das stärkste Gegenargument nicht etwa die Unfähigkeit Russlands sei, sondern dass es keine Eile hat. Alle rennen, nur sie nicht – und das entkräftet jede Analyse, die auf westlichen Zeitplänen basiert. Dieselbe Logik ließe sich auf China anwenden, nur noch extremer.
Es gibt auch jene, die daran erinnern, dass die Türkei vor Ort bereits Schlimmeres getan hat, ohne offensichtliche Konsequenzen zu tragen. Die Frage ist unbequem und lässt sich schwer beantworten: Wenn Moskau damals keinen Finger gerührt hat, warum sollte es es ausgerechnet jetzt tun?
Wie lange ist der Kreml bereit, eine Drohung aufrechtzuerhalten, die niemand glaubt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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