Ayusos Aktenlage: Nicht bestätigter Master und unfertige Promotion

Das akademische Dossier der Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso widerspricht ihrer Aussage, die Promotion wegen Arbeit abgebrochen zu haben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ayusos Aktenlage: Nicht bestätigter Master und unfertige Promotion
Ayusos akademisches Dossier und der Master mit wechselnden Namen

Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, ging rechtlich vor, nachdem der regionale Rat für Transparenz und Partizipation einer Journalistin Recht gab, die ihr akademisches Transcript forderte. Die Reporterin wollte prüfen, auf welchen Leistungen die Ernennung zur "Ehrenstudentin" durch die Universität Complutense Madrid (UCM) basierte. Laut ElPlural.com widerspricht das Dossier Ayusos Erklärung für den Abbruch der Promotion. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weigerte sich die Madrider Regierung, es herauszugeben. Die Unterlagen sind nun öffentlich.

Was enthält Isabel Díaz Ayusos akademisches Dossier?

Die Akte Nr. 54174 dokumentiert ihre Zeit an der Fakultät für Journalismus der UCM. Die letzte Einschreibung im Promotionsstudiengang Journalismus (Plan 0D81) datiert aus dem Studienjahr 2011-2012 und ist als Vollzeitstudentin vermerkt. Im Jahr 2003-2004 absolvierte sie, während sie bereits als Kommunikationsberaterin für die PP in Madrid arbeitete, einen Postgraduiertenkurs mit dem offiziellen Titel "Organisation und Management von Informationsunternehmen" (Plan 00BB. RD778). Dort waren die Noten gut, anders als in ihrer Schulzeit.

Dies ist relevant, da die UCM sie als verdiente Ehemalige auszeichnete. Das Paradoxon liegt auf der Hand: Die Universität ehrt sie, doch die Präsidentin klagt, um die akademische Grundlage dieser Ehre zu verbergen.

Die Promotion, die nicht wegen Arbeit abgebrochen wurde

Ayusos offizielle Begründung für den nicht abgeschlossenen Doktortitel war, dass sie arbeiten musste, um "ein Zimmer zu bezahlen." Das Dossier deutet darauf hin, dass dies nicht stimmte. Seit Juli 2011 bezog sie Gehalt als Abgeordnete im Parlament von Madrid. Zuvor war sie von 2008 bis 2011 bei Madrid Network tätig, einer von Esperanza Aguirre gegründeten Einrichtung, mit einem monatlichen Nettogehalt von über 4.200 Euro.

Sie war zudem unabhängig und mit Sergio Hernández de la Torre verheiratet, einem Unternehmer aus der Golf- und Eventbranche. Das Zimmer, gelinde gesagt, war längst bezahlt.

Ein Master mit drei verschiedenen Namen

Ihr offizieller Lebenslauf hat seine eigene Archäologie. Ein angeblicher Master am Instituto Séneca (2003-2004) erscheint auf der PP-Website als "Master in Unternehmenskommunikation" und auf der Seite des Madrider Parlaments als "Master in Politischer Kommunikation und Protokoll". Im UCM-Dossier ist nur der Kurs "Organisation und Management von Informationsunternehmen" verzeichnet.

Das Muster wiederholt sich. Das Programm für Führung im öffentlichen Sektor am IESE (Universität Navarra, vom Opus Dei getragen), belegt 2011-2012, ist als "nicht bestätigt" markiert. Auch ihr Diplom für fortgeschrittene Studien und der Kurs "Kommunizieren in der Politik", den sie zwischen 2013 und 2015 leitete, bleiben unbestätigt.

Von der Wiederholung des ersten Jahres zur 'Ehrenstudentin'

Zuvor gab es einen Fehltritt. Ayuso besuchte eine subventionierte Klosterschule in Chamberí, Blanca de Castilla, wo sie das erste Jahr der BUP (Voruniversitäre Ausbildung) wiederholte. Dann wechselte sie auf die Privatschule Colegio Éfeso in El Viso, deren Motto "Wer zahlt, befiehlt" lautete. Die 2019 geschlossene Schule hatte unter ihren Alumni den Schauspieler Willy Toledo und den ehemaligen Abgeordneten Marcos de Quinto. Ironischerweise war die Institution, die sie heute als akademisches Vorbild krönt, einst die letzte Zuflucht einer kämpfenden Schülerin.

Lebensläufe im PP Madrid aufpolieren

Der Kontext ist wichtig. Damals ermutigte der PP-Landesverband Madrid seine Amtsträger, ihre akademischen Qualifikationen zu erweitern. Dies führte zu zwei bekannten Skandalen: Cristina Cifuentes trat zurück, als bekannt wurde, dass ihr ein Master geschenkt worden war, und Pablo Casado bestand zwölf von fünfundzwanzig Jura-Fächern in vier Monaten. Verschiedene Fälle, derselbe Hintergrund.

Ist der Lebenslauf bei der Wahl eines Amtsträgers relevant?

Hier spaltet sich die Analyse. Eine Strömung hält das Transcript für irrelevant; Wähler entscheiden nach Politik, nicht nach Titeln, und sehen darin eine Kampagne zur Diskreditierung. Gegner argumentieren: Wenn der Lebenslauf egal wäre, warum verweigerte man das Dokument, klagte und landete vor Gericht?

Eine dritte Lesart beunruhigt beide Seiten. Der Titel "Ehrenstudentin" hängt von der Karriere nach dem Studium ab, nicht von Transcripts, sodass die Forderung nach Papieren irreführend wäre. Ein vierter Verdacht: Jemand hat das akademische Dossier einer bestimmten Person geleakt. Vergleiche mit anderen ideologisch ähnlichen Führern, die nie privatwirtschaftlich tätig waren, runden das Bild ab, obwohl Kritiker bemerken, dass die Gegenseite dies auch nicht tat.

Mit diesen Elementen bleibt die Sache offen. Wenn die Ehre auf späteren Verdiensten basiert, ist das Transcript überflüssig. Wenn es überflüssig ist, gibt es keinen Grund, es zu verbergen. Dieser Kreis bleibt ungebrochen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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