79,20 Euro für zwei Personen: Asado de Tira für 56 Euro pro Kilo
Zwei Personen, Wasser auf dem Tisch und eine Rechnung von 79,20 Euro. Empanadas, Mollejas (Kalbsbries), ein zum Teilen bestelltes Rippenstück und Hähnchenbrust. Kein Wein, kein Dessert. Derjenige, der zahlte – nun ja, seine Partnerin zahlte laut seiner eigenen Erzählung – war sich einer Sache sicher geworden: Zwischen den sechs Euro für die Vorspeise und dem Fleischpreis ist das Essen gehen zu einem riskanten Sport für den Geldbeutel geworden. Das Essen war allerdings sehr lecker.
Diese Zahl ist keine isolierte Anekdote. Sie ist eine Momentaufnahme einer Kategorie, des gehobenen argentinischen Steakhouses, das vom Stadtviertel-Lokal zum Premium-Erlebnis aufgestiegen ist, ohne dass jemand im Schaufenster auch nur einen Muskel bewegt hätte.
Was stand auf der Rechnung von 79,20 Euro
Die Details sind wichtig. Die Vorspeise – Brot, Salmorejo (kalte Tomatensuppe), Trüffel, Premium-Butter und Chimichurri (Kräutersauce) – kostete sechs Euro und wurde ungefragt serviert. Empanadas und Mollejas dienten als Vorspeisen. Das Hauptgericht hatte zwei Namen: Rinderrücken und Hähnchenbrust.
Hier beginnt der erste Widerspruch. Ein Teil der Analyse behauptet, dass Empanada und Hähnchenbrust keine Produkte sind, die das Premium-Etikett rechtfertigen; das Gericht mit mehr Prestige, der Rinderrücken, kam rationiert mit 400 Gramm für zwei Personen an. Die Alternative, die von anderer Seite vorgeschlagen wird: Die Mollejas waren als Vorspeise überflüssig, mit Empanadas und der kleinen Vorspeise wäre es genug gewesen, und fünfzehn Euro wären in der Tasche geblieben.
Auch das Getränk hilft der Geschichte nicht. Nur Wasser. Ohne Wein verliert die Rechnung das einzige Produkt, das in einem Steakhouse oft einen hohen Bon rechtfertigt.
Asado de Tira für 56,25 Euro pro Kilo
Die Arithmetik ist hartnäckig. Ein Stück Asado de Tira (kurzgebratenes Rippenfleisch), das mit 56,25 Euro pro Kilo abgerechnet wird, obwohl dieselbe Ware beim Einkauf zwischen 10 und 14 Euro pro Kilo kostet. Und es ist kein edles Stück: Es gehört zu den günstigsten Teilen des Rindes und hat viel Knochenanteil. Das Kilo Rinderrücken liegt über 50 Euro.
Zum Vergleich: Ein Chuletón (dickes Kotelett) guter Qualität, gekauft für zu Hause, kostet 44 Euro pro Kilo. Das heißt, das Restaurant verlangt mehr für ein bescheidenes Stück als das, was ein erstklassiges Stück im Laden kostet. Die Marge existiert. Die Frage ist, wie viel davon die Kostenstruktur frisst und wie viel die Marke.
Warum kostet Hähnchen 20 Euro?
Das ist der Punkt, der am meisten stört. In einem argentinischen Steakhouse Hähnchen zu bestellen, löst Lächeln aus und ist gleichzeitig der Preis, der am wenigsten zur gesamten Rechnung passt: 20 Euro für das Hähnchen. Zu diesem Preis sollte es, so das Argument, zumindest Freilandhaltung sein und fachgerecht zerlegt werden, nicht einfach ein Füllsel.
Der Kontrast ist nützlich. Dasselbe Fleisch, das mit Stolz verteidigt wird, wenn es Rind ist, wird verdächtig, wenn es Geflügel ist. Wenig Kohärenz auf der Speisekarte.
Wo bleibt das Geld: Margen und Alternativen
Hier kommt die interessante Wendung. Wer ein argentinisches Restaurant in sehr zentraler Lage betreibt, versichert, dass er nach Personalkosten und Rohstoffkosten [Bkaum Gewinn[/B] macht. Wenn das stimmt, füllt der Bon von 79,20 Euro niemandes Sack: Er wird von Miete, Gehältern und Lieferanten aufgeteilt.
Gegenüber steht der Vergleich, der die Debatte offen hält. Vier Personen mit Gildas (Meeresfrüchte-Spieße), Mineralwasser, Bier, Kartoffelsalat und einer Tosta (geröstetes Brot): 45 Euro. Und ein traditionelles Menü im Bar für drei Personen inklusive Getränke für 50 Euro. Es ist nicht dasselbe, aber der Geldbeutel unterscheidet nicht zwischen Erlebnis und Gericht.
Ist es teuer, 79,20 Euro für zwei zu zahlen?
Es hängt davon ab, womit man vergleicht. Manche behaupten, das Problem sei nicht das Restaurant, sondern der Preis für Kalbfleisch, der heute in jeder Metzgerei prohibitiv ist. Andere verteidigen, dass ein Steakhouse-Besuch eben das bietet, was er bietet, und sich über den Bon zu beschweren, sei Jammern über das Leben. Eine Strömung dehnt die Diagnose auf die gesamte Kategorie der Steakhouses und Konditoreien dieser Küche aus, mit dem Argument, dass man mehr für Marketing als für das Produkt zahle. Dem gegenüber steht die am häufigsten wiederholte Antwort, die einfachste: Wenn es nicht interessiert, wechselt man das Restaurant.
Was niemand bestreitet, ist der Ausgangswert. Der Rinderrücken wird mit 56,25 Euro pro Kilo berechnet. Beim Einkauf zwischen 10 und 14. Diese Differenz erklärt weder das Chimichurri noch der Salmorejo noch die Tatsache, dass jemand anderes die Rechnung bezahlte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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